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Das Beste der Geschichte

30.06.2012 | 15:00 Uhr
Das Beste der Geschichte
Das Leitungsteam des FFT. Ganz rechts Intendantin Kathrin Tiedemann. Foto:Kai Kitschenberg/WAZFotoPool

Düsseldorf. Sieht aus, als müsse man sich im Forum Freies Theater (FFT) keine großen Sorgen um die Zukunft machen. Das Interesse war nie größer, die Akzeptanz nie befriedigender, das Publikum nie jünger als in der vorigen Saison. Eine Einladung zum Berliner Theatertreffen gab es auch, in der Szene so etwas wie ein Ritterschlag. Und so konnte Intendantin Kathrin Tiedemann gestern zum Spielzeitende „die beste Auslastung in der Geschichte des FFT“ verkünden.

Die beträgt 73,5 Prozent in Juta und Kammerspielen und speist sich aus rund 21 000 Besuchern, die 287 Veranstaltungen sahen. Mit dem Beginn der Intendanz Tiedemann habe sich die Auslastung um 33 Prozent gesteigert, verkündete das Leitungsteam; jährlich kamen fünf Prozent Zuschauer dazu. Und: Dreiviertel des Programms besteht aus Koproduktionen und eigenen Veranstaltungen. Nur 25 Prozent sind Gastspiele.

Zusammenarbeit lautet das Gebot der Saison 2012/2013. Zusammenarbeit mit den Zuschauern (siehe Kasten). Mit anderen Ländern wie den Niederlanden. Mit Nachbarstädten wie Bonn. Aber auch mit Düsseldorfern wie Ingo Toben und Gudrun Lange. Beide präsentieren neue Stücke. Während Toben seine jugendlichen Mitspieler fragt, was sie lernen würden, wenn sie den Lehrplan selbst gestalten könnten, dreht sich bei Tänzerin Lange alles um Facetten der Geschichte.

Die Künstler Half Past Selber Schuld zeigen eine Premiere, ebenso Kabawil und das Seniorentheater Seta. Dazu kommen Reihen wie „Geschichten für das neue Jahrhundert“, die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft beleuchten. Hier geht’s um die Familie, aber auch um eine alternde Gesellschaft. She She Pop bringen in ihrer Produktion „Schubladen“ Menschen aus Ost- und West-Deutschland zusammen.

Der Fuchs, der den Verstand verlor

Den Saisonstart am 8. September bestreitet Martin Nachbar mit einem Theater-Spaziergang um die Kammerspiele. Ab 13. September lädt das Team plöger/winkler/becker Menschen ab fünf zu „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“, ein Stück über Demenz. Mit der schönen neuen Theaterwelt beschäftigt sich die Berliner Gruppe machina eX. Ausgestattet aus dem Fonds der Kulturstiftung zockt sie sich mit dem Publikum durch ein interaktives Theatercomputerspiel. Vielleicht eine Alternative in Zeiten knapper Theaterkassen.

Der Etat des FFT ist konstant. Zu 900 000 Euro städtischen Mitteln kommen 227 000 Euro vom Land. Und auch was die Förderung freier Gruppen betrifft, legt das Team selbstbewusst Zahlen auf den Tisch. Im Kulturausschuss hatte Düsseldorfs freie Szene zuletzt mangelnde Unterstützung beklagt. Die „regionale“ freie Szene, sagte Tiedemann, habe am Programm einen Anteil von 60 Prozent, die Probebühnen des Hauses sind ständig belegt. „Wir können uns nicht für sämtliche Theaterinitiativen in der Stadt verantwortlich fühlen. Viele haben andere Konzepte. Es geht auch um eine gewisse Qualität der Vorhaben. Wer hier arbeiten will, muss sich mit unseren Dramaturgen auseinandersetzen.“ Alle Infos unter www.fft-duesseldorf.de

Petra Kuiper



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