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Den Transfermarkt noch im Blick

11.08.2010 | 22:02 Uhr
Den Transfermarkt noch im Blick
Der Kader des TuS Ferndorf für die Saison 2010/11 - hintere Reihe (von links): Co-Trainer Axel Gerhard, Michael Lerscht, Dennis Aust, Michael Feldmann, Ceven Klatt, Trainer Caslav Dincic, mittlere Reihe (von links): Harald Münker, Tim Hilger, Carsten Lange, Peter Dettling, Christian Rommelfanger, Christian Stelzenbach, Frieder Krause, Horst Lütz - vordere Reihe (von links): Dr. Falk Ulig, Annette Büscher, Alen Sijaric, Kai Rottschäfer, David Wellen, Max Hames, Mirza Sijaric, Physio Stefan Stötzel, Betreuer Bernd Spies.

Kreuztal. Das Wetter passte zur leicht gedrückten Stimmung, die der gestrigen Pressekonferenz des TuS Ferndorf zugrunde lag. Anlässlich der Kadervorstellung für die erste Saison in der neuen 3. Liga West hatte der TuS in die Krombacher Brauerei geladen, um Einzel- und Mannschaftsfotos schießen zu lassen und einen Blick auf die neue Spielrunde zu werfen.

Das graue Regenwetter spiegelte dabei die Stimmung wieder, die die Diagnose bei Carsten Lange hervorgerufen haben dürfte. Der Ferndorfer Linkshänder war am Montag beim Turnier in Pohlheim gegen Gelnhausen verletzt ausgeschieden. „Kreuzbandriss plus X“, brachte Abteilungsleiter Harald Münker formelhaft auf den Punkt, was eigentlich keiner hören wollte. Zwar findet Langes Kernspintomographie erst heute statt; das ändert wohl aber nichts daran, dass der Leistungsträger mindestens sechs Monate fehlen dürfte. „Für die neue Saison hatten wir uns finanziell eigentlich so weit aus dem Fenster gelehnt, dass wir sagen müssten, das Budget ist ausgereizt“, bilanzierte Münker, „aber Carstens Verletzung verändert die Ausgangslage.“  

Ohne Lange wird die Luft auf der rechten Angriffsseite knapp

Bisher verstärkten sich die Ferndorfer mit vier Spielern: Torwart Max Hamers (TuS Wermelskirchen), Kreisläufer Christian Stelzenbach (TV Hüttenberg), sowie die Rückraumspieler Peter Dettling (VfL Fredenbeck) und Christian Rommelfanger (TV Korschenbroich) wurden gestern im neuen Ferndorfer Trikot mit dem Logo der 3. Liga auf dem Ärmel abgelichtet.

Dazu kommt mit Annette Büscher eine neue Physiotherapeutin – die praktischerweise die Freundin von Carsten Lange ist und entsprechend ein Auge auf dessen Reha-Training werfen kann.

Fakt ist aber: Dettling und Aust sind durch Langes Ausfall die einzigen verbleibenden Linkshänder – zu wenig, um die rechte Seite über 60 Minuten zur „Schokoladenseite“ der Vorsaison zu machen. „Wir werden uns auf dem Markt umsehen, aber Linkshänder zu finden ist immer schwierig“, sagte Münker.

Zumal Liga-Konkurrent SG Schalksmühle/Halver ebenfalls den Transfermarkt nach Linkshändern durchsuchen muss: Die Nummer eins der SG auf Rückraum Rechts, Julian Krieg, hat ein Angebot aus der ersten Schweizer Liga wahrgenommen und spielt in der neuen Runde für Pfadi Winterthur. Ob der in den Ruhestand verabschiedete Ex-Kapitän Nils Hambloch zumindest die Übergangslösung sein könnte, ließ Münker offen. Aust scheint derweil für einen Rückraumspieler in Liga drei schlicht ein paar Zentimeter zu klein; das belegte das tolle Spiel gegen die körperlich robuste 6:0-Deckung von Ost-Drittligist TV Gelnhausen. Münker zeigte sich froh, auf den TV getroffen zu sein: „Wir haben gesehen, dass uns nächste Saison ganz andere Kaliber erwarten. Es gibt im neuen Jahr keine Spaßfaktor-Mannschaften mehr.“ Zum Meistern der bevorstehenden Aufgaben braucht es eine stressresistente Mannschaft mit klarer Hierarchie, die in kritischen Situationen gute Entscheidungen trifft.

Spielmacher Michael Feldmann ist der neue Ferndorfer Kapitän

Diese Voraussetzungen scheinen erfüllt: Mit Michael Feldmann hat die Mannschaft ihren neuen Kapitän gefunden, durch Stelzenbach, Dettling und Rommelfanger ist die Zahl der Spieler mit Zweitligaerfahrung (mit Lange und Klatt) auf fünf gestiegen.

Wie gut die Mannschaft mit überlegenen Gegnern umgeht, wird sich derweil am nächsten Dienstag herausstellen. Um 20 Uhr ist dann Bundesliga-Traditionsklub VfL Gummersbach zu Gast an der „Stählerwiese“ (siehe Kasten). Der Erlös der Spieleinnahmen kommt der Behandlung krebskranker Kinder in der DRK-Kinderklinik am Wellersberg zugute.

Micha Sommer

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