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Katastrophenhelfer

Balver THW im Einsatz am eingestürzten Kölner Stadtarchiv

20.05.2009 | 20:05 Uhr

Balve/Köln. „Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man auf Schutt des 4. Stockwerkes des Stadtarchivs in neun Meter Tiefe trifft”, macht THW-Zugführer Markus Sierpinski die besondere Situation an der Kölner Einsatzstelle deutlich.

Blumen erinnern an die beiden Menschen, die beim Einsturz des riesigen Gebäudes ihr Leben verloren.

Eine Woche lang war das THW Balve mit fünf Einsatzkräften vor Ort. Weitere Unterstützung kam aus dem Ortsverband Lüdenscheid. Mit insgesamt zehn Einsatzkräften unter der Leitung des Balver Zugführers Markus Sierpinski wurden weitere Kulturgüter geborgen. Rund 10 Stunden waren die Helfer täglich an der Einsatzstelle, an der Bagger Trümmer beseitigen, die anschließend gesichtet werden müssen. Eine anstrengende, staubige Arbeit, die die Einsatzkräfte vor Ort erledigen müssen. „Einen 40-Tonner voll Akten, Büchern und Dokumenten haben wir sicherlich heraus geholt”, erklärte Sierpinski, der an zwei Tagen die Einsatzabschnittsleitung übernahm.

Zusammen mit Kameraden der Berufsfeuerwehr wurde vor Ort gearbeitet. Immer, wenn der Bagger eine eingestürzte Wand anhob oder umstürzte, kamen neue Akten zum Vorschein. Doch nicht selten musste im Schuttberg auch gegraben werden, um die wertvollen Bücher und Dokumente zu bergen. Sie wurden in Gitterboxen gesammelt und täglich abtransportiert.

Etwa 30 Kilometer Stahlschränke und Regale waren vor dem Einsturz im Gebäude eingelagert. Das Haus bestand im Ursprung aus 6 Etagen und war 70 m lang. Die geborgenen Fundstücke sind teilweise in sehr gutem Zustand, teilweise nur noch nasse Papierschnipsel und mit Schimmel versehen. Alles, was gerettet wurde, wird vor Ort von den Archiv-Mitarbeitern nochmals von Staub und Dreck befreit. Danach gehen die Kisten an einen zentralen Ort in Köln, wo weiter gesichtet wird. Später werden die Kisten mit den Dokumenten an verschiedene Archive zur Aufbereitung verteilt.

Seit dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs in der Kölner Innenstadt am Dienstag, 3. März, war das THW ununterbrochen an der Unglücksstelle tätig. Zu den Schwerpunktaufgaben gehörten das Abstützen instabiler Gebäude, die Überwachung einsturzgefährdeter Bauteile und das Einreißen von Garagen und Mauern. THW-Kräfte leuchteten die Einsatzstelle aus und sicherten die Stromversorgung. Durchschnittlich waren anfangs pro Schicht rund 100 THW-Einsatzkräfte an der Schadensstelle. Heute liegt die Hauptaufgabe der THW-Helfer darin, die Kulturgüter zu bergen. Wöchentlich werden die Einsätzkräfte gewechselt.

WP

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