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SV Ottfingen ist fast draußen - und knackt dann doch den Jackpot

10.01.2010 | 10:42 Uhr

Wenden/Ottfingen. Sie waren quasi schon draußen. Ihr Vorsitzender Peter Hufnagel genehmigte sich vor der Halle in der Kälte noch eine Abschieds-Kippe, um dann nach Hause zu fahren.

Doch da fiel in der Halle noch ein Tor, das alles über den Haufen warf. Der SV Ottfingen durfte bleiben und wurde Hallenfußball-Pokalsieger von Wenden. Ein Triumph, der voller Kuriositäten steckte.

Aber in erster Linie war er ein Sieg der Moral. Denn im Finale holte die Mannschaft von Ottmar Griffel gegen den FSV Gerlingen einen 0:3-Rückstand auf und siegte noch mit 5:4. Sie pustete auch nach dem Schlag in die Magengrube - ein 1:7 gegen Gerlingen in der Zwischenrunde — durch und rappelte sich wieder auf. „Die Mannschaft hat tollen Teamgeist gezeigt, nie aufgegeben und in aussichtslosen Situationen die Ruhe bewahrt,” freute sich Trainer Ottmar Griffel.

Ottmar Griffel lobt Teamgeist

Mehr als nur nebenbei haben die Ottfinger auch den Jackpot geknackt, denn sie dürfen am 31. Januar das Kreismasters ausrichten, ein äußerst lukrativer Auftrag. „Das ist wunderbar für unseren Verein,” freute sich Peter Hufnagel, der übrigens nach der Fluppe nicht heim gereist war.

Und da fangen die Kuriositäten auch schon an. Denn in jenem Endspiel traf dreimal Stefan Niederschlag, eigentlich Abwehrspieler und nach eigenen Angaben noch nie mit einem Dreierpack gesegnet. „Ich war halt im richtigen Moment vorn,” sah Niederschlag es gelassen, „wir hatten ja nichts mehr zu verlieren.”

Markus Niklas' Geschichten

So kann man es sehen. Denn die Ottfinger machten Bekanntschaft mit der Klasse des Gerlinger Trainers Markus Niklas. Und das zum zweiten Mal in diesem Turnier. Im Finale schenkte Niklas dem SVO zwei Tore ein und hatte ihn fast am Boden. Ehe die Männer vom Siepen dann doch wieder in beeindruckender Manier aufstanden. Welch ein Unterschied zu, welch eine Rehabilitierung für 2009, als der SVO mit einer Rumpfmannschaft sang- und klanglos ausgeschieden war.

Noch verrückter aber war die erste Begegnung des SVO mit Niklas. Sie war nicht direkter Natur, aber ihr verdankten die Ottfinger überhaupt erst den Einzug ins Halbfinale. Weil Niklas in der Zwischenrunde noch in letzter Minute den 3:3-Ausgleich gegen Möllmicke schoss, waren die Möllmicker draußen - und Ottfingen weiter.

Halbfinalspiele voller Rasse und Dramatik

„Ich musste mich entscheiden: Entweder Heimat oder Heimatverein,” meine Niklas, geboren in Möllmicke und fußballerisch richtig groß geworden in Ottfingen, nachher schmunzelnd.

Überhaupt war der Gerlinger Trainer gelassen nach der Endspiel-Niederlage. „Klar bin ich enttäuscht, aber das Turnier hat unheimlich Spaß gemacht.”

Damit sprach Niklas sicher den meisten der 1200 Zuschauern der beiden Turniertage aus der Seele. Sowohl beide Halbfinals als auch das Endspiel waren voller Rasse und Dramatik. Alle vier beteiligten Mannschaften wären würdige Pokalsieger gewesen.

Mehmet Er macht Rothemühler Ambitionen zunichte

Für den SV Rothemühle, als Landesligist naturgemäß als Favorit ins Turnier gestartet, und heiß drauf, endlich diesen Pott einmal zu holen, war das Semifinale Endstation. Zwar holte er gegen den SV Ottfingen durch Roman Schulzki und Giuseppe Di Salvio noch ein 1:3 auf, und bei 4:4 roch es nach Verlängerung, doch 28 Sekunden vor Schluss setzte Ottfingens Mehmet Er die Kugel zum Siegtor an den Innenpfosten.

Auch Hünsborn war ambitioniert, der Liga-Herbstmeister und zudem Titelverteidiger, war zum engsten Favoritenkreis gezählt worden. Doch die Gemeindepokal-Premiere ihres Trainers Wieczorek und seiner jungen Truppe war im Halbfinale beendet: Mit 5:3 stoppten ihn die Gerlinger.

Auf Wiedersehen in Wenden am 31. Januar

Großes Lob gab es nachher für den Ausrichter SG Kleusheim/Elben für seine Organisation unter anderem von Bürgermeister Peter Brüser, der sich angetan von dem Spektalel zeigte - und sich ja schon auf ein Neues in nur drei Wochen freuen darf: Wenn seine Gemeinde Gastgeber des Hallenmasters ist.

Lothar Linke

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