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Stetig wachsendes Ruhebedürfnis

01.08.2012 | 16:44 Uhr
Stetig wachsendes Ruhebedürfnis
Olaf Bauer gehörte zu den prägenden Akteuren der heimischen Handball-Szene.

Iserlohn. Er war fast zwei Jahrzehnte einer der prägenden Akteure in der heimischen Handball-Szene. Vor fünf Jahren war jedoch endgültig Schluss mit dem Mannschaftssport für Olaf Bauer. Seither haben sich die Schwerpunkte verschoben.

Der 49-jährige Sümmeraner ist heute sporadisch als Individualsportler anzutreffen, wenn er mit dem Mountainbike unterwegs ist, oder mit Dauerläufen etwas für die Fitness tut. „Sonst geht man ja total auseinander“, beugt er dem „Wohlstandsspeck“ gezielt vor. Als Chef des Bereichs S-Versicherungen bei der Sparkasse Iserlohn, den er seit 1998 federführend mit aufgebaut hat, ist von ihm beruflich hoher Einsatz gefragt, so dass die Freizeit ohnehin überschaubar ist.

Umso wichtiger ist es da für ihn, diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Und da bevorzugt er in erster Linie die Ruhe. Neben den sportlichen Aktivitäten ist das seit einiger Zeit das Angeln, das er in Oesbern im Verein betreibt. Reisen zum Skilaufen im Winter und zum Bergwandern im Herbst untermauern das Bedürfnis, abseits alltäglicher Hektik unterwegs zu sein. Aber auch das große Grundstück hinter dem Eigenheim, das er mit seiner Frau Ulrike bewohnt, erfreut sich seiner intensiven Pflege und stellt für die Bauers ebenfalls eine Oase der Ruhe dar.

Den Kontakt zum Handball hat der Sparkassen-Betriebswirt und Versicherungsfachmann nicht verloren. Gerne besucht er Spiele des HTV Sundwig/Westig und wünscht dem Klub endlich den Sprung in die Verbandsliga. Wenn er dort künftig auf der Tribüne sitzt, gibt es auch ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Trainer. Denn zu seiner Zeit beim TV Schwitten, als Olaf Bauer zu etlichen Regionalliga-Einsätzen kam, hieß der Übungsleiter, wie heute beim HTV, Hans-Peter Müller.

Mit anderen, langjährigen Weggefährten wie Detlef Matthäi oder Burkhard Schmitz hat er noch regelmäßigen Kontakt. Etwas weniger heiß ist mittlerweile der Draht zu Jürgen Trattner. „Aber ab und zu schreiben wir uns einmal eine Mail. Sonst geht Jürgen ja auch sehr in seiner Rolle als Opa auf“, sagt Olaf Bauer, der mit dem ehemaligen Bundesliga-Spieler über viele Jahre sportlich eine „kongeniale Partnerschaft“, pflegte. Der Parallelstoß, an dessen Ende Bauer häufig das Leder in die Maschen wuchtete, bereitete allen Gegnern Kopfzerbrechen und machte den Sümmeraner im Trikot des VfK Iserlohn zum Torschützenkönig in der Verbandsliga.

Zu jenem Klub, zu dem er nach ersten sportlichen Gehversuchen als Fußballer beim TuS Iserlohn und Wasserballer mit 13 Jahren kam, ist der Kontakt heute überschaubar. Das einstige Aushängeschild des VfK wechselte nach einem Intermezzo in Schwitten noch einmal in die Almelohalle zurück, verließ den Verein Ende der 90er Jahre aber endgültig in Richtung Hemer, weil er auch weiterhin mit Jürgen Trattner in einer Mannschaft spielen wollte.

„Dort lautete die Absprache, dass ich nicht in der ersten Mannschaft spielen muss“, erinnert er sich. Dass es schon bald anders kam, ist bekannt, doch Bauer quittiert die regelmäßigen Aushilfen in der Landesliga heute mit einem Lächeln. Nach dem Ausstieg aus dem Meisterschaftsbetrieb trafen sich die „HTV-Veteranen“ schließlich noch donnerstags zum Fußballspielen, doch damit ist nun auch Schluss.

Umso aktiver ist Olaf Bauer bei den St. Sebastianus-Schützen in Sümmern , denen er seit 1989 angehört. Als Kassierer ist er Vorstandsmitglied und hat gerade das Schützenfest 2012 über die Bühne gebracht. „Das wird nach den Vorfällen in Duisburg auch immer schwieriger und macht bald keinen Spaß mehr“, sagt er. Doch missen möchte er diese Traditionspflege nicht, auch nicht das Jahr 2007, als er Schützenkönig wurde. Deshalb ist er auch bereit, in Spitzenzeiten mehr als zehn Stunden pro Woche für den Verein zu investieren. Und ein wenig sportlich geht es bei der Vorbereitung des Festes, beim Umzug und beim Schießen ja auch zu.

Von Markus Wassmuth


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