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Jagd

Die Vorurteile jagen mit

12.12.2012 | 06:00 Uhr
Die Vorurteile jagen mit
Waidmannsheil: Die Jagdhornbläser blasen zur Jagd.Foto: Jo Gernoth

Hervest.   Strahlend blauer Himmel, Minusgrade und etwas Schnee: ideale Bedingungen für den Jäger, um auf den Feldfluren der Region seiner Passion nachzugehen. Klaus-Dieter Grütering ist, seit er denken kann, Jäger. Sein Großvater war Jagdpächter des Reviers rund ums Dorf Hervest und der Wenge.

Strahlend blauer Himmel, Minusgrade und etwas Schnee: ideale Bedingungen für den Jäger, um auf den Feldfluren der Region seiner Passion nachzugehen. Klaus-Dieter Grütering ist, seit er denken kann, Jäger. Sein Großvater war Jagdpächter des Reviers rund ums Dorf Hervest und der Wenge.

Genau dort traf er sich am Samstag mit rund 20 Freunden, um seiner umstrittenen Passion nachzugehen. Die Jagd spaltet die Gesellschaft: Für die einen ist sie praktizierter Naturschutz und für den Erhalt von Flora und Fauna unerlässlich. Für die Gegner ist sie das, als das sie einst vom ersten Bundespräsidenten der Republik, Theodor Heuss, gebrandmarkt wurde: Die Jagd sei eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit, vermutete der als spröde bekannte Schwabe einst.

Keine herzlosen Tiermörder

Um es vorweg zu nehmen: Die Jäger aus der Wenge sind keine herzlosen Tiermörder, sondern verantwortungsbewusste Menschen, die sich einem von Brauchtum und wissenschaftlicher Erkenntnis geprägtem Handwerk verschrieben haben, das nicht mit dem Traktor Ernte hält, sondern den Lohn von Hege und Waidwerk mit der Flinte einfährt.

„Meine Damen und Herren, zeigen sie ihrem Waidgenossen ihren gültigen Jagdschein. Nur mit diesem dürfen sie die Waffe führen“, sagt Jagdherr Grütering. Gewissenhaft wird der grüne Führerschein kontrolliert. Grütering gibt die Jagdregeln bekannt, die in einem Lehrgang gepaukt wurden und währenddessen er das laut tut, bellt nicht einmal einer der Hunde.

Die ewig alten Rassen Drahthaar, Münsterländer & Co. an den Leinen sind Spezialisten, unabdingbare Begleiter der Jäger. „Der Finger bleibt gerade, wenn sie kein eindeutiges Schussfeld haben. Fasanenhennen sind zu schonen. Wer seinen Hasen geschossen hat, der lässt beim Anblick den Zweiten laufen. Wir werden auf acht Feldern jagen. Waidmannsheil“, bestimmt der Jagdherr.

Gejagt werden darf das, was der Gesetzgeber erlaubt: Fasanenhähne, der Fuchs, die Taube, Enten und Wildschweine, die sich in die Niederwildreviere drücken.

Aufbruch zur Jagd

Es geht ein Ruck durch die Runde: Hugo Berkel, seit Jahrzehnten passionierter Jäger, hebt sein „Fürst-Pless-Horn“: drei weitere Jäger sind ebenfalls mit dem Brauch des Jagdhornblasens vertraut. Aufbruch zur Jagd blasen Berkel und seine Freunde in den blauen Himmel und gegen die Vorurteile an.

Ja, Grütering und seine Waidgefährten erschießen ihre Ernte: bevor aus dem Fasan ein Wildparfait wird, die Hasen sich ins beliebte Hasenpfeffer verwandeln, wird getötet. Nach den Regeln des Jagdgesetzes und nicht nach niederem Trieb. Die Tiere finden ihr Ende dort, wo sie gelebt haben. Ihr Fluchtreflex ist natürlich.

Und bevor den Jägern die Mordlust unterstellt wird, sollte man an die wahrlich armen Schweine denken, die zum Schnitzel wurden.

Jo Gernoth


Kommentare
15.12.2012
22:51
Die Vorurteile jagen mit
von Catman55 | #4

Die Lobby der Jägeranhänger ist in der Politik sehr weitreichend. Sogar bis hin zu manchem Grünen. Da bin ich schon erstaunt, dass man meinen letzten Kommentar in "Jäger soll wildlebenden Wolf erschossen haben" noch nicht blockiert hat.

Vielleicht sind wirklich nur die Fakten nicht erwünscht? ;-)

15.12.2012
09:17
Die Vorurteile jagen mit
von BeckyT | #3

Warum werden hier schon wieder jagdkritische Beiträge blockiert? Passt dem Herrn Redakteur nicht, dass die Bevölkerung Widerworte gibt? Sind die Fakten gegen die Jägerei zu unbequem? Wankt das Bild des naturschützenden Hobbyjägers?

12.12.2012
08:05
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.12.2012
06:22
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

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