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Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen

14.06.2012 | 08:00 Uhr
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Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen
Vor den Wahlen zum Studierendenparlament gibt es schon wieder Ärger an der Uni.

Duisburg.   Kommende Woche beginnt auf dem Campus der Uni Duisburg-Essen (UDE) die Wahl zum Studierendenparlament. Im Internet tobt schon jetzt eine Schlammschlacht: Ein Hochschul-Politiker verglich den konservativen Ring Christlich-Demokratischer Studenten mit der NSDAP.

Ab kommenden Montag und für vier Tage finden an der Universität Duisburg-Essen erneut Wahlen zum Studierendenparlament (Stupa) statt. Zuletzt waren die knapp 36.000 Studierenden erst vor vier Monaten zum Urnengang aufgerufen. Normalerweise wird das wichtigste studentische Gremium jährlich gewählt. Die vorgezogenen Wahlen sind das Resultat der unrühmlichen Vorkommnisse während der letzten Wahl (Urnenklau , zwischenzeitige Abschaltung der Wahlrechner, Beleidigungen...).

Jetzt soll die Wahlperiode wieder in den normalen Turnus mit dem Haushaltsjahr gebracht werden. Doch schon wieder sorgen haarsträubende Anschuldigungen einiger Mandatsträger für Wirbel vor der Wahl. Nazi-Vergleiche werden herangezogen und von Verschwendung der Studierendengelder für „linksautonome, gewaltbereite Gruppierungen“ ist die Rede.

RCDS und NSDAP auf eine Stufe gestellt?

So klagt Constantin Wurthmann, Vorsitzender der konservativen Oppositions-Hochschulgruppe Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS): „Der Hochschulpolitische Referent der Uni, Martin Weidner hat den RCDS an der Universität Duisburg Essen mit den Machenschaften und den Taten der NSDAP auf dieselbe Stufe gestellt.“

Weidner habe gesagt: Es sei ein klein wenig so, als hätte jemand die NSDAP neu gegründet. Da sei es auch total egal, ob er inhaltlich und personell mit der alten NSDAP nichts mehr zu tun habe. „Wo die NSDAP die schlimmste Partei in der deutschen Geschichte war, so war (ist?) der RCDS nun mal die schlimmste Liste in der neueren Geschichte der deutschen Hochschulen“, zitiert Wurthmann den AStA-Referenten. Der RCDS ist entsetzt.

Zurückzuführen sei die Aussage nach Ansicht des RCDS auf die Skandale an der Uni innerhalb der vergangenen zwei Jahre. „Mehrfach war auch in verschiedenen Zeitungen darüber berichtet worden. Der Vorwurf der Veruntreuung studentischer Gelder durch Referenten des RCDS war dabei Mittelpunkt der Berichterstattung. Laut Weidner hätte sich der RCDS einen neuen Namen suchen müssen.“

Tatsächlich habe der RCDS nach den Vorwürfen bereits im November angefangen, innerverbandliche Konsequenzen zu ziehen. Der komplette Verband sei umgebaut worden. „Dass ausgerechnet der Referent für Hochschulpolitik eine solche geschichtliche Unkenntnis hat und die noch nicht gerichtlich bestätigten Veruntreuungsvorwürfe gleichsetzt mit den widerlichen Verbrechen der NSDAP und des NS-Regimes ist eine Beschmutzung des Gedenken an die Opfer des NS-Terrors“, so Wurthmann.

Verteidigung ausschließlich auf Facebook

Außerdem hält er es für einen Skandal, dass das Stupa auf seiner letzten Sitzung die finanzielle Unterstützung für ein „No Border Camp“ in Köln sowie eines „Antifa-Camps“ in Dortmund beschlossen hat. „Es werden 8000 Euro für die Unterstützung einer linksautonomen Gruppierung ausgegeben, die nach ihrem Selbstverständnis nicht vor Gewaltakten zurückschreckt, sondern sie auch noch befürwortet“, beklagt Wurthmann.

„Alleine die Tatsache, dass dieses Antifa-Camp bei der Roten Hilfe e.V. ihr Konto führt, hätte den Jusos und Grünen zu denken geben müssen.“ Viele Stiftungen würden neutrale und gute Projekte gegen Rechtsextremisten betreiben. „Man muss nicht linksautonom oder gewalttätig werden, um gegen Rechtsextremismus zu sein“, bemängelt der RCDS.

Martin Weidner war für die Redaktion nicht erreichbar, verteidigt sich aber auf Facebook, wo er auch den NSDAP-Vergleich anbrachte und bezichtigt die RCDS-Verantwortlichen der Lüge und falschen Wiedergabe seiner Aussage. So schreibt der Hochschulpolitische Referent: „In Anbetracht der schlimmen Verfehlungen, welche noch nicht einmal ein Jahr her sind, ist es in meinen Augen verständlich, dass der „neue“ RCDS immer wieder mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Durch meine Aussagen wollte ich lediglich darauf hinweisen, dass der Name RCDS aufgrund der Geschehnisse extrem negativ konnotiert ist.“ Der Name RCDS sei an der Uni fest mit den besagten Vorwürfen verbunden und daher sei es für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar, dass jetzt ein echter Umbruch erfolgt sein soll.

„In Anbetracht dessen verwies ich eben darauf, dass es den neuen Mitgliedern des RCDS bewusst gewesen sein muss, dass sie immer wieder mit den Vorwürfen bezüglich des „alten“ RCDS konfrontiert werden. Um das Ganze auf die Spitze zu treiben und zu verdeutlichen, wie stark der Name RCDS behaftet ist, fiel der besagte NS-Vergleich. Dass die neuen Inhalte des RCDS im Schatten der alten Taten stehen, verdeutlichte ich damit, dass eine fiktiv neu gegründete NSDAP auch immer im Schatten der Geschichte stehen würde“, schreibt Weidner.

Ein „Beispiel, kein Vergleich“

Der Satz „Es ist ja ein klein wenig so, als hätte jemand die NSDAP neu gegründet“, beziehe sich nur soweit auf den RCDS, als dass es ein Beispiel für die Neugründung unter einem negativ behafteten Namen sei.

Zu keiner Zeit habe Martin Weidner damit sagen wollen, dass der RCDS vergleichbar ist mit Taten, Meinungen der NSDAP. Es ginge lediglich um die negative Konnotation des Namens, „was ich in einem sehr drastischen Beispiel ausgedrückt habe. Ein Beispiel und kein Vergleich!“

Sinan Sat

Kommentare
15.06.2012
17:06
Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen
von grandmastr | #15

@11:
Glashaus und Steine, ganz ehrlich wer so oft wie du irgendwelche Sachen behauptet und verbreitet der sollte da ziemlich leise treten. Ich weiß, dass du es anders siehst. Das liegt an deiner monochromen Sichtweise der Dinge. Wobei auch das nicht ganz richtig ist, da es auch in einer monochromen Welt beizeiten mehr als schwarz und weiß gibt, anders als bei dir. Fakt ist, dass die Worte so gefallen sind durch den HoPo Referenten.

Ich halte den Vergleich, so wie er hier passiert ist, für unter aller Sau. Dabei ist es unerheblich ob die zwei (ehemaligen) Mitglieder des RCDS wirklich verurteilt werden oder nicht, was auch noch nicht feststeht.

15.06.2012
07:38
Nazi-Vergleiche
von Stefan2 | #14

Ich finde Nazi-Vergleiche in vielen Fällen doof. Man kann Dinge oder Verhaltensweisen doch auch kritisieren, indem man ihren ausgrenzenden, verdummenden, hetzerischen, ungerechten, aufputschenden und gewalttätigen Charakter beim Namen nennt.

Klar, "Nazi" zu rufen, ist eindeutig die kürzere Variante, weil die deutschen Faschisten es in diesen Dingen zur Weltmeisterschaft gebracht haben. Die Zeit von 1920 bis 1945 ist schon eine gute Orientierung, um Politikstile und -inhalte und deren voraussichtliche Wirkungen einschätzen zu helfen.

1 Antwort
Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen
von jesusonspeed | #14-1

Nur, dass keiner "Nazi!" geschriehen hat.

Kleiner Hinweis dazu:
http://sds-due.de/?p=175

15.06.2012
07:20
Gewalt
von Stefan2 | #13

Ich verstehe nicht, dass der sogenannte RCDS vorgibt, ein Problem mit Gewalt zu haben. Christdemokraten, sobald sie die Macht dazu haben, greifen doch ebenfalls zu Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ziele.

14.06.2012
17:36
Könnten Sie bitte demnächst
von PSorensen | #12

über größere Säcke Reis schreiben?

14.06.2012
17:23
Der Gesetzgeber hilft!
von jesusonspeed | #11

"Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." §187 StGB.

Angewandt jedoch nicht gegen Herrn Weidner, sondern gegen Herrn Wurthmann. Der hier suggerierte Vergleich hat in dieser Form nie stattgefunden, ist vollkommen entkontextualisiert und bietet sicherlich Anlass zu einer Strafanzeige. Herr Weidner hat sich im Übrigen dezidiert gegen die Unterstützung des Camps ausgesprochen und ist mit Sicherheit kein Wannabe-Che, eher ein konservativer Sozialdemokrat. Aber so kennen wir den RCDS an der UDE, ob der Vorsitzende nun Reitter oder Wurthmann heißt...

14.06.2012
16:01
Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen
von Unverkennbar | #10

Wird Zeit, dass die Wannabe-Che-Guevaras aus den AStAs vertrieben werden. Verbreitet eure antideutsche Propaganda woanders.

14.06.2012
14:38
Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen
von drengler | #9

Was da geschehen ist, übertrifft die "Skandalstory" über den Auftritt eines Dortmunder Lehrers bei einer Pro.NRW Veranstaltung bei weitem und ist als "üble Nachrede" sogar strafrechtlich relevant.

14.06.2012
14:34
Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen
von eisenkopf | #8

"Wer Nazi ist, oder rechts bestimmen immer noch wir!" sagen die Linksgrüninnen.
Soweit die Realität.

14.06.2012
13:43
Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen
von Gothaur | #7

Das ist doch wohl ein Witz. Und man muß sich fragen, wie kompetenzlos eigentlich mittlerweile so manche Dozenten sind, wenn sie zu solchen Vergleichen greifen, die eine beschämende Unwissenheit über die die Nazizeit dokumentieren.
Man muß nicht mit den Zielen des RCDS übereinstimmen, aber sich eine solche schmutzige Verunglimpfung zu erlauben, verlangt eigentlich entscheidende Konsequenzen gegenüber diesem Dozenten.
Gruß

1 Antwort
Empörung über Nazi-Vergleich im Wahlkampf an der Uni Duisburg-Essen
von Hagrid | #7-1

Weidner ist als hochschulpolitischer Referent wohl kaum ein Dozent.

14.06.2012
13:34
Ein Vergleich will nicht die Wahrhaftigkeit, sondern Pointierung
von fatih | #6

da hat Martin Weidner schon recht. Aber ich frage mich, warum ist Hitler und die Nazipartei immer präsent zum Vergleich? "Nazi-Vergleiche hinken immer ein bisschen wie Goebbels".

Durch die Gewöhnung an Nazi-Vergleiche, werden die Nazi-Vebrechen relativiert. In Israel stehen solche Vergleiche unter Strafe.

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