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Poesie und Wortgestöber

04.06.2012 | 19:46 Uhr
Poesie und Wortgestöber
Die Eröffnung des 26. Bücherbummel auf der Kö in Düsseldorf am Donnerstag den 09.06.2011. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf. Von wegen Buch-Krise! 400 000 Besucher erwarten die Veranstalter zum 27. Bücherbummel. 100 Lesungen bieten die 2. Düsseldorfer Literaturtage vom 14. bis 24. Juni.

Das E-Book auf der Kö? Kein Thema beim 27. Bücherbummel vom 14. bis 17. Juni! Bernd Gossens winkt ab für die Arbeitsgemeinschaft der Buchhändler und lacht: „Vielleicht, wenn es ein Wasserdichtes gibt...“ Trotz Krise(ngerede) um das gedruckte Wort: 100 Händler, Antiquariate, Verlage, Kulturinstitute an 80 Ständen entlang des Kö-Grabens, rund 400 000 erwartete Besucher und ein elftägiges Literaturfest mit geballtem Angebot bis 24. Juni, das wertet Gossens als deutliches Signal.

Mit Lokalkolorit

Um das literarische Profil der Stadt zu schärfen, hatten Buchhändler, Literaturbüro NRW, Zakk und Heine-Institut im vergangenen Jahr erstmals rund um den Bücherbummel ihr Angebot zu den „Düsseldorfer Literaturtagen“ gebündelt. „Mit positiver Resonanz beim Publikum und richtiger Festivalstimmung“, blickt Literaturbüroleiter Michael Serrer zurück. 100 Lesungen reden diesmal der Literatur das Wort - zu Wasser, zu Lande, in der Backstube oder dem Kontaktcafé. Selbst die vernetzte Slammer-Szene, so Jochen Molck vom Zakk, habe „den Wert das Live-Erlebnisses von Lesungen, die Atmosphäre der Einmaligkeit“ erkannt.

Eröffnet wird Deutschlands größter Open-Air-Buchladen am Donnerstag, 14. Juni, 11.30 Uhr. Auftakt für die 2. Literaturtage ist am selben Tag, 19 Uhr, mit der Verleihung des Düsseldorfer Literaturpreises an Leif Randt im Kulturforum der Sparkasse.

Lokalkolorit zur „Nacht der Poeten“ am Freitag, 15. Juni in der Kö-Galerie: „Lookalikes“ von der Kö hat Thomas Meinecke in seinem neuen Roman verewigt. Schauspielerin Susanne Tremper zitiert Düsseldorf-Passagen aus Texten von Heine, über Mann bis Thomas Kling. Das Literaturschiff steuert am Samstag, 16. Juni auf Europa-Kurs .An Bord: Marente de Moor, Tochter von Margriet de Moor, Gast des vergangenen Jahres.

Das Heine-Institut freut sich am 17. Juni auf den „Neuen“ von Sten Nadolny, der nach der Langsamkeit jetzt „Weitlings Sommerfrische“ entdeckt hat. Und weil die 100 Plätze im Haus nicht reichen werden, wenn Roger Willemsen fragt: „Was will Literatur?“, zieht man am 24. Juni ins Savoy-Theater. Im Internet ist erstmals die Jury-Sitzung zum Jugendautoren-Wettbewerb „Compete 2012“ am 16. Juni zu verfolgen

Elke Heidenreich spricht am 14. Juni mit Mary Bauermeister über ihr Leben mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen im Schumannsaal des Museum Kunstpalast . In der Reihe „Ortserkundungen“ tauscht sich Autorin Ulrike Draesner im Kontaktcafé Gretna Green am 19. Juni mit Alltagshelden, über das Verhältnis der Geschlechter aus. Harry Rowohlt ist am 20. Juni im Zakk ein spezielles Erlebnis. Christiane Rösinger behauptet am 16. Juni „Liebe wird oft überbewertet“. Ob das „Lassie Singers“- Mitglied auch singt, bleibt Überraschung. Fest steht: „Vier gewinnt“ beim großen Poetry Slam Festival am 23. und 24. Juni. Dem knapperen Etat zum Trotz: ein Programm, das neugierig macht!

Ulrike Merten


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