Graffiti-Schmierer in Dortmunder U-Bahn filmen sich selbst
27.12.2012 | 17:14 Uhr 2012-12-27T17:14:00+0100
Dortmund. Zerstörte Glasscheiben, aufgeschlitzte Sitze, herausgerissene Leuchten, Schmierereien — jedes Jahr müssen die Stadtwerke 1 Million Euro für die Beseitigung von Vandalismusschäden berappen. In der Nacht auf den 25. Dezember schlugen Graffiti-Schmierer in der U-Bahn-Station Saarlandstraße zu.
Zerstörte Glasscheiben, aufgeschlitzte Sitze, herausgerissene Lampen, Schmierereien - jedes Jahr müssen die DSW 21 eine Million Euro für die Beseitigung von Vandalismusschäden berappen. In der Nacht auf den 25. Dezember schlugen nun Graffiti-Schmierer in der U-Bahnstation Saarlandstraße zu. Auf beiden Seiten der Gleise beschmierten sie die Wände großflächig. Der Schaden vermutlich mehrere 10.000 Euro.
„Es waren fünf Täter wie auf dem Überwachungsvideo zu sehen ist“, so DSW 21-Sprecherin Britta Heydenbluth. Das Quintett sei maskiert gewesen, habe selbst die Schmierereien gefilmt. Die Personen seien - bis auf die Maskierung - sehr gut zu erkennen, etwa Auffälligkeiten an der Kleidung. Die DSW haben Strafanzeige erstattet, das Videomaterial zur weiteren Auswertung der Polizei übergeben. Sicher ein herausragender Fall aufgrund der großflächigen Krakelei.
Täter gefilmt
Wie anhand des Videomaterials zu erkennen ist, schlugen die Täter gegen 0.50 Uhr zu, „weit nachdem die letzte Bahn Heiligabend gefahren ist“, so Britta Heydenbluth. Die Tat sei von der ersten Schicht dann am Dienstag, 25. Dezember, gegen 5 Uhr entdeckt worden. Wie sich die fünf Täter Zugang zur verschlossenen Station verschafft haben, wird derzeit noch geprüft.
Immer wieder haben es die Stadtwerke mit Vandalismusschäden zu tun. Und es ist jedes Jahr etwa die gleiche Summe in Höhe von rund 1 Million Euro, die aufgewendet werden muss, um die Schäden wieder zu beseitigen. Man bemühe sich, die Schäden möglichst schnell wieder zu beheben, um nicht weitere Nachahmungstäter auf den Plan zu rufen. Und bei gesprungenen Glasscheiben, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.
Bis Ende Januar 2013 gestaltet ein junges Künstler-Trio nachts eine weitere Wand der Station Bismarckplatz im Südviertel. Auf einer Länge von circa 100 Metern betätigen sich die Sprayer am Bahnsteig der Linie U 18 in Richtung Hauptbahnhof. Entstehen soll ein bunter Wandel durch die Evag-Geschichte.
Montags ist bei den Stadtwerken meist Glasertag, wenn am Wochenende die Vandalen wieder zugeschlagen haben - und das im gesamten Stadtgebiet. Im Herbst 2011 hatte man sogar ein Pilotprojekt mit so genannten „Crash-Scheiben“ gestartet. Man setzte Scheiben ein, die im im Inneren schon gebrochen waren. Der Erfolg gab den Stadtwerken Recht. Denn diese Scheiben, die zwar teurer waren als normale, wurden aber nicht mehr zerstört. Aber: Die „normalen“ Kunden störten sich an den gesplitterten Glasscheiben. Und so wurde das Pilotprojekt nach knapp einem Jahr wieder eingestellt. Allein die Kosten für die Beseitigung solcher Glasschäden beläuft sich pro Jahr auf rund 200.000 Euro.
Aktion mit dem BVB
Rückläufig sei das Aufschlitzen der Sitze. Denn man greife in den neueren Bussen und Bahnen auf harte Sitzschalen zurück, die nicht mehr aufzuschlitzen seien. Allerdings lassen andere Beschädigungen wie das Zerkratzen der Scheiben - egal ob an Bussen und Bahnen oder an Wartehäuschen - nicht nach.
Auch mit dem BVB hatte man ein Projekt gegen Vandalismus gestartet, da „Fans“ ganze Lampen aus den Stadtbahnen gerissen gerissen und Notbremsen betätigt hatten. Das habe zum Glück nachgelassen.
23:39
Kunst, ist Vandalismus. Werbung auf dem Fenster im Bus oder Zug dafür völlig in Ordnung.
Konsum ist die einzig legitimierte Kultur
11:59
Ich persönlich mag diese bunte amerikanische Kritzelei überhaupt nicht. Was einem nicht gehört darf man auch nicht beschädigen in welcher Form auch immer. Die Täter egal wie alt müssen den Schaden selber bezahlen ob mit Geld oder Haft. Dortmund hat noch Glück, hier in Essen ist das noch schlimmer und alle Tunnelwände sind voll bemalt und sieht echt col Asi aus. Der Einstieg zum Gewaltverbrecher ist damit geschafft. Glückwunsch an die Künstler!
07:34
Sehe das wie viele hier. Es kann zur Verschönerung beitragen und sollte offiziell gehand-habt werden. Zwischen schönem Graffiti (auf legaler Weise) und dem übrigen hirnver-brannten Aktionen besteht ein himmelweiter Unterschied. Leider gilt in Deutschland ein viel zu geringes Strafmaß, erst recht bei Kindern und Jugendlichen. Wer zerstört, stiehlt oder schlägt weiß auch schon mit 10 J. was er tut und gehört bestraft. Wenn sie erst 14 J. o. älter sind hat sich das Verhalten schon so eingeschliffen, dass sie wahrscheinlich straffällig bleiben. Präventionen wären auch toll.
20:28
Bei Renovierung von U-Bahnhöfen könnte man doch weisse Flächen freilassen und die nach Wettbewerben mit Graffiti verzieren und entsprechend beleuchten.
18:34
Das wird immer so weiter gehen, denn nicht ein einziger dieser Verbrecher landet im
Gefängnis!
18:07
10000 € Belohnung aussetzen. Wenn die "Helden"gefasst sind, dürfen die das abarbeiten, bis der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt und das Geld wieder zurückerarbeitet ist. Auch wegem solchem asozialem **** werden die Fahrpreise für alle ehrlichen Fahrgäste ständig teurer. Und sowas zu Weihnachten, dem Fest der Liebe. Pfui.
16:53
Entschuldigung,
selbst die WAZ weiß, dass man auch intelektueller mit dem Thema umgehen kann,
sie selbst berichtet:
Graffiti im U-Bahnhof als Wandel durch die Evag-Geschichte in Essen
http://www.derwesten.de/staedte/essen/graffiti-im-u-bahnhof-als-wandel-durch-die-evag-geschichte-in-essen-id7415161.html
was dem einen seine Kunst, isr für den anderen Schmiererei,
aber so war das it der Kunst schon immer.
15:30
Den Rechtlichen Aspekt mal aussenvor: Das Graffitiy im Aufmacherfoto sieht toll aus, die Schriftzüge harmonieren wunderschön mit der ursprünglichen Bemalung des Bahnhofes, ein wenig schade ist es nur, das hier die Metallbereiche übersprüht wurden.
Schlimm finde ich es immer, wenn Grafity funktionsbereiche beeinträchtigen, beispielsweise übersprühte Fensterscheiben von Zügen. Vielleicht bekommt man das graffityproblem besser in den griff, wenn man diesen Menschen ihre künstlerische Ader auf legalem Wege ausleben lassen würde.
Beispielsweise indem die Gestaltung neuer sowie die Umgestaltung hässlicher Haltestellen an Graffitykünstler ausgeschrieben wird, die Vorschläge einreichen müssen, welche im Internet bewertet werden und der Sieger darf dann seine Station künstlerisch gestalten. Ich kenne in der Stadt viele hässliche Betonflächen, die ein wenig Pepp gut gebrauchen können.
genau meine Meinung!
15:15
Mal abgesehen davon das es eine Sachbeschädigung ist und bleibt: Sieht jovel aus!
10:34
Na und!? Ach "schöne Sachbeschädigung" ist und bleibt verboten. Fremdes Eigentum hat niemand so zu gestalten, wie es ihm gerade passt. Auch nicht farblich abgestimmt.
Ja, stimmt. In Dortmund ist es verboten, anderswo nicht. Das zeigt, dass es bessere Lösungen gibt. Vor allem, wenn eine Stadt die Wahl hat zwischen einer grauen Wand mit hässlichen Tags und fiesen Flecken oder einem schönen Grafitto. Die essener und bochumer Lösung finde ich klüger.