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Kreativwirtschaft

Er setzt Kampagnen für Google um

15.08.2012 | 18:19 Uhr
Er setzt Kampagnen für Google um

Kreativwirtschaftler haben es im Ruhrgebiet nicht leicht, an die dicken Fische zu kommen. Einfach, weil die mit den großen Augentur in Hamburg, München, Berlin sitzen. „Ich mache mittlerweile fast alles, was Google an Fotos für das Geschäft in Deutschland braucht“, kann Fotograf Markus Mielek von sich sagen.

Markus Mielek hat sich in ein Wagnis gestürzt, um seinen Traum zu verwirklichen: Als Fotograf wollte er Bilder machen, die ihm gefallen – nicht nur für den Kunden. In Dortmund ist das nicht so einfach, findet er: „Es ist schwer, hier für Agenturen zu arbeiten.“ Einfach, weil die mit den großen Namen in Hamburg, München, Berlin sitzen. Also wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit.

Vorstellen bei Agenturen

Nach dem Abi kam die Ausbildung zum Werbefotografen, Möbel wurden seine Models. „Ich habe Wohnräume fotografiert. Menschen waren nur Beiwerk, aber die interessierten mich“, sagt Markus Mielek. Also sattelte er auf, studierte Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund und bekam vor drei Jahren sein Diplom. „Während des Studiums habe ich als Assistent bei einem Fotografen gearbeitet, der viel für Magazine und Firmen macht. So habe ich erste Kunden kennengelernt“, beschreibt der 34-Jährige seinen Berufseinstieg.

Kontakte sind alles in diesem Gewerbe, also baute Markus Mielek sein Netzwerk aus. „Um mich bekannt zu machen, stelle ich meine Arbeit bei Werbeagenturen vor oder verschicke Weihnachtskarten mit Fotografien an potenzielle Kunden.“ Im Rückblick sagt er: „Mir eine Infrastruktur aufzubauen, war anfangs ein großes Problem.“ Auch, weil das Ruhrgebiet bei potenziellen Kunden immer noch durchs Raster fällt, die Szene der Kreativwirtschaft nicht vernetzt ist. „Von der Fachhochschule bleiben einige hier hängen, so wie ich“, erzählt Mielek. „Aber es gibt kein Netzwerk. Das U etwa hat gar nichts mit uns zu tun.“

Der Fotograf hat im Union Gewerbehof an der Huckharder Straße im Norden der Stadt ein berufliches Zuhause gefunden. Hier arbeitet er zusammen mit fünf Mitstreitern in einem Atelier. Hier gibt es andere Kreative, mit denen sich Mielek austauschen kann, aber eher theoretisch. Für ganz praktische Dinge wie etwa eine Lichtanlage muss er selbst sorgen.

Durch viel Eigeninitiative und Fleiß kann Markus Mielek nun behaupten, dass er es geschafft hat. Sein größter Kunde: Google. Für den Internet-Giganten hat der Fotograf jüngst eine Porträt-Serie für die Initiative „Online Motor Deutschland“ umgesetzt. Hier wirbt Google mit Mittelstandsunternehmern, die über Anzeigen bei Google erfolgreich für sich geworben haben. „Ich mache mittlerweile fast alles, was Google an Fotos für das Geschäft in Deutschland braucht“, kann Mielek von sich sagen.

Dieser und andere große Kunden sichern seine Selbstständigkeit. Vor allem aber macht die Arbeit Spaß. „Ich mag es, in Deutschland herumzukommen. Für die Kampagne bin ich durch ganz Deutschland gereist“, erzählt er. „Man weiß nie, was einen vor Ort erwartet und man muss das Beste aus den zwei Stunden, die man zur Verfügung hat, machen“, das spornt den Fotografen an.

Backstage im Ballett

Neben solchen Auftragsarbeiten, sucht sich Markus Mielek auch Aufgaben, bei denen er seiner Kreativität freien Lauf lassen kann, wo er die Bildsprache wählen kann, die ihm gefällt.. „Ich habe Bilder im Kopf, die muss ich loswerden“, verrät er. So entstand eine Bilderserie aus dem Backstage-Bereich des Dortmunder Balletts. „Das war eher ein Reportage-Thema. Da konnte ich die Emotionen einfangen.“ So verwirklich Mielek immer wieder seine Träume.

Maike Rellecke

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