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Warum Russland mit Respekt und Skepsis zur EM fährt

27.05.2012 | 17:44 Uhr
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Warum Russland mit Respekt und Skepsis zur EM fährt
Andrej Arschawin (rechts) setzt auf die Teamstärke der Russen: „Wir haben den Vorteil, dass wir uns alle gut kennen und eingespielt sind", sagt der Spielmacher der „Sbornaja“.Foto: imago

Moskau/Berlin.  Medien und Fans sind skeptisch ob der Leistungsstärke der „Sbornaja“. Zwar hat sich die Mannschaft seit der glanzvollen Euro vor vier Jahren kaum verändert, doch genau hierin sehen Kritiker das Problem. Die Spieler sind vier Jahre älter und nicht mehr so spritzig wie noch bei der EM-Endrunde 2008.

Verhalten fiel der Jubel in Russland bei der Gruppenauslosung zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine aus. Mit Polen, Tschechien und Griechenland blieben dem Team von Trainer Dick Advocaat „Hammerlose“ zwar erspart, doch von einer Favoritenrolle will niemand so recht etwas wissen. Der ehemalige Stuttgarter Stürmer Pawel Pogrebnjak sieht sein Land „sogar im Nachteil“, da mit Polen einer der Gastgeber in der Gruppe steht. Auch Sturmkollege Aleksandr Kerschakow sieht in Polen „den schwersten Kontrahenten", zollt aber auch Tschechien und Griechenland jede Menge Respekt.

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Der Assistent des Generals - Russlands Trainer Dick Advocaat

Bereits vor der EM ist das Aus von Dick Advocaat als Russlands Teamchef beschlossene Sache. Unstimmigkeiten mit dem russischen Verband veranlassten...

Medien und Fans sind skeptisch ob der Leistungsstärke der „Sbornaja“. Zwar hat sich die Mannschaft seit der glanzvollen Euro vor vier Jahren kaum verändert, doch genau hierin sehen Kritiker das Problem. Die Spieler sind vier Jahre älter und bei weitem nicht mehr so spritzig wie noch bei der EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz. Zudem würde im Viertelfinale mit Deutschland, Niederlande, Dänemark oder Portugal ein Teilnehmer der „Todesgruppe" B auf Russland warten.

Andrej Arschawin setzt ganz auf die Teamstärke der Russen: „Wir haben den Vorteil, dass wir uns alle gut kennen und eingespielt sind", sagte der Spielmacher unlängst in einem Interview mit der Uefa. Und Advocaat, der das Traineramt von seinem niederländischen Landsmann Guus Hiddink nach der missglückten Qualifikation für die WM in Südafrika 2010 übernahm, ist ein exzellenter Kenner des russischen Fußballs. Gewann der 64-Jährige doch als Trainer von Zenit St. Petersburg den Uefa Cup 2008.

Advocaats angekündigter Abschied

Russlands vorläufiger EM-Kader
Russlands vorläufiger EM-Kader

TOR:

Igor Akinfejew (ZSKA Moskau), geboren am 8. April 1986, 50 Länderspiele/0 Tore, Wjatscheslaw Malafejew (Zenit St. Petersburg), 4. März 1979, 23/0, Anton Schunin (Dynamo Moskau) 27. Januar 1987, 2/0

ABWEHR:

Alexander Anjukow (Zenit St. Petersburg) 28. September 1982, 63/1, Alexej Beressutskij (ZSKA Moskau) 20. Juni 1982, 45/0,Sergej Ignaschewitsch (ZSKA Moskau) 14. Juli 1979, 72/5, Wladimir Granat (Dynamo Moskau) 22. Mai 1987, 0/0, Jurij Schirkow (Anschi Machatschkala), 20. August 1983, 49/0, Dmitrij Kombarow (Spartak Moskau) 22. Januar 1987, 1/0, Roman Scharonow (Rubin Kasan) 8. Septermber 1976, 7/0, Roman Schischkin (Lokomotive Moskau) 27. Januar 1987, 8/0

MITTELFELD:

Igor Denissow (Zenit St. Petersburg) 17. Mai 1984, 23/0, Konstantin Syrjanow (Zenit St. Petersburg) 5. Oktober 1977, 47/7, Roman Schirokow (Zenit St. Petersburg) 6. Juli 1981, 19/4, Denis Gluschakow (Lokomotive Moskau) 27. Januar 1987, 8/1, Magomed Osdojew (Lokomotive Moskau) 5. November 1992 0/0, Igor Semschow (Dynamo Moskau) 6. April 1978, 56/3

ANGRIFF:

Andrej Arschawin (FC Arsenal/Zenit St. Petersburg), 29. Mai 1981, 68/17, Alexander Kerschakow (Zenit St. Petersburg) 27. Novermber 1982, 58/17, Alan Dsagojew (ZSKA Moskau) 17. Juni 1990, 18/4, Artjom Dsjuba (Spartak Moskau) 22. August 1988, 1/0, Marat Ismailow (Sporting Lissabon) 21. September 1982, 31/2,  Alexander Kokorin (Dynamo Moskau) 19. März 1991, 2/0, Roman Pawljutschenko (Lokomotive Moskau) 15. Dezember 1981, 45/20, Pawel Pogrebnjak (FC Fulham) 8. November 1983, 31/8, (dapd)

Doch egal, wie das Turnier für die Russen endet - Trainer Advocaat hat bereits seinen Rücktritt nach der EM angekündigt. Der Niederländer wechselt in seine Heimat zum PSV Eindhoven. Unstimmigkeiten mit Verbandspräsident Sergej Fursenko sollen der Grund für die bevorstehende Trennung sein. Alles andere als optimale Voraussetzungen für eine ungestörte Vorbereitung.

Den bisher einzigen Titel feierte das heutige Russland bei der EM-Premiere 1960, damals noch als Teil der Sowjetunion (UdSSR). Die Finalrunde wurde mit nur vier Mannschaften in Frankreich ausgetragen. 2:1 nach Verlängerung gegen Jugoslawien endete das Finale. Der berühmteste Spieler stand damals im Tor - der legendäre Lew Jaschin. Es folgten noch drei Vize-Europameistertitel. 1964 unterlag man Gastgeber Spanien mit 1:2, 1972 gab es in Belgien ein 0:3 gegen Deutschland und 1988 in Deutschland ein 0:2 gegen die Niederlande.

Russland glänzte bei der EM 2008

Nach der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde Russland nach der EM 1992 Mitglied des Fußball-Weltverbandes Fifa. Nach zunächst durchwachsenen Vorstellungen bei Welt- und Europameisterschaften kam die Wende vor vier Jahren. Mit einer glänzend aufgelegten Mannschaft um die später ins All-Star-Team gewählten Juri Schirkow, Roman Pawljutschenko und Arschawin scheiterte Russland 2008 erst im Halbfinale am späteren Turniersieger Spanien.

Russlands Weg zur EM 2012 verlief problemlos. Sieben Siege, zwei Remis und eine Niederlage bedeuteten den souveränen Sieg in Gruppe B. Von daher ist es gar nicht so überheblich, wenn Advocaat nun sogar vom Finale spricht. Ein Endspiel in Kiew wäre ein großer Erfolg für Russland - und sicher auch ein Stück weit Genugtuung für den mit dem Verband zerstrittenen Advocaat . (dapd)

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