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Kriminalität

Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg

28.12.2012 | 15:51 Uhr
Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg
In einer gestellten Szene bohrt ein Einbrecher einen Fensterrahmen auf.Foto: dapd

Duisburg.  Über die Weihnachtsfeiertags zählte die Duisburger Polizei im gesamten Stadtgebiet 53 Einbrüche. Beim Deutschen Kanuverband in Wedau knackten Kriminelle den Tresor und erbeuteten Gold- und Silbermedaillen.

„Das tut schon weh“, sagt Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanuverbandes. Beim Einbruch in den Verbandssitz an der Bertaallee hatten es die Einbrecher gezielt auf den Tresor abgesehen. „Verwüstet haben sie nichts. Und der Stahlschrank ist eigentlich sicher. Aber sie haben wohl viel Zeit gehabt“, vermutet Konietzko.

Bargeld, Gold- und Silbermedaillien

Die Geschäftsstelle hat derzeit Betriebsferien und ist erst am 2. Januar wieder besetzt. Bargeld, Gold- und Silbermedaillen haben die Einbrecher mitgenommen. Dabei handelt es sich zwar nicht um die Medaillen für die Kanu-WM, aber um sogenannte Ehrengaben in Form von Gold- und Silbermünzen. „Sie sind in einer limitierten Stückzahl aufgelegt worden und haben für uns vor allem einen hohen ideellen Wert“, sagt der Verbandspräsident aus Bitterfeld-Wolfen.

Die traurige Normalität

Bereits am Wochenende vor Heiligabend hatten sich Einbrecher an der Tür zur Geschäftsstelle versucht — bis dahin noch erfolglos. „Wir haben die Tür noch neu machen lassen“, sagt Konietzko. Vorgestern stiegen die Einbrecher durchs Fenster ein.

Eine lange Kette von Einbrüchen

Der Fall reiht sich in die lange Kette von Einbrüchen in den letzten Tagen: Insgesamt 53 Einbrüche hat die Polizei seit Weihnachten registriert. Ganz in der Nähe des Kanu-Verbandes hatten es Unbekannte offenbar am gleichen Tag auch auf die Räume von Duisburg-Sport abgesehen, wo sie die Büros verwüsteten. Bei den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Wohnungseinbrüche, die sich quer über das Stadtgebiet verteilen.

Einbrüche
Einbrüche: Was man wissen muss und wie man sich schützt

In weit über der Hälfte aller Einbrüche hebeln die Täter Fenster, Balkon- und Terrassentüren mit einfachem Hebelwerkzeug wie einem Schraubendreher auf. Ein Augenmerk sollte daher auf allen leicht erreichbaren Fenstern wie im Erdgeschoss liegen.

Diese Schwachstellen schützt eine entsprechende Sicherheitstechnik: Laut Polizei scheitern 40% der Einbrüche. Gut gesicherte Türen und Fenster aufzuhebeln, kostet den Täter Zeit und verursacht Lärm.

Über den Einbau technischer Sicherungen berät die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle.

Einbrecher steigen übrigens nicht nur nachts und zu Urlaubszeiten in Häuser ein: Weit über ein Drittel der Wohnungseinbrüche werden tagsüber begangen, die meisten in Großstädten.

Alleine von Donnerstag bis Freitagmorgen hebelten Einbrecher eine Vielzahl von Fenstern und Wohnungstüren auf: Auf der Düsseldorfer Landstraße kamen sie durch die Wohnungstür und entwendeten Bargeld und ein Sparbuch. Am Mismahlshof und an der Feldstraße boten Schlaf- und Badezimmerfenster keinen großen Widerstand. Auch hier entwendeten die Täter Bargeld sowie Laptop und Fernseher. Wohnungen auf der Gablenzstraße und der Westenderstraße erhielten ebenfalls unerwünschten Besuch. Auf der Spichernstraße schlugen die Einbrecher eine Scheibe ein, Am Neumarkt und Am Lindemannshof blieb es beim Versuch. Hier gelangten die Täter nicht in die Wohnungen.

Mehr als 50 Einbrüche

Mehr als 50 Einbrüche über die Weihnachtswoche ist eine stolze Zahl, zur traurigen Wahrheit gehört aber auch: Es ist die Normalität. „Wir verzeichnen im Jahr rund 2000 Einbrüche, 1800 davon in Wohnungen. Im Schnitt sind das grob gerechnet sechs pro Tag. Insofern ist die Zahl der letzten Tage nicht außergewöhnlich“, sagt Polizeisprecher Ramon van der Maat. „Anderseits sind wir eine von drei Großstädten in NRW, in denen die Zahl der Wohnungseinbrüche eben nicht deutlich ansteigt. Wir liegen wieder auf dem Niveau des Vorjahres.“

Weil das in den meisten Städten ganz anders aussieht und die Fälle NRW-weit in der ersten Jahreshälfte um zwölf Prozent gestiegen waren, hatte Innenminister Ralf Jäger erst im Oktober das landesweite Aktionsprogramm „Riegel vor! Sicher ist sicherer“ forciert. Kern der Kampagne ist der dreifache Riegel gegen Einbrecher: Wohnung sichern, aufmerksam sein, 110 rufen.

Ingo Blazejewski



Kommentare
29.12.2012
11:44
Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg
von gambler1 | #6

Leider ist die Argumentation von xxyz | #2 im Kern richtig!

In Hagen ist kurz vor Weihnachten sogar ein Eisenbahnwagen gestohlen worden!

Hier der Artikel:
http://www.derwesten.de/staedte/hagen/dreister-diebstahl-im-gueterbahnhof-hagen-schienenwagen-von-gleisen-gehoben-id7353882.html

29.12.2012
08:34
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.12.2012
20:35
Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg
von JoachimMutz | #4

Heutzutage ist leider Nichts mehr vor Diebstahl sicher - auf der Suche nach der "schnellen Mark" (äh Euro) wird alles versilbert bzw. verschachert - ohne jegliche Rücksichtnahme auf "Werte und Anstand..." Die Grabschändungen sagen doch alles!

Warum nur lagern diese ideell doch so wichtigen Erinnerungsstücke nicht in relativ kostengünstig zu mietenden Banktresoren???
Olympia-Gold-Medaillen sind echt und haben dementsprechend einen hohen "Materialwert!" Aber sei es drum, es ist nun Mal passiert, so ärgerlich es für alle Vereinsmitglieder ist. NOCH besteht die Hoffnung, dass aufgrund auch der Berichterstattung die Diebe ihren Irrtum einsehen und das Diebesgut "finden lassen"... - Hoffen wir mal darauf!

Bleibt die Frage der sicheren Aufbewahrung in Vereinsheimen bzw. Vereinsgebäuden...
Z.B. die in die Diskussion zum Waffenrecht erhobene Forderung, sogar Waffen "lieber zentral in Schießständen" als in den Privatwohnungen der Vereinsmitglieder lagern zu lassen...
Nur grotesk...!

28.12.2012
18:40
Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg
von Karlot | #3

Im Gegensatz zu den Einbrechern, weiß man bei den Schnellfahrern, wo sie zu finden sind.
An der seltsamen Logik von offenbar notorischen Schnellfahrern sieht man, dass die nicht viel Grips im Hirn haben können.

28.12.2012
18:12
Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg
von xxyz | #2

Klauen ist relativ sicher.
Die Aufklärungsrate liegt bei ca. 10 Prozent und die Richter lassen sich zu oft überzeugen, dass das alles nur eine Ausnahme war. Ich kann mich an einen Fall mit einem Mehrfachtäter erinnern, wo die Dortmunder Justiz bei ca. 30 Fällen einer Person schon mit dem Gedanken spielte, ob die Strafe nicht doch mal ohne Bewährung ausfallen sollte.

Bei der aktuellen Justiz können wir uns die Polizei sparen. Die Einbruchszahlen steigen in einigen Ruhrgebietsstädten um 10 Prozent und die Aufklärung sinkt.

Hier sind Innen- und Justizminister gefragt. Es spricht sich langsam in den Wirtschaftszeitungen herum, dass bspw. in Dortmund nur das Verbrechen aufblüht. Solche Titelüberschriften sind nicht geeignet für den Wirtschaftsstandort.

Ich sehe es wie #1. Für die PR-Krimes-Veranstaltung mit dem Rasermarathon sind Polizisten da. Sie blitzen auch gerne in 30er Zonen, wo man keinen Schutz braucht.
Das sind falsche Prioritäten. Leider macht die Presse hier auch mit.

2 Antworten
Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg
von RennYuppieRenn | #2-1

Wieso braucht man in 30er Zonen keinen Schutz?

Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg
von xxyz | #2-2

Es gibt sinnvolle und sinnlose 30er Zone. Ich wurde bspw. schon in einer 30er Zone geblitzt (40 kmh), die direkt an einem Industriegebiet gelegen war. Es gab auf der Fahrspur keinen Fußgängerweg. Hier kann keine Person gefährdet werden. Im Regelfall überquert auch keine Person die Strasse. Kreuzungen etc., die Gefahr ausstrahlen, gab es auch nicht. Das ist für mich eine 30er Zone zum Abkassieren.

28.12.2012
16:42
und, wo ist die Polizei?
von derLabbecker | #1

Beim Blitzmarathon hat man doch auch genug Beamten um 24 h die Blitzer zu bedienen. Ach, aber ich vergaß.... Diebe zahlen nix in die Staatskasse, und die könnten ja auch zurückschiessen, was Autofahrer für gewöhnlich nicht tun...... der Jäger gehört in die Wüste geschickt!

1 Antwort
Diebe klauen Medaillen des Deutschen Kanuverbands in Duisburg
von ratenn | #1-1

Nee, is klar Mann, vor jede Haustür und vor jedes Büro gehört ein bewaffnetes SEK.
An jede Tür sind Bewegungsmelder anzubringen,natürlich mit Kamera Überwachung
und wenn sie Ihren Schlüssel vergessen haben oder im tüdeligen kopp beim Nachbar
klingeln, geht sofort die Selbstschußanlage los.

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