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Holzeinschlag sorgt für dicke Luft in Eisborn

04.07.2012 | 18:01 Uhr
Holzeinschlag sorgt für dicke Luft in Eisborn
Foto: Richard Elmerhaus

Eisborn. Dort, wo über Jahre der „Grause Baum“, das Wahrzeichen des Ortsteils Eisborn stand, soll ein Aussichtsturm für die Wanderer gebaut werden. So der Plan von Rheinkalk und Stadt Balve, deren Politiker sich in der September-Sitzung mit dem Vorhaben des Mendener Unternehmens und des Heimatvereins Eisborn/Asbeck beschäftigen werden.

Noch bevor der Stadtrat die Thematik behandelt, sind einige Eisborner verärgert. „Es ist eine Sauerei, dass wir als Bürger nicht informiert werden. Weder der Heimatverein noch Rheinkalk sagen etwas zu dem geplanten Aussichtsturm. Alles wird hinter verschlossenen Türen besprochen. Der ganze Wald wird abgeholzt“, schimpfte gestern Morgen eine Eisbornerin im Gespräch mit dieser Zeitung.

Roger Mertsch, Förster bei Rheinkalk, kann die Aufregung nicht verstehen. „Wir befinden uns noch in der Planung. Derzeit sind wir dabei, unseren Wald zu durchforsten. Eine Maßnahme, die auch ohne den geplanten Bau des Aussichtsturms von uns durchgeführt worden wäre“, sagt Mertsch, der für den Forstbetrieb von Rheinkalk verantwortlich ist. Nach seiner Meinung war es nicht erforderlich, die Öffentlichkeit über die Durchforstung zu informieren.

Dass die Eisborner nicht gewusst haben, dass der Bau eines Aussichtsturms im Gespräch ist, kann der Förster nicht ganz nachvollziehen. Denn diese Maßnahme, die Roger Mertsch mit der Stadt Balve abgestimmt hat, ist bereits im Heimatverein Eisborn/Asbeck Thema gewesen. „Wir haben in einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung über das Vorhaben von Rheinkalk informiert“, erklärte Thomas Kasperski, der sich mit Details über den geplanten Bau zurückhält.

„Es gibt eine klare Absprache zwischen Rheinkalk und dem Heimatverein Eisborn/Asbeck. Die sieht so aus, das Roger Mertsch Auskünfte erteilt, weil er der Projektleiter ist“, sagt Kasperski und fügt hinzu: „Wir wollen aus dem Bau des Aussichtsturms kein Geheimnis machen.“

In diese Kerbe haut auch Roger Mertsch: „Die Notwendigkeit, an die Öffentlichkeit zu gehen, haben wir deshalb nicht gesehen, weil wir ja noch gar genau nicht wissen, ob der Rat der Stadt Balve dem Bau zustimmt. Weil wir noch nichts in der Hand haben, wollen wir uns auch nicht über ungelegte Eier unterhalten“, sagt der Förster, der nicht nur den Wald von Rheinkalk durchforstet. Er wird auch einige Bäume im Bereich des geplanten Aussichtsturms fällen lassen.

Dafür gibt es nach seiner Meinung einen ganz einfachen Grund: Um die Sicherheit des Turms zu gewährleisten, sei der Holzeinschlag erforderlich, sagt der Projektleiter, der die geplante Maßnahme im Bereich des Ebbergs als eine Offensive von Rheinkalk sieht. „Wir wollen Präsenz in Eisborn zeigen. Mit der Errichtung des Aussichtsturms auf dem Gelände der Stadt Balve etwas für das ganze Dorf.“

Nach Abschluss der Maßnahme wird laut Roger Mertsch der Heimatverein Eisborn/Asbeck die Trägerschaft über den Aussichtsturm übernehmen. Sollte der Stadtrat der geplanten Maßnahme zustimmen und der Bauantrag vom Märkischen Kreis genehmigt werden, kann es durchaus sein, dass die Eisborner, aber auch alle auswärtigen Wanderer, im nächsten Jahr den Blick vom Aussichtsturm, dem eventuell neuen Wahrzeichen des Dorfs, genießen können.

Von Richard Elmerhaus



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