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Langendreer

Amtsgericht präsentiert sich zum Geburtstag als architektonischer Leckerbissen

02.04.2009 | 13:12 Uhr

Langendreer. Herzlichen Glückwunsch, altes Haus: Das Langendreerer Amtsgericht feierte jetzt seinen 100. Geburtstag.

Vorm Haupteingang verbreitete Drehorgelspieler Kurt Mischak historisches Flair (Bild). Er trug dabei eine preußische Pickelhaube, wie sie die Polizisten vor 100 Jahren aufgesetzt hätten (wenn auch nur einen Nachbau, denn Originale werden laut Mischak heute zu Preisen von ca. 1 500 Euro gehandelt). Auch im Inneren wartete ein klingendes Programm: Ein Bläser-Quintett der Musikschule, die wie viele andere Institutionen einmal im Gericht untergebracht war, sorgte für festliche Atmosphäre im Treppenhaus, das mit seinen imposanten Säulen und verspielten Treppengeländern einen wahren architektonischen Leckerbissen darstellt.

Tatsächlich zum Anbeißen präsentierte sich das historische Gebäude dann, als Bezirksverwaltung und ARGE, der heutige Hauptmieter, zu einer Stärkung baten: Sie präsentierten das Amtsgericht in Form einer Torte, die SPD-Ratsfrau Rosemarie Busche Etagen-weise portionierte.

Die Gäste – unter ihnen auch ein Justiz-Veteran, der das Original-Dokument zum Arbeitsantritt von 1950 mitgebracht hatte – durften sich danach im Hause umsehen, und zwar auch in Ecken, die normalerweise nicht zugänglich sind. So gibt es neben dem Haupttreppenhaus noch einen zweiten Aufgang, in dem sich die Vorführzellen für die Angeklagten befinden. An deren Wänden kann man heute noch die – in einer Familienzeitung nicht zitierfähigen – Sprüche lesen, die bis 1978 an die Wände geschrieben wurden. Aus dem Neben-Treppenhaus gelangt man direkt in den Sitzungssaal, der heute als Trauzimmer dient und in dem sich bereits 180 Paare das Ja-Wort gegeben haben. Und auf dem angrenzenden Balkon, so erinnerte sich Bezirksbürgermeister Norbert Busche, standen früher immer die Redner bei den großen Demonstrationen, die am 1. Mai Tausende auf den Amtsplatz lockten.


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