Das aktuelle Wetter Duisburg 17°C
Wasserversorgung

Offene Rechnungen - Mieter in Duisburg bekommen kein Wasser

03.01.2013 | 17:57 Uhr
Offene Rechnungen - Mieter in Duisburg bekommen kein Wasser
Ralf Ringleb versorgte sich bis Donnerstag an einem Tankwagen mit Trinkwasser. Der wurde jetzt auch abgezogen.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Bruckhausen.   Gesperrter Wasseranschluss, ausgebaute Wasseruhr: Die Mieter eines Hauses in Duisburg-Bruckhausen müssen nun völlig ohne fließend Wasser auskommen. Grund sind offene Rechnungen - die die neuen Eigentümer aber nicht bezahlen wollen. Hausverwalter und Stadtwerke konnten sich noch nicht einigen.

Die Feiertage mussten Mieter des Hauses Reinerstraße 21 in Bruckhausen ohne fließend Wasser verbringen. Immerhin gab es eine Notversorgung per Tankwagen. Doch auch der wurde jetzt abgezogen. Seit Donnerstag sitzen die Bewohner völlig auf dem Trockenen.

Verwalter Fritz Völkert aus Nürnberg, der Miteigentümer des Hauses ist, berichtete auf Anfrage unserer Zeitung, dass er am 3. Januar telefonisch immer noch keine Einigung mit den Stadtwerken habe erzielen können. Das Unternehmen hat kurz vor Weihnachten die Wasseruhr ausgebaut, nachdem festgestellt worden war, dass der gesperrte Anschluss illegal wieder geöffnet worden sei. Abgedreht worden war er bereits im Sommer 2011, wegen enormer Zahlungsrückstände, die nach unseren Informationen im Bereich um 50.000 Euro liegen.

Ein Gerichtsurteil, das festlegt, wer für die Schulden aufzukommen hat – die alten Eigentümer oder die neuen um Fritz Völkert – gibt es noch nicht. Ein Verfahren laufe, so Stadtwerkesprecher Thomas Nordiek. Allerdings soll ein Teil der Schulden schon längere Zeit als Sicherungshypothek im Grundbuch eingetragen sein, wie Völkert auf Anfrage einräumte.

„Verhalten unmöglich“

Die Stadtwerke bestätigten, dass sie auch jetzt, nach den Feiertagen, keine Einigung mit dem Verwalter hätten erzielen konnten. „Wir haben ihm eine Ratenzahlung angeboten“, so Nordiek. Die habe der Nürnberger aber abgelehnt.

Völkert sieht die Schuld nicht bei sich: „Die Stadtwerke stellen sich quer!“ Schließlich habe er angeboten, auf seinen Namen die Uhr anzumelden und für alle Zahlungen die Verantwortung zu übernehmen. Darauf hätten sich die Stadtwerke nicht eingelassen.

Der Stadtwerke-Sprecher bedauert indes, dass die Mieter die Leidtragenden sind. Und rät ihnen, die Sache mit ihrem Vermieter zu klären. Die Wiederaufnahme der Wasserversorgung werde jedenfalls erst dann erfolgen, wenn auch gezahlt werde, inklusive Schuldenabbau. Beim Wasser sei es schließlich wie beim Strom: Nur wer zahle, werde auch beliefert. Es könne nämlich nicht angehen, dass die Allgemeinheit für Kosten aufkommen solle, die Nichtzahler verursacht hätten, so Thomas Nordiek weiter.

Einer der betroffenen Mieter, der 63-jährige Ralf Ringleb, versteht die Welt nicht mehr und macht sich langsam auch Sorgen um seine Gesundheit: Nach rund zwei Wochen ohne fließendes Wasser sei die Hygiene nicht mehr gewährleistet. Er findet das Verhalten der Stadtwerke „unmöglich“.

Gregor Herberhold



Aus dem Ressort
Marxloher fürchten um den Ruf ihres Ortsteils
Zuwanderung
Weit über 100 Menschen kamen in die Marxloher Kreuzeskirche, um über die Lebenssituation im Ortsteil zu sprechen, die sich seit der verstärkten Zuwanderung aus Südost-Europa verändert hat. Die evangelischen Pfarrer warnen vor Ausgrenzung der Neubürger.
VHS Duisburg-Nord lädt zum Semesterstart in renovierte Räume
Volkshochschule
Die Schwerpunkte sind Sprache, Integration und Gesundheit. Kurse sind ab jetzt buchbar. Insgesamt stehen 139 Veranstaltungen mit über 5000 Unterrichtsstunden zur Verfügung. Die Kurse dauern in der Regel 13 Wochen bis Dezember.
Platanen in Duisburg-Walsum nehmen das Tageslicht weg
Bäume
Hilde Pütz mag Bäume. Der Blick ins Grüne war einer der Gründe, warum sie vor rund zwei Jahren ins Hildegard-Bienen-Haus in Duisburg-Aldenrade zog. Doch bald stellte sie fest, dass das Laub und Geäst so dicht ist, dass es in der Wohnung stets dunkel ist.
Dokumentation in Duisburg-Walsum soll Mut machen
Filmprojekt
Junge Pflegebedürftige lassen sich von einem Filmteam begleiten. Sie wollen Einblick in ihr Innenleben gewähren und so anderen Sicherheit geben. Eine Woche lang sind Kameras bei der Freizeitgestaltung, Therapien und Musik-Abenden dabei. Die Teilnehmer wollen auch Liebe und Sexualität thematisieren.
In Duisburg-Ratingsee lebt es sich wie in einem Dorf
Serie
Dieses Mal besuchten wir bei unseren Stadtspaziergängen die Meidericher Siedlung Ratingsee. Es handelt sich um einen Ortsteil, der Ende der 1920er Jahre entstanden ist und komplett unter Denkmalschutz steht. Die Menschen dort lieben die gute Nachbarschaft und die Kinderfreundlichkeit.
Fotos und Videos
Stadtteilspaziergang
Bildgalerie
Oase der Ruhe
Rheinschwimmer auf der Durchreise
Video
Rheinschwimmer
Hafenfest in Duisburg-Ruhrort
Bildgalerie
Volksfest
Rundgang durch Laar
Bildgalerie
Stadtspaziergang