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Chancengleichheit

Steiniger Weg zur Gesamtschule für Balver Kinder

04.02.2010 | 07:00 Uhr
Steiniger Weg zur Gesamtschule für Balver Kinder

Balve. Chancengleichheit ist es, die Udo Krause und seine Mitstreiter für ihre Kinder fordern. Denn bei einem simpel wirkenden Thema scheint es für die Balver Eltern unüberwindbare Hürden zu geben: Bei der Auswahl der weiterführenden Schule.

Die Krauses möchten ihren Sohn auf eine Gesamtschule schicken. Zur Auswahl stehen Werdohl, Fröndenberg und Hemer. Das Problem: „Balve zählt zu keinem der drei Einzugsgebiete. Es wird auf keiner der Schulhomepages erwähnt”,sagt Udo Krause.

Richtig schwierig wird es, wenn es um den Schulweg geht. Einen dicken Schnellhefter füllen die Ausdrucke des Emailverkehrs mit der Bezirksregierung, dem Ministerium für Schule und Weiterbildung und der Stadt Hemer. „Keiner fühlt sich zuständig, immer werde ich an andere Stellen verwiesen”, sagt Krause.

Um kurz nach 5 aus dem Haus

Um nach Hemer zu kommen, müssten die Kinder um 5.49 Uhr in den Bus am Balver Schulzentrum steigen — nachdem sie die Anfahrt aus den umliegenden Dörfern hinter sich haben.

„Die Stadt Hemer argumentiert, dass unsere Kinder aus wirtschaftlichen Gründen nach Fröndenberg zur Schule gehen könnten”, sagt Krause. „Aber das ist Kreis Unna und viel weiter entfernt.” Wer die Fahrt zur Schule — sei es Werdohl, Fröndenberg oder Hemer — bezahlen würde, das konnte Krause bislang nicht in Erfahrung bringen.

„Wir sind bereit, einiges auf uns zu nehmen, aber ich kann meine Tochter nicht um kurz nach fünf zu Fuß von Beckum nach Sanssouci schicken”, sagt Heidi Geringswald. Von dort müsste das Mädchen mit dem Hönnetal-Express nach Menden und dann mit Bussen nach Hemer fahren.

Kein Politiker kam zum Treffen

Zu einem Informationstreffen hatte Krause auch die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft, die Bezirksregierung, die Stadt Hemer und Landrat Thomas Gemke eingeladen — gekommen und auch abgesagt hat keiner.

Am meisten verärgert sind die Eltern über die unklaren Zuständigkeiten: „Wir möchten wissen, wer uns weiterhelfen kann”, sagt Udo Krause. Und das möglichst schnell: Denn die Anmeldungen laufen bereits, Anfang der Woche werden auch die Krauses wisssen, ob ihr Sohn in Hemer angenommen worden ist. Nur wie es dann weitergeht — das ist noch offen.

Nächstes Treffen für betroffene Eltern

Am Dienstag, 9. Februar, wird es um 19 Uhr ein weiteres Treffen im Haus Padberg geben für Balver Eltern, die sich für einen Gesamtschul-Besuch ihrer Kinder — auch erst im nächsten Jahr — interessieren.

Mariella Trilling

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