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Fritz Eckenga

„Alles gut? – Ich bin gekommen, das zu ändern“

22.08.2010 | 16:28 Uhr
„Alles gut? – Ich bin gekommen, das zu ändern“

Dortmund. „Alles gut? Ich bin gekommen, das zu ändern“, mit ortsüblicher Herzlichkeit begrüßte Fritz Eckenga Freitag und Samstag beim RuhrHOCHdeutsch-Festival die Gäste im ausverkauften Spiegelzelt am U-Turm. Zu hören war „Fremdenverkehr mit Einheimischen“, Dafür müsse man nur die Haustür aufmachen, schon stünde man völlig unerwartet in Europa: „Und nicht nur in Europa, sondern in der Kulturhauptstadt Europas.“

„Wer braucht
schon den Genitiv?“

Schon bis Köln habe es sich so herumgesprochen, „dass die Ruhr ein Fließgewässer ist und nicht eine bakterielle Durchfallkrankheit wie der Rhein.“ Auch „Ruhrisch“ habe sich als sprachliche Speerspitze erwiesen: „Es ist da, wo Hochdeutsch erst noch hin will. Ruhrisch ist die einzige Sprache, in der der Sprecher von Fall zu Fall entscheiden darf, welchen er nehmen will. Wer braucht schon den Genitiv, wenn man mit dem Akkusativ fragen kann, wen das Fahrrad gehört?“

Zuweilen verkommt Sprache für Eckenga aber auch zu Geräusch, dann, wenn sie in seiner Wohnung „überall aus den elektrischen Geräten“ dringt. In die passe nun die ganze Welt in Echtzeit und die sei schön voll: „Schön voll mit Experten, die uns Mittel-Schlichten immer die ganz komplizierten Sachen erklären.“

Spitzengehirne dächten auch da, wo es weh täte. Sie könnten erklären, warum der Abzug aus Afghanistan mit der Entsendung neuer Truppen beginnen müsse. „Auf der ganzen Welt labert keine Lippe, dank Schweigegrippe“, macht Eckenga sich nicht nur darauf einen eigenen Reim, auch vor vertonter Sprache macht sein Wortwitz nicht halt.

Den Deutschen
aufs Maul geschaut

„Silbermond“, Soundtrack für die schon in der Pubertät Vergreisten, passe in die Diskussion um Minuswachstum und Rettungsschirm: „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt in der nichts sicher scheint.“ Schaut man Deutschland auf das Maul, wie es Eckenga tut, liegt sein Fazit tatsächlich nahe: „Herrschaften, es könnte sein, dass ich einen an der Klatsche habe, aber ich glaub‘, das sind die anderen.“

Silke Rathert


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