Das aktuelle Wetter Dortmund 9°C
Reinoldikirche

Natursteinwand löst sich vom Mauerwerk der Reinoldikirche

13.07.2012 | 18:00 Uhr
Neue Schäden an der Fassade von St. Reinoldi.Foto: Michael Printz

Dortmund.  Zwischen der Natursteinfassade und dem Mauerwerk an der Westseite des Querschiffs klafft großflächig ein faustdicker Spalt. Die Wand wird aktuell gesichert und muss vor dem Winter saniert werden.

Jeder Eigentümer einer Alt-Immobilie weiß es: Ein Altbau ist ein Fass ohne Boden. Nicht anders ergeht es der Reinoldikirche. Bei Sanierungsarbeiten sind genau zwischen dem dritten und vierten Bauabschnitt neue Schäden entdeckt worden: Zwischen der Natursteinfassade und dem Mauerwerk an der Westseite des Querschiffs klafft großflächig ein faustdicker Spalt. Die Wand wird aktuell gesichert und muss vor dem Winter saniert werden.

Begonnen hatte alles auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt 2007. Da bröckelten Steinstücke vom Turm der Stadtkirche herunter. „1,5 Millionen Euro sind inzwischen in die Sanierung von Fassade und Kirchturm gesteckt worden“, berichtet Architektin Susanne Kideys. 550 000 Euro flossen an öffentlichen Mitteln, den Rest brachte die Kirche selbst auf, bzw. Spender . Die Gesamtrestaurierung werde wohl drei Millionen Euro kosten, schätzt Stadtkirchenpfarrer Michael Küstermann jetzt. Geld, das so noch nicht zusammengekommen ist.

Das Geld fehlt

Doch nun drückt der Schuh richtig. Mittendrin diese böse Überraschung: Die Fassade bläht sich oben unter dem Dach bereits bedenklich nach außen. Die Natursteine haben schon keine Verbindung mehr zur Wand dahinter. Und, wie Achitekt Urban Thelen erläutert: Dies sind keine Klinker, sondern dicke, 300 Kilo schwere Natursteine, die statische Funktion für die tragende Kirchenwand haben. Kosten: Vergleichsweise geringe 130 000 Euro. Aber das Geld fehlt.

Nach dem Krieg müssen die Konstrukteure beim Wiederaufbau geglaubt haben, dass eine neue Beton-Einfassung mit Bewehrung, auf der auch das Dach aufliegt, für die Standfestigkeit der Wand reicht. Die Zeit zeigt aber: Es ist nicht so. Schuld ist die nach Westen gerichtete Lage der schadhaften Seite.

Reinoldikirchturm wird restauriert

Thelen: „Die Wetterseite ist durch Regen belastet.“ Wasser dringt durch die Fugen ins Mauerwerk. Im Winter könne dann Frost sein übles Spiel mit den Steinen treiben. Ausdehnen, zusammenziehen. Dieses Werk wirkt in den schadhaften Fugen. Es sei ein „Jo-Jo-Effekt“ mit der Witterung. Das hält auf die Dauer die beste Wand nicht aus. Deshalb müssen die Natursteine der Fassade heruntergenommen und neu hochgezogen werden. Es geht um eine Fläche von ca. 25 Quadratmetern mit einem Gewicht von 50 bis 60 Tonnen. Echte Handarbeit wird das. Diese Arbeit sollte dringend vor dem Winter abgeschlossen sein, zeigt Stadtkirchenpfarrer Michael Küstermann die Eilbedürftigkeit der Baumaßnahme. Alles andere muss erst einmal zurückstehen.

FAKTEN:

  • In einer ersten Sicherungsmaßnahme werden aktuell Stahlträger montiert, die die statisch gefährdete Wand halten. Stadtkirchenpfarrer Michael Küstermann spricht von einer „Notsituation“ und ruft zu Spenden auf, um die 130 000 Euro hereinzuholen. Die Arbeiten sollen vor dem Weihnachtsmarkt und vor dem Winterfrost beendet sein.
     
  • Spendenwillige können per Internet unter www.rettetreinoldi.de ein Antragsformular anfordern oder direkt spenden an „Stiftung St. Reinoldi, Sparkasse Dortmund, BLZ 44050199, Konto Nr. 001 172 280. Betreff „rettet-reinoldi“.

Gerald Nill



Kommentare
15.07.2012
13:56
Natursteinwand löst sich vom Mauerwerk der Reinoldikirche
von Hansilein | #2

Die Kirche schwimmt im Geld. Ich kann vor Spenden nur warnen. Die werden in erster Linie in der Organisation nach oben geschaufelt.

15.07.2012
00:15
Natursteinwand löst sich vom Mauerwerk der Reinoldikirche
von Applebeach4Ever | #1

Um SPENDEN bitten ? Gehts noch ??? Diese Vereinigung kassiert doch Milliarden an Kirchensteuern überall auf der Welt. Da werden doch ein paar Hunderttausend über sein um einen Tempel zu erhalten ?

Und wenn nicht: abreissen. Da wäre dann Platz für ein Geschäfts und Bürohaus in represäntativer Lage ...Kicher...

Aus dem Ressort
Darum bringt Dortmunds modernste Blitze (noch) keine Einnahmen
Fragen und Antworten
Sie ist Dortmunds modernste Blitzanlage: Die Überwachungskamera an der Brackeler Straße. Dummerweise verursacht sie auch die meisten Kopfschmerzen in der Stadtverwaltung. Wir erklären, was mit der Anlage nicht stimmt.
Im Ruhrgebiet verfallen die Immobilienpreise
Immobilien
Eine Studie des Onlinedienstes Immowelt zeigt: Das Ruhrgebiet hinkt dem großen Immobilienrausch in Deutschland hinterher, im Durchschnitt verlieren sie in Städten wie Dortmund und Essen sogar an Wert. Doch das muss nicht automatisch ein Nachteil sein.
"Wir wohnen hier im kleinen Horrorhaus"
Mieter
Ein Vermieter aus der Schweiz lässt seit Jahren ein Mehrfamilienhaus in der Nordstadt verkommen. Mit Geld und vereinten Kräften halten die Nachbarn das Gebäude in Schuss. Jetzt könnte das Haus ein Fall für die Justiz werden.
Watzke redet BVB-Spielern ins Gewissen - Reus fällt aus
Borussia Dortmund
Die Vorzeichen waren vor einer Mitgliederversammlung des BVB schon einmal besser. Finanziell steht der BVB gut da, sportlich miserabel. Hans-Joachim Watzke redete der Mannschaft eindringlich ins Gewissen und nahm die Spieler in die Verantwortung. Auf Marco Reus muss der BVB aber lange verzichten.
Unveränderlich: Neue Semesterticket-Preise stehen fest
Diskussion in der Uni
Im Gespräch zwischen Vertretern des Verkehrsbunds Rhein-Ruhr (VRR) und Studenten über die Preiserhöhung des Semestertickets gibt es noch immer keine Einigung. Luis Jos Castrillo, Vorstandsmitglied des VRR, hat mit Studenten der TU und FH diskutiert. Wir waren dabei.
Fotos und Videos
Kinder zeigen Musical über Müll
Bildgalerie
Fotostrecke
Das Leben im kleinen Horrorhaus
Bildgalerie
Fotostrecke
Mensch stirbt bei Feuer in Marten
Bildgalerie
Fotostrecke
Neues Wohnen im Denkmal
Bildgalerie
Fotostrecke