Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Leichtathletik

Olympia-Sieger Harting kritisiert DOSB-Chef Bach harsch

03.01.2013 | 17:33 Uhr
Diskuswerfer Robert Harting, der Sportler des Jahres 2012, übt harsche Kritik am DOSB.Foto: Daniel Kopatsch/DAPD

Essen.   Diskuswerfer Robert Harting hat seinen Marktwert seit seinem Olympiasieg in London 2012 steigern können. Aber der Sportler des Jahres 2012 denkt auch an seine Kollegen: Er will ein neues Fördersystem entwickeln. Harting kritisiert DOSB-Chef Thomas Bach harsch.

Noch will Diskuswerfer Robert Harting keine Details nennen, woher das Geld kommen soll. In unserem Interview übt er harte Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund und dessen Präsidenten Thomas Bach.

Europameister, Olympiasieger, Sportler des Jahres – 2012 war das Jahr des Robert Harting. Sind überhaupt irgendwelche Wünsche offen geblieben?

Robert Harting: Solche Dinge kann man sich nicht wünschen. Das sind Folgeleistungen aus den Jahren zuvor, aus dem Trainingsaufwand und anderen Dingen. Aber die Wahl zum Sportler des Jahres macht mich sehr stolz. Das hat kein Diskuswerfer vor mir geschafft. Wir Werfer sind doch so etwas wie die Bauern. Wir ziehen die Karre aus dem Dreck. Während sich andere dumm und dämlich verdienen, fallen wir hinten herunter.

Aber im Vergleich zu einigen anderen Sportarten wie Moderner Fünfkampf oder Judo verdienen Leichtathleten nicht schlecht.

Harting: Keine Frage. Es gibt immer jemanden, der über und unter dir ist. Downgrading kann jedoch nicht der Ansporn fürs Leben sein.

Wie sehr motiviert Sie Geld?

Harting: Jeder mag Anerkennung für seine Leistung. Geld ist auch eine Anerkennung. Alles muss im Rahmen bleiben, nichts darf übersättigt sein. Bei mir ist finanziell noch viel Luft nach oben. Auch deshalb bin ich noch hungrig.

Harting holt Olympia-Gold

Es heißt, Robert Harting arbeite an einem eigenen Fördermodell.

Harting: Ich habe strategische Maßnahmen in einer Idee integriert. Die Idee stammt von einem starken Unternehmer. Wir wollen das Projekt so schnell wie möglich auf die Beine stellen. Aber uns werden immer neue politischen Grenzen gesetzt, die wir immer neu überbrücken müssen.

Was meinen Sie damit?

Harting: Ich kann noch nicht alles verraten. Aber ein neues Fördersystem ist natürlich auch ein Politikum. Ich verspreche mir viel davon. Das Wichtigste, bei uns steht der Athlet im Vordergrund.

Wird nur die Spitze davon profitieren?

Harting: Nein, sogar der paralympische Sport. Es geht um Risikovermeidung, um Absicherung. Wer voll auf den Sport setzt, muss Risiken eingehen und benötigt eine Absicherung. Da gibt es viele Baustellen. Als Athlet hätte ich mir gewünscht, dass sie bearbeitet werden. Wenn unser Projekt nicht aufgeht, dann wäre es schade, aber wir haben es zumindest probiert.

Soll es eine Ergänzung zur Sporthilfe sein?

Harting: Es wird ein neues System. Allein über die bestehenden Wege wird es keine Veränderung, keine Verbesserung geben.

  1. Seite 1: Olympia-Sieger Harting kritisiert DOSB-Chef Bach harsch
    Seite 2: DOSB-Präsident Thomas Bach hat keinen Rückhalt der Sportler
    Seite 3: Harting will eine "Diskus-Macht aufbauen"

1 | 2 | 3



Kommentare
Aus dem Ressort
Auch Kohlschreiber ist raus - Djokovic jetzt gegen Murray
US Open
Der Weltranglisten-Erste und Wimbledonsieger war dann doch eine Nummer zu groß für Philipp Kohlschreiber. Als letzter deutscher Tennisprofi schied der Augsburger bei den US Open aus. Bei den Damen offenbarte Titelverteidigerin Serena Williams keine Schwächen.
Greuther Fürth feiert einen Heimsieg gegen den FC St. Pauli
Fürth - St. Pauli
Mit 3:0 gewann Greuther Fürth am Montagabend gegen den FC St. Pauli. Przybylko, Korcsmar und Trinks trafen für den Gastgeber, der damit zur Spitzegruppe aufschloss. Der VfL Bochum bleibt nach Abschluss des 4. Spieltages Tabellenführer in der 2. Fußball-Bundesliga.
Freistoßspray kommt ab Mitte Oktober in der Liga zum Einsatz
Freistoßspray
Das Freistoßspray als Hilfsmittel sorgte bei der WM für Aufsehen. Ab Mitte Oktober soll nun auch in der Bundesliga gesprüht werden. Wunschtermin war zunächst der Liga-Start gewesen, doch die Unparteiischen hatten sich in ihrem Lehrgang vor Saisonbeginn noch nicht damit beschäftigt.
Noch kein "Co" für Löw - Neuer traut sich Kapitänsamt zu
Nationalelf
In dieser Länderspielwoche muss Bundestrainer Joachim Löw auf die Unterstützung eines Co-Trainers verzichten. Die Verpflichtung eines Nachfolgers für Hansi Flick steht aber offenbar kurz bevor. Löw wird zudem einen neuen Kapitän benennen. Torwart Manuel Neuer ist interessiert.
Caroline Wozniacki meldet sich eindrucksvoll zurück
US Open
Die Dänin machte lange Zeit nur noch Schlagzeilen wegen ihrer Liebe zu Golfstar Rory McIlroy. Nach der Trennung von ihm besiegte sie nun Maria Scharapowa bei den US Open und beeindruckte die Fans. Von der Gegnerin gab es anschließend Lob.
Umfrage
Wer soll Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft werden?

Wer soll Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft werden?

 
Fotos und Videos
Fußball Landesliga
Bildgalerie
SC Obersprockhövel gegen...