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Betrüger bot Karten für das Pokal-Finale an

04.01.2013 | 16:02 Uhr
Betrüger bot Karten für das Pokal-Finale an
Ein Betrüger bot Karten für das Pokalfinale 2012 zwischen Borussia Dortmund und Bayern München an.Foto: Stefan Reinke

Dortmund.   Zwar standen die Gegner für das DFB-Pokal-Finale in Berlin im März 2012 noch nicht fest, doch ein optimistischer BVB-Fan zückte schon mal 500 Euro für vier Karten. Auf die Tickets wartete er jedoch vergebens. Wegen Betrugs muss der 24-jährige Verkäufer jetzt 1300 Euro Geldstrafe zahlen.

Fußballbegeisterung kennt in Dortmund bekanntermaßen keine Grenzen: Zwar war im März 2012 überhaupt noch nicht abzusehen, ob Borussia überhaupt das Pokalfinale erreicht – geschweige denn, auf welchen Gegner man trifft. Nichtsdestotrotz zückte ein Fan 500 Euro für das Spiel am 12. Mai im Olympiastadion . Die im Internet bestellten vier Karten hat er allerdings nie gesehen.

Wie wird er sich erst später geärgert haben, beim 5:2 Triumph über die Bayern nicht live dabei gewesen zu sein. Der Fan war einem ausgebufften Kartenbetrüger auf den Leim gegangen, der jetzt im Amtsgericht für seine schäbigen Tat zur Kasse gebeten wurde: 1300 Euro Geldstrafe muss der 24-Jährige zahlen, so lautete das Urteil des Amtsrichters Christian Henze.

Amtsgericht
Gefängnisstrafe für Betrug mit BVB-Karten

Mal waren es Karten für das Revierderby gegen Schalke, mal Dauerkarten für die nächste Saison . In 23 Fällen versprach ein Betrüger vor allem von BVB-Fans Ticktets, die er nie besaß, sich aber bezahlen ließ. Das Urteil des Amtsgerichtes: Zwei Jahre und sechs Monate Haft.

Mit dieser Gesamtstrafe ahndete das Gericht zusätzlich zwei weitere, ähnlich gelagerte Betrügereien aus der Vergangenheit. Die Masche war stets so einfach wie wirkungsvoll: Der Mann bot im Internet Karten für attraktive Spiele an, erbat Vorkasse, und kaum war das Geld überwiesen, da tauchte er ab.

Betrüger schnitt sich in den eigenen Finger

Bei dem letzten Betrug mit den vier Karten für das Pokalfinale hat sich der Betrüger jedoch auch in den eigenen Finger geschnitten: Da hatte er nämlich das Konto seiner Frau angegeben, und zwar ohne deren Wissen. „Sie hat mich dann verlassen, ich habe einfach zu viel Scheiße gebaut“, meinte er kleinlaut.

Amtsrichter Christian Henze machte ihm noch einmal mit deutlichen Worten klar, wie übel seine Kartenbetrügereien sind. „Da sind vielleicht Leute dabei, die sich das vom Munde abgespart haben“, meinte er und wetterte weiter: „Das ist einfach eine Sauerei.“

Der Betrüger sah zu Boden und gelobte Besserung: „Ich habe mein Konto gekündigt und es gibt auch gar keine Möglichkeit mehr für mich, ins Internet zu gehen.“

Kathrin Melliwa



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