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Skurrile Fundstücke

Wenn die Sexspielzeuge im Hotel liegen bleiben

23.07.2012 | 06:00 Uhr
Wenn die Sexspielzeuge im Hotel liegen bleiben
Was in einem Hotel so alles liegen bleibt.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Das hat jeder Urlauber schon einmal erlebt: Beim Kofferauspacken zu Hause fehlt plötzlich der Schlafanzug, die Bürste, das Buch. Jeden Tag bleiben in Hotels etliche Gegenstände liegen – auch in Dortmund.

Absoluter Spitzenreiter ist das Park Inn. Dort bleiben durchschnittlich etwa 50 Fundstücke pro Monat liegen. Im Ibis-Hotel sind es im Mittel 30, im Mercure nur zehn. Zu den häufigsten vergessenen Gegenständen zählen Handyladekabel. „Viele Reisende laden im Hotelzimmer ihr Handy auf und vergessen das Ladegerät in der Steckdose“, sagt Marie Schwab, Sprecherin für Ibis und Mercure.

Basketballschuhe in Größe 53

„Bei uns haben sich so viele Ladegeräte angesammelt, dass wir den Gästen welche ausleihen, wenn sie ihres nicht eingesteckt haben“, sagt Ulrike Mlodzikowski vom City-Hotel.

Zu den häufigsten Fundsachen gehören in Dortmunder Hotels auch Regenschirme, Kosmetikartikel und Kleidungsstücke wie Hemden oder Gürtel. Aber abseits von Ladegeräten und Co. finden die Zimmermädchen oft auch skurrile Gegenstände. Toupets, Gebisse und Sexspielzeug gehören dazu. „Einmal staunte eine Mitarbeiterin nicht schlecht, als sie Basketballschuhe in Größe 53 fand“, sagt Johanna Hilden, Park-Inn-Sprecherin.

Randvoller Reistopf

Ein anderes Mal blieb ein Reiskochtopf, randvoll gefüllt mit Reis, im Zimmer stehen. Der Besitzer einer Schaufensterpuppe meldete sich ebenfalls nie. „Ein Gast hat bei uns mal eine Gummipuppe vergessen“, sagt Ulrike Mlodzikowski vom City-Hotel.

Platz eins der unglaublichsten Funde belegte im Park-Inn eine Unterhose mit eingenähten Geldscheinen im Wert von 1000 Euro. Das City-Hotel kann diesen Fund noch toppen: Dort entdeckte ein Zimmermädchen etliche Bündel Geldscheine im Wert von knapp 6000 Euro, die unter der Matratze versteckt waren. „Wir haben später von der Polizei erfahren, dass der Gast zurückkommen und das Geld holen wollte“, erinnert sich Ulrike Mlodzikowski, „aber in der Zwischenzeit war er verhaftet worden.“

Ein Jahr Aufbewahrungszeit

Durchschnittlich rund 30 Prozent der Reisenden rufen in Dortmund im Hotel an, wenn sie zu Hause merken, dass etwas fehlt. Auf Wunsch werden Fundsachen zum Wohnort nachgeschickt. „Bei uns hat sich einmal eine Frau gemeldet, die unbedingt einen grauen Strickschal wiederhaben wollte“, sagt Ulrike Mlodzikowski. „Da war das Päckchen hinterher teurer als der Schal.“

Fundsachen, die niemand vermisst, werden mindestens ein Jahr lang aufbewahrt und anschließend entsorgt oder verschenkt. Die Hoteliers haben unterschiedliche Erklärungen für das Vergessen ihrer Gäste. „Viele Geschäftsleute reisen morgens übereilt ab“, sagt Ibis- und Mercure-Sprecherin Marie Schwab. „Vielleicht hat der ein oder andere in der Nacht zuvor mehr als einen Absacker getrunken“, sagt Veronika Riepe vom Ringhotel-Drees mit einem Augenzwinkern. Etwas gegen die eigene „Vergesseritis“ tun, ist leichter als gedacht: „Wer von sich weiß, dass er schusselig ist, könnte sich einfach eine Liste machen und alle Gegenstände abhaken“, rät Ulrike Mlodzikowski.

Gegen die „Vergesseritis“

Yvonne Quoos vom NH-Hotel hat einen anderen Tipp: „Einfach alles im Koffer lassen, dann verteilt man nichts im Zimmer.“ Die Mitarbeiter vom Ringhotel-Drees haben sich einen besonderen Service einfallen lassen. Dort fragt eine freundliche Stimme im Fahrstuhl: „Haben Sie an Ihr Handyladekabel gedacht?“

Katharina Klöber



Kommentare
24.07.2012
18:52
Wenn die Sexspielzeuge im Hotel liegen bleiben
von clausalleinzuhaus | #2

Ein gutes Hotel schweigt!

23.07.2012
18:34
Wenn die Sexspielzeuge im Hotel liegen bleiben
von Pucky2 | #1

Ich verstehe nicht so ganz das Problem des Hotels... Die sehen, in welchem Zimmer sie die Sachen gefunden haben und sie wissen, wer dort Gast war, also warum informieren sie den Gast nicht, oder schicken es ihm hinterher?

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