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Kreistag entscheidet über Blaues Haus

06.02.2010 | 08:00 Uhr

Arnsberg. Am 26. Februar wird der Kreistag entscheiden, ob das „Blaue Haus” am Alten Markt umgebaut und Sitz von Museumsverwaltung und Medienzentrum wird. Mit dem erwarteten positiven Votum ist allerdings noch keine Vorentscheidung für die bereits vorgestellte Neukonzeption des Museums verbunden.

Das Kreismedienzentrum soll im Blauen Haus eine neue Heimat finden. Hier Medientechniker Günter Rössiger im Archiv. Foto: Ted Jones

Auf rund 1,2 Mio. Euro hat das Kölner Architekturbüro Kalhöfer-Korschildgen - die Planer des Lichthauses im Klosterhof - die Umbaukosten veranschlagt. Ein entsprechender Fördermittelbescheid über 700 000 Euro der Bezirksregierung Arnsberg liegt seit Oktober 2009 vor, weitere 119 000 Euro wurden für 2010 in Aussicht gestellt. Zudem wird mit einem 70 000-Euro-Zuschuss des Museumsamtes des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe gerechnet.

Und die Kreisbehörde geht davon aus, dass durch den Verkauf des jetzt noch durch das Medienzentrum genutzten Gebäudes im Eichholz mindestens weitere 150 000 Euro in die Kasse gespült werden. Damit bliebe aktuell eine Finanzierungslücke von etwa 280 000 Euro. Fließen die von der Bezirksregierung für 2010 avisierten 119 000 Euro, würde sich diese Lücke gar auf 160 000 Euro reduzieren.

Hohe Kosten durch Denkmalschutz

Aber warum sind die Gesamtkosten so hoch? „Weil sich das Blaue Haus in einem schlechten Zustand befindet und unter Denkmalschutz steht”, erklärt Ulrich Bork als zuständiger Fachbereichsleiter der Kreisbehörde. „Deshalb müssen wir das Objekt so herrichten, dass die historischen Vorgaben erfüllt werden. Und das ist eben entsprechend kostenintensiv.” Außerdem habe man den Umbau sofort umfassend geplant, um ein späteres bauliches Nachrüsten zu vermeiden.

Grundsätzlich, so Bork, sei die Investition in Hausumbau und Umzug von Museumsverwaltung und Medienzentrum gerechtfertigt - schon allein durch den so entstehenden Mehrwert für den HSK durch die enorme Aufwertung des Museums im Kulturschwerpunkt Arnsberg.

"Umbau ist sinnvoll"

Denn: Die räumliche Situation in Museum und Medienzentrum werde so deutlich verbessert, der historische Stadtkern Arnsberg belebt, es wäre das Einstiegsprojekt des HSK in die Regionale 2013 und hätte damit Vorzeigecharakter und zugleich wäre dies ein erster Baustein für die Neukonzeption des Museums. Ulrich Bork: „Selbst, wenn die Neukonzeption - aus welchen Gründen auch immer - nicht greifen sollte, ist der Umbau des Blauen Hauses sinnvoll.”

Der zuständige Fachbereichsleiter des Hochsauerlandkreises Ulrich Bork.

Die Neukonzeption - vorgesehen ist u.a. eine unterirdische Ausstellungsfläche im Bereich des jetzigen Hofes und ein Fotomuseum als Bildgedächtnis Südwestfalens - rückt erst im Laufe des Jahres auf die Tagesordnung des Kreistages. Zuvor soll auch die Bürgermeinung eingeholt werden. Die erforderlichen Mittel sind im Rahmen der Regionale 2013 bereits beantragt. „Doch bis diese Gelder fließen, müssen noch viele Hürden genommen werden.” So könne es durchaus auch möglich sein, dass nur Teile des Konzeptes gefördert würden.

Leuchtturmeffekt erwartet

Werden die Pläne komplett umgesetzt, verspricht man sich einen wichtigen Leuchtturmeffekt weit über die Region hinaus, um so den Museumsprojekten in Hagen und im Ruhrgebiet erfolgreich Paroli bieten zu können im Kampf um die Besuchergunst.

Eine große Herausforderung. Die sich nur stemmen lässt, wenn Gelder über die Regionale 2013 (Land NRW) und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe fließen. „Selbst dann noch”, sagt Bork, „bleiben nicht unerhebliche Kosten für den Kreis.” Zur Finanzierung gelte es daher auch, Stiftungen und Partner aus der freien Wirtschaft zu rekrutieren. Auf jeden Fall aber: „Wir als Verwaltung sind von dem Konzept überzeugt und bereiten die Pläne vor. Zu entscheiden hat der Kreistag.”

CDU berät in Klausurtagung

SPD-Fraktionschef Hans-Walter Schneider hat die Zustimmung seiner Partei für den Umbau des Blauen Hauses bereits signalisiert: „Aber über die Neukonzeption werden wir uns erst eine abschließende Meinung bilden, wenn alle noch offenen konzeptionellen und finanziellen Fragen geklärt sind.” Die CDU-Mehrheitsfraktion, so deren Vize Ferdi Lenze, wird das Thema an diesem Wochenende in einer Klausurtagung beraten.

Achim Gieseke

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