Lüdo goes to Hollywood
01.08.2012 | 17:55 Uhr 2012-08-01T17:55:00+0200
Lütgendortmund. Regisseur Thorsten Kramer hat einen Kurzfilm in Lütgendortmund gedreht – der Streifen ist jetzt auf einem Filmfestival in Hollywood zu sehen.
Großes Kino spielt selten im kleinen Lütgendortmund. Die Welt von Glanz und Glitzer machte bislang einen Bogen um den beschaulichen Stadtteil. Doch nun soll ein Film das alles ändern: Der Schauspieler und Regisseur Thorsten Kramer drehte „Ein Traum für Zwei“ in Lütgendortmund und tritt mit dem Kurzfilm im August auf einem Filmfestival im amerikanischen Hollywood an.
„Das ist natürlich der absolute Wahnsinn“, jubelt der gebürtige Dortmunder Kramer über den Erfolg seines Films, dessen Wurzeln in Lütgendortmund liegen. Alles begann vor mehr als einem Jahr: Im Frühjahr 2011 rückte Kramer mit seiner 15-köpfigen Crew in Lütgendortmund an und filmte fast jede Szene direkt vor Ort. Unterstützt wurde der Jung-Regisseur dabei von einem, der den Drehort kennt wie kaum ein anderer: Wilhelm Mohrenstecher, Lütgendortmunder Kaufmann, Gastwirt und Heimatforscher, stellte sein Cafe „Blickpunkt“ zur Verfügung und knüpfte auch Kontakte zu einem örtlichen Modegeschäft, das ebenfalls als Drehort diente. „Herr Mohrenstecher kennt mich schon aus Kindertagen, hat mich aufwachsen sehen und meinen Werdegang verfolgt“, sagt Kramer, den eine „besondere Beziehung“ mit Lütgendortmund verbindet.
In vielen Stunden Arbeit entstand im Dortmunder Westen dann die romantische Mystery-Komödie „Ein Traum für Zwei“, bei dem keineswegs nur Laiendarsteller vor der Kamera stehen: Neben Regisseur Kramer, der im Film auch in der Figur des Tom zu sehen ist, spielen Antonia Fuchs (Nina), Jennifer Opara (Melanie) und Jan Luggenhölscher (Sven), die alle schon bei anderen Fernsehproduktionen mitwirkten, ebenfalls mit. Wie die professionelle Crew arbeiteten auch die Schauspieler kostenlos an Kramers Film, der deswegen aber keine „No-Budget-Produktion“ war: Der Regisseur finanzierte die Kosten von rund 5000 Euro selbst.
Der Kurzfilm „Ein Traum für Zwei“ dauert insgesamt nur 9
Minuten und 48 Sekunden.
Die Handlung ist daher schnell erzählt: Nina und Tom haben
sich noch nie gesehen, aber
immer wieder den gleichen Traum. Obwohl sie sich nicht kennen, träumen sie von einer ersten Begegnung. Es scheint,
als wären sie auf geheimnis-
volle Weise miteinander verbunden . . .
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, findet Kramer. Auch wenn er zunächst große Schwierigkeiten hatte, seinen Film auf einem deutschen Festival unterzubringen: „Hier hat ein Film wie meiner schlechte Chancen. In Deutschland sind eher düstere, dramatische oder sozialkritische Filme gefragt“, sagt Kramer.
Irgendwann dachte er sich: „Ach, was soll es? Ich bewerbe mich gleich im Mekka der Filmindustrie, in den USA, in Hollywood.“ Kramer hatte nichts zu verlieren und hat jetzt schon (fast) alles gewonnen: Am 4. August wird „Ein Traum für Zwei“ beim internationalen „Feel Good Festival 2012“ in Los Angeles gezeigt. Filme mit positivem Ausgang stehen im Mittelpunkt dieses Festivals, das von der New York Film Academy gefördert wird. Hier passt Kramers Debütfilm perfekt. Den Siegern winken mehr als 100 000 Euro als Prämie. Doch daran will Thorsten Kramer noch gar nicht denken: „Ein Sieg wäre nur die Sahne auf dem Kuchen.“
Hochkarätige Gästebeim Festival erwartet
Besonders freut sich der deutsche Regisseur über die positiven Rückmeldungen aus den USA: „Dort hat ein Magazin sogar darüber berichtet, dass endlich auch mal fröhliche Filme aus Deutschland kommen, nicht immer nur die schwere Kost.“
Für Kramer könnte sein Lütgendortmunder Film einen ersten Durchbruch bedeuten, denn: Zum Festival werden Hollywoodhochkaräter wie Tim Allen („Hör mal, wer da hämmert“), Anne Hathaway und Robin Williams als Gäste erwartet. Dann heißt es wirklich: Lüdo goes to Hollywood.
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