Nadal und Djokovic ermitteln French-Open-Sieger am Montag
10.06.2012 | 22:44 Uhr 2012-06-10T22:44:02+0200
Paris. Der French-Open-Sieger 2012 wird erst am Montag gekürt. Regen stoppte Rafael Nadal und Novak Djokovic. Nadal führt mit 2:1 Sätzen, liegt aber im vierten Durchgang mit 1:2 zurück. Allerdings konnten die Meteorologen keine gravierende Wetterbesserung versprechen.
Als der schwedische Oberschiedsrichter Stefan Fransson am Sonntag um 20.04 Uhr verkündete, dass das Finale der French Open auf Montag, 13 Uhr verschoben ist, wollte Rafael Nadal mit seinen Vertrauten längst im Restaurant sitzen und seinen siebten Titel mit köstlichem Essen und teueren Getränken feiern. Doch es kam ganz anders. Nadal stieß nicht mit einem Gläschen Sekt auf seinem Rekordsieg an, sondern legte sich den neuen Matchplan mit seinem Onkel und Trainer Toni zurecht.
Beim Stand von 6:3, 6:4, 2:6, 1:2 aus Sicht des Spaniers war die Partie schon zum zweiten Mal wegen Regens unterbrochen worden. Und nach quälendem Warten entschied Fransson in der Dämmerung von Paris, dass es nicht mehr weitergeht. Das Match wird nun am Montagmittag mit Aufschlag Djokovic fortgesetzt - falls es das Wetter zulässt. Die Meteorologen konnten den Organisatoren in Roland Garros freilich keine gravierende Wetterbesserung versprechen.
Der 26-Jährige Nadal hatte nach der ersten Regenunterbrechung noch wie der strahlende Sieger ausgesehen. Alles sah danach aus, dass er nur noch wenige Minuten dauern sollte, bis er den "Coupe des Mousquetaires" aus den Händen des dreimaligen French-Open-Siegers Mats Wilander in Empfang nehmen würde.
6:4:, 6:3, 2:0 führte Nadal. Doch dann drehte Djokovic urplötzlich auf und begann famos zu spielen. Sieben Spiele nacheinander gewann er, bevor die Partie abermals unterbrochen wurde. Sehr zum Missfallen des fluchenden Spaniers, der eine frühere Pause gefordert hatte.
Erst jetzt hatte das Match für den 25 Jahre alten Belgrader richtig begonnen. Die Rolle des Statisten streifte Djokovic ab. Nun sah es wieder danach aus, dass er aktiv als Autor an der Tennis-Geschichte mitschreiben könnte und als dritter Spieler nach Don Budge (1938) und Rod Laver (1962/1969) die vier Grand-Slam-Turniere nacheinander gewinnen wollte.
Djokovic braucht denkwürdige Pause
Es muss eine denkwürdige Pause in der Kabine Djokovic' gewesen sein, denn als er nach der ersten Zwangspause zurückkehrte spielte er wie verwandelt. Mit schnellen Punktgewinnen und fehlerlosem Spiel trieb er den bis dahin überlegenen Nadal fast in die Resignation.
Djokovic ist ein zäher Kämpfer, einer, der in höchster Bedrängnis die Bälle wegen seiner exzellenten Balance unerreichbar für den Gegner zurückspielen kann und die vergangenen drei Endspiele bei Grand-Slam-Turieren allesamt für sich entschied. Doch gegen Nadals Präzision und Wucht hatte er zwei Sätze lange nichts gleichwertiges aufzubieten. Das Spiel schien entschieden, als der Serbe wütend und von der Überlegenheit Nadals genervt kurz vor der ersten Unterbrechung mit seinem Schläger ein Loch in die Spielerbank schlug.
Scharapowa holt den ersten Titel in Paris
Als dann wenig später beim Stand von 5:3 der Regen kam, musste auch das Corpus Delicti in die Katakomben. Die kaputte Bank war wohl das Signal, das Djokovic gebraucht hatte, um ins Match zurückzukommen.
Bei den Frauen fand das Finale am Samstag ein erwartetes Ende. Maria Scharapowa gewann erstmals in Paris und komplettierte mit ihrem 6:3, 6:2-Sieg über die Italienerin Sara Errani ihren Karriere-Grand-Slam. Die 25 Jahre alte Russin hat damit alle vier Major-Wettbewerbe gewonnen: Nach Wimbledon (2004), den US Open (2006) und den Australian Open (2008) nun auch die French Open.
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