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Bombenfund

Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten

23.01.2013 | 06:00 Uhr
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
Wenn der Traum vom Haus zum Alptraum wird: Neue Häuser im Franz-Schubert-Wohnpark in Rheinhausen.Foto: Udo Milbret

Duisburg.  Unter den gerade erst bezogenen Eigenheimen in der Duisburger Clara-Schumann-Straße soll sich laut Luftbildauswertungen eine Bombe befinden. Der Kampfmittelräumdienst will zunächst vom Garten aus versuchen, die Bombe zu lokalisieren. Scheitert der Versuch von außen, muss durch die Grundplatte der neuen Häuser hindurch gebohrt werden.

Ortstermin auf einer Bombe: In dem verschneiten Garten des schmucken Doppelhauses, wo Dienstagmorgen Vertreter von Ordnungsamt, Kampfmittelräumdienst, Bauträger und Eigenheimbesitzer standen, soll sich nach Luftbildauswertungen eine Bombe befinden.

Das Gespräch blieb unaufgeregt, die Atmosphäre ruhig und sachlich. Gewissheit haben die neuen Eigentümer, die rund eine viertel Million Euro für den Traum vom eigenen Haus bezahlt haben, aber immer noch nicht. Ob sich der Bombenverdacht bestätigt, erfahren sie erst kommende Woche. Am Montag will der Kampfmittelräumdienst mit den Sondierungsbohrungen beginnen. „Wir müssen endlich Gewissheit haben. Sonst können wir hier nicht wohnen“, sagt einer der Anwohner.

Nachdem über den Bombenverdacht unter den gerade erst bezogenen Eigenheimen an der Clara-Schumann-Straße in Rheinhausen berichtet wurde, sorgt der Fall bundesweit für Schlagzeilen. Kein Wunder: Eigentlich darf so etwas nicht vorkommen, der Bauträger hätte das Grundstück vor Baubeginn untersuchen lassen müssen — und im September auch sofort die Arbeiten stoppen müssen, als die Stadt ihn über den Verdacht informierte. Bislang ist von einem Bußgeld die Rede, sollte die Stadt das Versäumnis als Ordnungswidrigkeit ahnden.

Kampfmittelräumdienst vor Schwierigkeiten

Dass die Bombe exakt unter dem Haus liegen soll, stellt den Kampfmittelräumdienst vor Schwierigkeiten. Zunächst vom Garten aus wollen die Experten am Montag versuchen, den Blindgänger genau zu lokalisieren. Sollte die Sonde, die sich mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern in die Erde bohrt, aber nichts Metallisches vorfinden, muss durch die Fliesen und die Bodenplatte im Keller gebohrt werden. „Man wird so lange suchen müssen, bis der Verdachtspunkt vollständig ausgeräumt werden kann“, sagte gestern Stadtsprecher Peter Hilbrands.

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    Seite 2: Stufen der neuen Treppe werden vorsorglich in Sicherheit gebracht

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Kommentare
28.01.2013
13:15
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
von ditku | #7

Wenn die Bombe gefunden wird, kann dieser laxe Bauträger seinen Laden dicht machen.

24.01.2013
12:20
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
von Spatenklopper | #6

Nochmal was zum Bauträger und ein kleiner Hinweiß an die betroffenen Anwohner.

Einfach mal bei Google Streetview die Haak Komplettbau GmbH anzeigen lassen, seltsamerweise ist im gleichen Laden noch das Reisebüro Assos.
p.s. Von Bilanzen, die im Bundesanzeiger veröffentlicht werden müssen, ist auch weit und breit nichts zu finden.

Mein Rat, sofort zum Anwalt.

23.01.2013
12:57
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
von Spatenklopper | #5

Ähh, bevor der Kampfmittelräumdienst jetzt aus den Kellerböden ein Sieb macht,
Es gibt sowas wie Bodenradar (sogar für Bohrlöcher) erspart eventuell ne Menge "unnötiger" Arbeit.

1 Antwort
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
von bawalu | #5-1

Bodenradar ist ungeeignet. Ich selbst habe bei der Bombensuche schlechte Erfahrungen damit gemacht. 1. Bodenradar wird durch Grundwasser behindert. 2. Bodenradar zeigt auch größere Steine, Lehmklumpen und ähnliches an. Magnetic ist immer noch das sicherste System.

23.01.2013
10:25
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
von rolf1955 | #4

Vor einigen Tagen sagte ein Geschäftsführer des Bauträgers, dass die Landesbauverordnung nicht für den Bau von Einfamilienhäusern gilt, bezüglich der Auswertung von Luftaufnahmen. Der gute Herr hat sich da gewaltig geirrt. Den Schaden haben jetzt andere, wenn es hart kommt die Hausbesitzer. Jetzt frage ich mich, wer genehmigt solche Bauvorhaben, wenn nicht alle Voraussetzungen erfüllt sind? Berlin gibt es auch im Kleinen, wie man sieht.

5 Antworten
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von Real_Paolo_Pinkel | #4-1

Es gilt vermutlich das vereinfachte Baugehmigungsverfahren (grüner Punkt). Dies ist ein meist formloser Bauantrag auf Errichtung eines Gebäudes. Sofern die Baubehörde nicht widerspricht, darf nach einem Monat mit dem Bau begonnen werden. Ungeachtet dessen hat der mit dem Bau beauftragte GU einen Antrag auf Kampfmiteluntersuchung zu stellen um letzte Zweifel und Gefahren zu beseitigen. Dies wurde hier versäumt. Die Kosten kann letztlich der Bauherr tragen, da davon auszugehen ist, dass der GU seine Bude nun schliesst und unter anderem Namen neu eröffnet. Geiz ist nicht immer geil.

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von Schadeeigentlich | #4-2

Die Landesbauordnung gilt für alle Bauvorhaben und regelt auch, in welchen Fällen das vereinfachte oder das normale Prüfverfahren durchgeführt wird. In dem vorliegenden Fall gilt das vereinfachte Verfahren, bei dem ganz viel Verantwortung bei den Planern, Ausführern und Bauherren liegt. Auch der Prüfumfang und andere Aufgaben der Bauaufsicht sind klar formuliert. Das Problem ist, dass viele Beteiligte die Vorschriften der Landesbauordnung gar nicht kennen und daher auch nicht wissen, welche Aufgaben die Bauaufsicht hat.

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von Schadeeigentlich | #4-3

@Real_Paolo_Pinkel:
Sie vermischen das vereinfachte Genehmigungsverfahren (roter Punkt) mit der Anzeige im Freistellungsverfahren (grüner Punkt). Formlose Bauanträge gibt es nicht.

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von Real_Paolo_Pinkel | #4-4

@Schadeeigentlich Vollkommen richtig! Ist bei uns nicht anders. Wir beauftragen das Prüfverfahren bei jedem neuen Bauprojekt, sei es auf dem Acker oder mitten im Wald. Die Aussage des GF der Haakbau, dass die LBO nicht für die Überprüfung von EFH gilt, sagt schon einiges über seine Qualifikation aus. Die Sache bleibt spannend, wollen wir nicht hoffen, der Kampfmittelräumdienst findet was mit Säurezünder .......

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von Real_Paolo_Pinkel | #4-5

@Schadeeigentlich Okay, ist vielleicht falsch "rübergekommen". Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass beim Freistellungsverfahren, der Bauherr und Architekt für die Einhaltung der baurechtlichen Vorschriften verantwortlich ist.

23.01.2013
09:25
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
von Rakllo | #3

war da nicht die Krankenkasse von Krupp , Zahlen sollen die Eigentümer,oder der Bauträger,versehe ich nicht,das man da einfach was hochgezogen hat,sonst sind die immer so genau,aber bitte nicht den Steuerzahler die Kosten zahlen lassen,soll die Mosche das zahlen

1 Antwort
@Rakllo
von Ismet | #3-1

Im Gegensatz zu den Kirchen in Deutschland, sind die Moscheen in Deutschland Privatfinanziert und werden mit den Mitgliedsbeiträgen und freiwilligen Spenden der Angehörigen Gläubigen Finanziert. Dass die neue Moschee in Duisburg Marxloh eine Förderung bekam ist dem geschuldet, das hier eine Begegnungsstätte aller Konfessionen mit einer angrenzenden Bibliothek gebaut werden sollte (das die Bibliothek immer noch nicht da ist, steht eh auf einem anderen Blatt).
Ich wüsste auch nicht, dass der Bauträger der Moschee angehören würde.

Daher würde ich mir wünschen das Sie etwas Objektiver an die Sache gehen…

23.01.2013
08:24
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
von donfernando | #2

Aha, der Bauträger, der einer vorgeschriebenen Pflicht nicht nachgekommen ist, ist also am Ende haftbar.
Nun wissen wir ja zu gut, was Bauträger in einem solchen Fall machen: Sie machen pleite und anschließend unter einem neuen Namen wieder auf.

23.01.2013
08:18
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von hercules150 | #1

Wer war denn der Besitzer des Grundstücks bevor es verkauft wurde um dort Häuschen zu bauen. War es ein städtisches Grundstück?

1 Antwort
Experten wollen Bombe unter Duisburger Neubauten orten
von vaikl2 | #1-1

Solange nicht gebaut wird, ist Ihre Frage völlig piep. Es gibt keine Eigentümer-Pflicht, auf unbebauten Immobilien konkret nach Bomben zu suchen, ansonsten würde von jetzt auf gleich fast das gesamte Ruhrgebiet umgegraben werden müssen. Im Übrigen *hatte* die Bezirksregierung den Bauträger nach Bekanntwerden der Bauplanung über mögliche Bombenfunde informiert.

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