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Ringen - Bundesliga-Finals

„Ein Jahr hänge ich noch dran“

06.01.2012 | 16:57 Uhr
„Ein Jahr hänge ich noch dran“
Will den zweiten Bundesliga-Titel in Folge mit Weingarten gewinnen: Adam Juretzko (re., hier mit Ilyas Özdemir).

Witten. Auf seine „alten Tage“ greift Ringer Adam Juretzko jetzt noch einmal nach einem Meistertitel: Mit seinem Verein SV Germania Weingarten trifft der Griechisch-römisch-Spezialist in den Finalkämpfen der Bundesliga (7. und 15. Januar) als Titelverteidiger auf den KSV Köllerbach. Am Samstag haben die Baden-Württemberger zunächst Heimrecht - und Juretzko brennt auf seinen Einsatz.

„Ganz fit bin ich zwar nicht, seit letzter Woche Freitag hab’ ich mir eine kleine Infektion eingefangen - aber so ein Finale der Bundesliga ist natürlich immer was Besonderes, da verdrängt man sowas“, sagt der mittlerweile 40-jährige Ringer-Senior, der sich nach wie vor beinahe tagtäglich im Leistungszentrum (Ostermannhalle) seines Ex-Vereins KSV Witten 07 fit hält, dort für seine Bundesliga-Einsätze trainiert. So wie auch am Donnerstag, als er gemeinsam mit Ilyas Özdemir (KSK Konkordia Neuss) eine Einheit auf der Matte absolvierte.

„In Weingarten hat eigentlich gar keiner mehr damit gerechnet, dass wir überhaupt wieder das Finale erreichen“, sagt Juretzko. Der zweimalige Europameisterschafts-Dritte (1999 und 2005) belegte mit seinem SV Germania zum Abschluss der Vorrunde den dritten Platz hinter Mömbris-Königshofen und Köllerbach - gegen den Finalgegner setzte es gleich zwei Niederlagen (17:18 und 10:21). „Aber in den Endkämpfen beginnt’s wieder bei Null - dann werden sich zwei völlig andere Mannschaften gegenüberstehen“, weiß der Routinier um die enorme Ausgeglichenheit der beiden Kader.

Dass der SV Germania Weingarten nach seiner klaren 16:21-Niederlage im ersten Halbfinale gegen die RWG Mömbris-Königshofen beinahe abgeschrieben war, amüsiert Juretzko heute fast schon. „Es kann doch gerade im Ringen immer was passieren. Wie schnell verlierst du da ein, zwei, drei Kämpfe - dann nimmt das alles seinen Lauf“, sagt der fünfmalige Deutsche Einzel-Meister (zuletzt 2007). Und tatsächlich schaffte Weingarten im Rückkampf die Sensation, siegte mit 23:13 in Aschaffenburg vor rund 2400 Zuschauern. „Da zu gewinnen, das war schon genial.“ Im Endkampf am Samstag wird’s wohl noch ein bisschen voller: „Wir rechnen mit über 4000 Zuschauern in unserer DM-Arena. Gerade weil wir noch so überraschend ins Finale eingezogen sind“, sagt Juretzko, der im Halbfinale beide Kämpfe verlor (1:3 gegen den Schweden Jim Pettersson/84 G; 0:3 gegen den Russen Alexander Chekhirkin/74 G).

Im Finale trifft er vermutlich auf seinen Köllerbacher Dauer-Weggefährten Konstantin Schneider (37). „Wir kennen uns schon seit rund 20 Jahren - da gibt’s keine Geheimnisse mehr. Man kennt sich in- und auswendig“, weiß Juretzko. Fest steht für den Werdohler schon jetzt, dass er in Weingarten weitermacht. „Ich hatte vorher gesagt: Wenn wir ins Finale kommen, hänge ich noch ein Jahr dran. Ich fühle mich gut - und Weingarten möchte mich behalten. Allein schon wegen der deutschen Quote.“ Die Chancen auf die Titelverteidigung stuft er mit „50:50“ ein. „Am Samstag wollen wir ein gutes Ergebnis erzielen - die Entscheidung fällt eh’ erst in Köllerbach. Da sind wir dann stärker aufgestellt. Und wenn wir den zweiten Titel gepackt haben, dann peilen wir auch den Hattrick an“, schaut der Matten-Fuchs voraus.

Oliver Schinkewitz



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