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PCB-Skandal

Envio-Sanierung soll sechs Monate laufen

29.10.2010 | 21:33 Uhr
Envio-Sanierung soll sechs Monate laufen
Mit sechs Monaten rechnet der Arnsberger Gutachter bei der Sanierung des Envio-Geländes. Foto: Rottmann

Dortmund. Die Sanierung des verseuchten Envio-Geländes soll sechs Monate dauern. Diesen Zeitplan nannte die Lüner Firma Taberg, die im Auftrag der Bezirksregierung das Konzept für die Arbeiten erstellt, bei der zweiten Sitzung des Runden Tisches. Viereinhalb Stunden saßen die Akteure unter Leitung der Moderatoren Eberhard Weber und Dr. Frank Claus zusammen. Ein Fazit: „Die Hilfsangebote nehmen Gestalt an.“

Beispiel: die unbefristete kostenlose Rechtsberatung. Davon profitieren alle betroffenen Beschäftigten, Festangestellte wie Leiharbeiter von Envio, auch Mitarbeiter benachbarter Firmen, gewerbliche und private Anlieger sowie angrenzende Kleingärtner. Das Landesumweltministerium hat die Anwaltskanzlei Marc Oldemeyer, Prinz-Friedrich-Karl-Straße 29, 44135 Dortmund, Telefon 0231/55 70 230, mit der Rechtsberatung beauftragt. Die Kanzlei nimmt zunächst Anrufe der Betroffenen entgegen und bietet dann nach Absprache mit der Verbraucherzentrale persönliche Beratungstermine an. Eine spätere juristische Vertretung der Betroffenen ist darin nicht eingeschlossen.

Beispiel: medizinische Betreuung. Das vom Aachener PCB-Spezialisten Prof. Dr. Thomas Kraus geleitete Untersuchungsprogramm wird lebenslang fortgeschrieben. Allen bekannten Wirkungen der Vergiftungen wird in Langzeittests nachgegangen. Bei Therapiebedarf wird umgehend ein Spezialist vermittelt. 200 Personen sind bislang in dem Betreuungsprogramm erfasst. Doch es gibt eine Dunkelziffer: Zehn Prozent der betroffenen Arbeitnehmer allerdings haben sich noch nicht gemeldet.

Beispiel: Wohnungssanierungen. Viel mehr Envio-Beschäftigte als bisher angenommen haben ihre Arbeitskleidung zu Hause waschen müssen. In der Folge sind viel mehr Wohnungen als vermutet mit krebserregendem PCB-Staub belastet. Die ersten Messungen sind angelaufen. Weitere folgen. Die Reinigungskosten trägt die zuständige Berufsgenossenschaft (Kontakt: Gabriele Scheibe, Telefon 0201/ 37 78 5002).

Beispiel: offenes Ohr. Politiker und Behördenvertreter nehmen sich demnächst einige Stunden Zeit, um sich die Sorgen und Erwartungen von Arbeitnehmern anzuhören. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit sollen sich Vertreter des Runden Tisches hautnah von den Nöten der direkt Betroffenen des Giftskandals überzeugen. Das Treffen ist in einer der Werkshallen auf dem Envio-Gelände geplant.

Beispiel: Arbeitsvermittlung. Fünf Ex-Envio-Kräfte stehen derzeit wieder in Lohn und Brot. Eine Person steckt in der Qualifizierung. Zwei sind noch arbeitslos. Auch hier gilt: Nicht alle Leiharbeiter sind bisher bekannt.

Beispiel: Transparenz. Ende November treffen sich Gutachter, BI, Runder Tisch und Michael Müller, PCB-Berater der Vereinten Nationen, zum „Fachgespräch Sanierung“. Die Initiative kam von Regierungspräsident Prof. Gerd Bollermann. „Ein deutliches Zeichen dafür, dass er sich öffnet“, lobt Weber.

Zur Sanierung: Am Dienstag, 2. November, liefert Taberg das Gutachten für das Zelt. Die Bezirksregierung ordnet dann bei Envio die Sanierung des Bereiches an. Die weiteren folgen später. Läuft alles glatt, könnte das Areal im Mai 2011 sauber sein.

Klaus Brandt

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