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Bad wird für 950 000 Euro saniert

30.05.2012 | 18:23 Uhr
Bad wird für 950 000 Euro saniert
Das Hardenberg-Freibad in Deusen vor 85 Jahren. Foto: Dortmunder Stadtarchiv

Deusen.   Bei schönem Wetter tummeln sich schon mal bis zu 4000 Menschen in Dortmunds größtem Freibad. Das bleibt nicht ohne Folgen: Teile der Sanitäranlagen des 85 Jahre alten Hardenbergbades sind so marode, dass sie abgerissen und neu gebaut werden müssen.

Bei schönem Wetter tummeln sich schon mal bis zu 4000 Menschen in Dortmunds größtem Freibad. Das bleibt nicht ohne Folgen: Teile der Sanitäranlagen des 85 Jahre alten Hardenbergbades sind so marode, dass sie abgerissen und neu gebaut werden müssen. Doch keine Sorge – die Bagger rollen erst nach der Freibadsaison 2012 am Badweg 30.

Der Rat hat für die Sanierung im Dezember 2011 grünes Licht gegeben. 950 000 Euro kostet die Maßnahme, die bis zur nächsten Saison 2013 abgeschlossen sein soll. Abgerissen werden die östlich gelegenen Sanitärräume, zu denen auch die ehemalige Schwimmmeister-Wohnung gehört.

Bis vor einigen Jahren wurden die Räume von den Deusener Falken genutzt. Doch sie sind inzwischen so baufällig, dass die Abrissbirne die einzige Alternative ist. Neu ist dagegen schon der Spielplatz, für den die Huckarder Bezirksvertretung 5000 Euro zur Verfügung stellte. Auch Teile der 65 Meter langen Doppelrutsche werden mit Geld aus dem Haushaltssäckel der BV erneuert. Das Sonnensegel, ebenfalls von der BV vorfinanziert, wird erst nach der Renovierung im nächsten Jahr im Kleinkind-Becken installiert, sagt Sportwelt-Geschäftsführerin Claudia Heckmann.

Die 20 000 Quadratmeter große Anlage soll zudem „offener und überschaubarer werden“, verspricht Heckmann. Der Kabinentrakt im Eingangsbereich bleibt, der Sanitärbereich wird jedoch nach vorne verlagert. Die Technik zieht dann hinten ein.

Seit vergangener Woche, fast genau zum Tag der Eröffnung des Bades am 22. Mai 1927, ziehen die Schwimmer wieder ihre Bahnen in dem Becken – und das bei sommerlichen Temperaturen. Damals war das Wetter alles andere als einladend. „Ein kräftiger Regenschauer ergießt sich schon gleich zu Beginn über die Besucherschar“, schrieb eine Dortmunder Tageszeitung zur Eröffnung.

Bis zu 20 000 Personen sollten sich täglich auf der 5000 qm großen Liegewiese oder im 2000 qm großem „Sandkasten“ tummeln können. Männlein und Weiblein sonnten sich vor 85 Jahren noch getrennt. 1500 qm Liegewiese wurden für das „Frauenluftbad“ mit einem dichten Bretterzaun umgeben. Umkleidekabinen für 1000 Besucher, eine „Massenzelle“ mit drei Abteilungen für zusammen 300 Badegästen kamen hinzu.

Das Schwimmbad war aus Eisenbeton erbaut, 100 Meter lang und 50 Meter breit Wegen des schlechten Baugrunds – das Hardenbergbad steht im Schatten des Kanals auf einer versumpften Wiese – konnte das Becken nur 2,50 Meter tief ausgeschachtet werden. Deshalb durfte der Sprungturm nicht höher als drei Meter sein. Das Wasser floss durch einen Sand-Kohle-Filter direkt aus dem Ems-Kanal in das Schwimmbassin. Die Kosten für das Freibad einschließlich Waschhaus und vier Brauseanlagen betrugen vor 85 Jahren 163 000 Reichsmark – ein Betrag, der damals ungefähr soviel wert war, wie heute 950 000 Euro.

Von Susanne Meyer



Kommentare
30.05.2012
23:11
Bad wird für 950 000 Euro saniert
von xxyz | #1

Das ist doch eine gute Nachricht. Insbesondere für die vielen Kids, die nicht in den Urlaub fahren.

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