„Hausbesitzer auf die Füße treten“
26.07.2012 | 17:52 Uhr 2012-07-26T17:52:00+0200
Fast schon ein Jahr verunstaltet die Brandruine die Alte Bahnhofstraße
„Wir werden unseren Druck auf den Hausbesitzer jetzt erhöhen“: Norbert Busche (SPD), Bezirksbürgermeister in Langendreer, ist mit seiner Geduld am Ende, spricht man ihn auf die Brandruine Alte Bahnhofstraße 214 an, in der der Club Zwischenfall Zuhause war.
Fast ein Jahr ist es jetzt her, dass das Gebäude ausgebrannt ist. 43 Bewohner verloren im August 2011 ihr Zuhause. Der Hausbesitzer erweckte lange den Eindruck, er wolle einen Wiederaufbau. Norbert Kurtz, der den Club vor 28 Jahren eröffnet hatte, glaubte nie daran: „Ich habe meine Konzession schon Ende letzten Jahres abgebeben; mir war klar. auch 2012 würde dort nichts passieren.“
Unlängst bekam er Post von seinem ehemaligen Vermieter, in der dieser darauf hinwies, dass er nicht länger die Absicht habe, den Geschäftsbetrieb weiterzuführen. Noch immer wird die Brandruine bei einem Internetanbieter als „Abrissgrundstück in bevorzugter Lage“ zum Kauf angeboten, noch immer wird dafür ein Preis von 399 000 Euro verlangt.
Es müssen „massive Maßnahmen“ getroffen werden
Nach wie vor ist der Gehweg vor der Ruine durch Bauzäune abgesperrt. Fußgänger müssen zwangsläufig auf die stark befahrene Fahrbahn ausweichen, die Situation wird häufig verschärft, weil dort Fahrzeuge parken. Norbert Kurtz: „Der Bereich ist stark frequentiert, weil er zur S-Bahn führt, auch eine Buslinie kreuzt die Ecke. Das ist für Passanten enorm gefährlich.“
Die Bezirksvertretung Ost hat einstimmig beschlossen, dass, so Busche, „massive Maßnahmen“ getroffen werden müssten. Die Verwaltung wurde mit Dringlichkeit aufgefordert, entlang der gesamten Absperrung durch bauliche Eingriffe eine erkennbare Fußgängerfurt zu schaffen. „Der Eigentümer oder die Versicherung soll als Verursacher zur Kostenübernahme herangezogen werden“, so der Bezirk. Norbert Busche: „Unser Beschluss ist jetzt beim Amt für Ratsangelegenheiten, die Fachämter werden reagieren müssen.“
„Der Bau kann nicht auf Dauer als Ruine liegen bleiben“
Weitere Maßnahmen wären sogenannte Ersatzvornahmen: „Wer ein Grundstück vernachlässigt, zumal, wenn Gefahr davon ausgeht, dem kann angedroht werden, dass die Stadt auf Kosten des Hauseigentümers eine Firma mit der Sicherung oder gar mit dem Abriss beauftragt.“ In jedem Fall müsse der Bau gesichert werden. Busche: „Wir wollen dem Eigentümer auf die Füße treten, damit er sich endlich bewegt. Der Bau kann nicht auf Dauer als Ruine liegen bleiben.“ Der Hausbesitzer müsse sich von seinen Preisvorstellungen beim Verkauf des Grundstücks verabschieden: „Die Erwartung, dass jemand so viel zahlt, um später allein für den Abriss noch einmal große Summen investieren zu müssen, kann nicht erfüllt werden.“
Es muffelt in der Ruine
Norbert Kurtz, der sich auch in dem Verein „Langendreer hat’s“ engagiert, findet: „Die Ecke sieht seit einem Jahr schlimm aus. Unser Verein will mit seinen bescheidenen Mitteln das Areal aufwerten, u.a. ist geplant, den Tunnel unter der S-Bahn zu verschönern. Und mittendrin dann so ein Schandfleck. Die Gewerbetreibenden sind stinksauer.“ Auch deshalb, weil es in der Ruine muffelt: Der viele Regen habe die Schimmelbildung begünstigt: „Der Bau ist ja offen, und das kann alles nicht richtig trocknen. Der Gestank ist schon im Vorbeigehen wahrnehmbar.“

12:38
Nachdem sich in Kürze im Dieler-Haus eine renommierte Drogeriemarktkette einmietet, sollte man sich über eine weitere Aufwertung des Ortsteils Alter Bahnhof Gedanken machen. Langendreer fehlt ein gutes 2 - oder 3- Sterne Hotel. Die Lage an der S-Bahn wäre hier zur Erkundung des Ruhrgebiets oder für Messebesuche ideal. Im unteren Teil Geschäftslokale oder auch eine Hotelbar -/Lounge-/Cafe. Das könnte passen.