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Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen

31.10.2010 | 14:00 Uhr
Ein gepflegter „Riese“ in Hochheide. Foto: Friedhelm Geinowski/WAZFotoPool

Duisburg. „Man denkt immer nur an die Hochhäuser, aber es gibt tolle Wohngebiete hier“, sagt Reinhard Stratenwerth zu Beginn unseres Rundgangs durch Hochheide. Auch bei den „Riesen “, wie die Hochbauten genannt werden, gilt es zu unterscheiden.

Das habe ich bei dem Rundgang gelernt.

Mein Lernprozess beginnt bei Stratenwerth an der Dr. Kolb-Straße auf dem Balkon. Von dort blickt man auf einen ausgedehnten, sehr gepflegten Park. Mitten in Hochheide wohlgemerkt. Von dort aus geht’s, vorbei an der Glückaufhalle, in ein Wohngebiet, das die Gebag gerade gründlich aufpoliert. „Man erkennt die Häuser nicht wieder“, freut sich Stratenwerth. Ein paar Schritte weiter das Gegenteil: zweigeschossige 70er-Jahre-Bauten, die Türen verbrettert, seit Jahren stehen sie leer. Klarer Fall von Erneuerungsbedarf.

Dem ist der Homberger Bauverein an der Charlottenstraße bereits nachgekommen. Den Häusern wurden Balkone spendiert und farbenfroher Putz. „Richtig schön“, ist Stratenwerth zufrieden.

Duisburgs Stadtteile II

„Hier tut sich einiges“, ist seine feste Überzeugung. An Ärzten mangele es ebenso wenig wie an Einkaufsmöglichkeiten, etwa in der Ladenstadt im Umfeld der „Riesen“. Beim gastronomischen Angebot ließe sich aber noch etwas verbessern.

Wir passieren erneut die Glückaufhalle, die „gute Stube“ des Stadtteils. Sport, Ausstellungen, Karneval mit einer „Kölschen Nacht“ und alljährlich der traditionelle Ball der Schiffer finden dort statt.

Vorbei an der Marktschule, deren Schließung ansteht , gehen wir nun in Richtung Hochhäuser. Über den Markt, auf den zweimal wöchentlich die Händler kommen und, so mein Hochheide-Führer, „immer Leute, die man kennt“.

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Hochheide in 60 Sekunden
15.173 Einwohner

Hochheide gehört zum Stadtbezirk Homberg-Ruhrort-Baerl und hat nach amtlichen Angaben 15.173 Einwohner. Davon sind 7672 weiblichen und 7501 männlichen Geschlechts. Der Anteil der Ausländer liegt bei knapp über 17 Prozent.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Weiler Hochheide laut Internet-Enzyklopädie Wikipedia erstmals 1787. Hochheide vereinigte sich mit Alt-Homberg und Essenberg 1907 zu einer Gemeinde und bildete bis 1975 die Stadt Homberg am Niederrhein. Mit der kommunale Neuordnung kam Homberg wie auch Rheinhausen, Baerl oder Walsum zu Duisburg.

Für die ehemals durchgängig „Weißen Riesen“ wurde ein großer Teil der historischen Rheinpreußen-Siedlung abgerissen. Den politischen Beschluss fasste 1969 noch der Homberger Stadtrat.

Und dann stehen wir vor den „Riesen“, Den sechs 20-geschossigen Hochhäusern, die der Baulöwe „Jupp“ Kun in den 70er Jahren errichtet hatte. Anfangs, blickt Stratenwerth zurück, sei das eine begehrte Adresse gewesen. Und später immer mehr ein Problemfall. Am schlimmsten einer der Hochbauten, der kaum noch eine intakte Scheibe aufweist, die unteren Geschosse verrammelt, alles schmutztriefend, von Stratenwerth als „größter Taubenschlag Europas“ bezeichnet.

Daneben ein weiterer Hochheider Kontrast. Ein Hochhaus gleicher Größenordnung, die Fassade erneuert und sauber rotglänzend, mit einer Pförtnerloge im Eingangsbereich. Wer nicht hineingehört, kommt nicht hinein – die Mieter wissen’s schon zu schätzen. Im Umfeld finden sich weitere Hochhäuser, auch sehr gepflegte.

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Wir lassen die weißen und roten „Riesen“ hinter uns und überqueren die auffällig gerade verlaufende Husemannstraße. Dort verlief einst, klärt mich Stratenwerth auf, die Zechenbahn zwischen den Rheinpreußen-Schachtanlagen und Rheinpreußen-Wohnkolonien.

Bergbau-Historie atmet auch der Johannenhof, unsere nächste Station mit kleinen Sträßchen, Durchgängen, Plätzen: „Hier möchte ich nicht Briefträger sein“, lacht der Hochheide-Experte, der bis vor sechs Jahren noch in Homberg wohnte und ein ausgesprochener Fachmann für die „Stadt im Grünen“ samt ihrer Stadtteile ist.

Duisburgs Stadtteile I

Vorbei an Bibliothek und Awo-Treff, bringt er mir zum Abschluss auch noch Kunst nahe. Ecke Otto- und Moerser Straße steht Lehmbrucks „Mädchen im Wind“, umgeben von liebevoll bepflanzten Beeten.

Was zu kritisieren wäre, bleibt nicht ausgespart. Nicht alle Gaststätten an der Moerser Straße und im Umfeld wirken einladend, einige stehen leer.

Duisburgs Stadtteile III
Bilder aus 114 Jahren Stadtgeschichte in...
Duisburgs Stadtteile IV

Dafür ist Hochheide nach Stratenwerths Einschätzung ziemlich gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden, in alle Richtungen gebe es leistungsfähige Verbindungen: „Da kann man wirklich nicht meckern!“

Willi Mohrs



Kommentare
03.01.2012
16:20
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.12.2010
10:27
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von schmitte | #22

Die am schlechtesten vom Schnee geräumten Fußwege in Homberg-Hochheide gibt es vor den Hochhäusern.
Hat dort niemand Zeit?

14.12.2010
09:48
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von sticker printing | #21

Most important thing for any blog is that it use the language that must be easily understandable for all. Because it is key factor for success. So try to keep this factor into consideration as well.

1 Antwort
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von nangie | #21-1

Übersetzung gefälligst?

"Wichtigst für jeden Blog ist, dass sie die Sprache, die leicht verständlich sein soll, für alle verwenden müssen. Denn es ist entscheidend für den Erfolg. Also versuchen Sie, diesen Faktor zu berücksichtigen und auch zu halten.

29.11.2010
16:09
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von prachtstueck | #20

Was haben wir denn bitte für gute Verkehrsanbindungen? Natürlich fahren stolze 3 Busse durch Homberg. Und was ist mit Hochheide? Da sieht es schon wieder anders aus. Es kann auch nicht angehen, dass es schwierig wird nach 20.30Uhr noch nach Homberg zu kommen. Die Nachtexpresse sind auch lächerlin, da sie oft auch garnicht fahren. Natürlich ist Homberg möglicherweise auf dem aufsteigenden Ast, aber ohne eine vernünftige Busverbindung bringen uns die besten Geschäfte nichts...

11.11.2010
17:02
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von hannesvanhomberg | #19

Wo kauft der Bürger ein,bei Lidl Netto Aldi und noch so ein Verein, das Geld holt Ihm die Stadt mit allen Gebühren aus der Tasche, die gründen immer einen neuen Verein klasse. Für den kleinen Kaufmann auch nur Umsatz zählt, der bringt das Geld.Wenn er nichts verkaufen kann ist Er bald ein Bettelmann. Neugründungen auch so ein Ding, sich so mancher Gründer sehr schnell in der Bürokratie verfing. Ja und jeder schreit die Politik muss was tun, doch die ruft eine Bürgerbeteiligung aus und kann sich zurück-lehnen ausruhen.

1 Antwort
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von nangie | #19-1

# 19

dem ist nicht´ s mehr hinzuzufügen!

Die Bürokratie ist hier in Deutschland der größte " Hemmschuh" aller Zeiten, .. und Handicap für alles und jeden Normalbürger!

Frei nach dem Motto:

" Irgendwann werden die schon resignieren und wieder aufgeben!"

Weil kein Mensch mehr durch denn Papierwust und Forumlarkrieg, durchblickt!

Ohne, daß oft wichtige Unterlagen bei diversen Ämtern, noch auf wundersame Weise, "abhanden" kommen.

Finanzamt & Co. - merke: komischerweise aber nur, wenn "Otto Normalverbraucher", was zu kriegen hat.

07.11.2010
10:59
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von dsa | #18

Hochheide wurde von Duisburg sträflich vernachlässigt und mit Problemgruppen zugepflastert.
Das hält die beste Kommune nicht aus.
Wo ist denn die Hilfe der Stadt für den Normalo? Polizei in Hochheide? NADA, das landeseigene Polizeigebäude mit den Kripodienststellen wird sogar aufgelöst, anstatt die Wache dort anzusiedeln.
Ordnungsamt? NADA, nur ein Feigenblättchen sädtischer Präsenz auf der Moerser Straße.
Finanzielle Förderung? NADA, die Mittelverteilung des Konjunkturpakets II ging nahezu völlig an Hochheide vorbei.
Wie soll so ein sozialer und sicherheitspolitischer Mindesstandart hier möglich werden? Ich fürchte NADA! (leider),

04.11.2010
18:20
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von Andrea Doria | #17

Abreißen den Schrott!

03.11.2010
08:53
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von Hochheide in Not | #16

Volle Zustimmung, Hochheide ist noch zu retten!

02.11.2010
16:43
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von besorgte Bürger | #15

Das Bürgerforum Homberg hat für den Umgang mit den Hochhäusern in Hochheide von der Stadt gefordert, die Bebauung aufzulockern und mindestens die Bauruinen abzureißen und durch Grünflächen zu ersetzen. Ebenso wurde von der Verwaltung gefordert, ein Konzept dafür vorzulegen, das die Ausweitung von weiteren Spielhöllen an diesem Standort unterbindet.
Von anderer Seite wird gefordert die soziale Schieflage durch die einseitige Migratenzuweisung vonseiten der Ausländerbehörde in diesen Stadtteil zu überdenken und endlich den Beschluss der Bezirksvertretung umzusetzen, Streetworker einzustellen. Ein großer Konsenz besteht über den Vorschlag, dass angesichts der bestehenden Angsträume durch radikalisierte Jugendliche, die Präsenz von Ordnungskräften erhöht werden muss. Die Forderung wir brauchen für Hochheide die Einrichtung einer Polizeistation zum Beispiel in dem Gebäude des Landesbehörde auf der Moerser Straße, Kreuzung Ottostraße. Die Polizei darf sich nicht in der Seitenstraße in Alt-Homberg verstecken, sondern muss vor Ort sein.
Ebenfalls ist die Aufgabe, d. h. Schließung sozialen Einrichtungen abzuwehren. Bildungseinrichtung, das Stadtteilzentrum, Bibliothek, Fördereinrichtungen für Familien und insbesondere Kinder und Migranten müssen erhalten und ausgebaut werden. Homberg, die Stadt im Grünen, muss bis in den letzten Winkel auch eine soziale Stadt sein.

02.11.2010
09:30
Hochheide – Stadtteil im Schatten der Riesen
von von die | #14

Was passiert denn nun mit den weißen Riesen? Sollte nicht schon längst die Abrissbirne schwingen?

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