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VHS Dortmund startete vor 100 Jahren mit Kursen über Körperbau

10.06.2012 | 16:46 Uhr
VHS Dortmund startete vor 100 Jahren mit Kursen über Körperbau
Dieter Schütz Pressesprecher der Volkshochschule Dortmund über die älteste VHS im Ruhrgebiet. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. 100 Jahre Volkshochschule – im nächsten Jahr ist es soweit. Dortmund hat die älteste VHS im Ruhrgebiet, die einzige, die schon vor dem 1. Weltkrieg an den Start ging.

100 Jahre Volkshochschule – im nächsten Jahr ist es soweit. Dortmund hat die älteste VHS im Ruhrgebiet, die einzige, die schon vor dem 1. Weltkrieg an den Start ging.

Im Juni 1913 wurde der Volkshochschulverein durch die private Initiative Dortmunder Bürger im „Schwarzen Raben“ an der Han-sastraße gegründet, im Oktober desselben Jahres konnten bereits die ersten Veranstaltungen stattfinden. Mit Vorträgen zum Thema Krankenversicherung begann die Erfolgsgeschichte der Dortmunder VHS, die nur durch die beiden Weltkriege zeitweise ins Stocken geriet.

126 Hörer im Eröffnungssemester

Schon im ersten Programm von Oktober 1913 bis März 1914 finden sich Themenkomplexe, die auch heute noch im Kursprogramm vordere Plätze belegen: Sprachkurse und Informationen rund um die Gesundheit. So waren Vorträge von Prof. Dr. Hans Schroeder über den Bau des weiblichen Körpers und die Hygiene der Frau der „Renner“ im Eröffnungssemester. 126 Hörerinnen wurden gezählt. Ebenfalls im Angebot: Englisch und Französisch und ein Kursus der plattdeutschen Sprache. Auch ein Nutzerprofil gab’s schon für dieses erste Semester. Angestellte, Kaufleute und Lehrer drängte es damals zu mehr Bildung. Der Anteil der Arbeiter lag gerade mal bei mageren 1,44 Prozent.

35 Kurse mit 192 Unterrichtsstunden machten den Anfang. Heute können die inzwischen rund 30 000 Nutzer pro Jahr unter etwa 4000 Kursen im offenen Angebot wählen, das entspricht über 60 000 Unterrichtsstunden.

Hinzu kommen die Auftragsarbeiten in Sachen Aus- und Weiterbildung, die die städtische VHS für Firmen und Dienstleister übernimmt. „Das ist inzwischen ein zweites Standbein für uns“, erklärt Dieter Schütz, Pressesprecher und Öffentlichkeitsarbeiter der Volkshochschule und nennt gleich ein Beispiel. „Wenn ein Unternehmen aus der Metallbranche möglichst schnell Mitarbeiter braucht, die fehlerfrei in Englisch mit Kunden im Ausland am Telefon verhandeln können, dann kommen sie zu uns. Wir haben das nötige Know-How, um diese Leute speziell für ihren Job zu schulen.“

Seit etwa zehn Jahren boomt dieser Geschäftszweig. „Die VHS Dortmund war damals eine der ersten, die solche maßgeschneiderten Seminare und Kurse anbot.“ Auch größere Unternehmen schätzen die Qualität des Angebots. Schütze: „Schulungen für McDonald’s haben wir schon gemacht oder Word-Seminare für Beate-Uhse-Mitarbeiter.“

Heike Becker-Sander

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