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Mit der ERGI von Null auf Hundert

12.06.2012 | 17:48 Uhr
Mit der ERGI von Null auf Hundert
Maren Wichardt (li.) gewann mit den ERGI-Damen Meistertitel und Pokal.

Iserlohn. Sie hat bereits das geschafft, was ihre männlichen Vereinskollegen noch erreichen wollen: Maren Wichardt, Spielertrainerin der ERG Iserlohn, hat mit der Frauenmannschaft das nationale Double gewonnen. Pokalsieg und deutsche Meisterschaft.

Und so drückte sie mit ihren Teamkolleginnen am vergangenen Samstag nach dem eigenen Sieg beim entzauberten Meister und Ex-Wichardt-Klub Cronenberg ihren Jungs von der ERGI im ersten Play-off-Finale gegen ihren Stammverein auch fest die Daumen. Die eigene DM-Medaille sollte den Herren Glück bringen, was allerdings im ersten Versuch beim 3:5 noch nicht gelang.

Wichardt ist eine der erfolgreichsten deutschen Rollhockeyspielerinnen mit über 80 Einsätzen in der Nationalmannschaft. Zweimal gewann sie den Europameistertitel (2003, 2007), dreimal holte sie EM-Bronze, zuletzt 2011. Hinzu kamen etliche nationale Titel, aktuell mit der ERGI, deren Mannschaft sich von Null an die bundesdeutsche Spitze katapultierte.

Seit dem Beginn ihrer Rollhockey-Karriere ging es praktisch immer noch oben. 1992 kam Wichardt durch ihre ältere Schwester zu diesem für Frauen doch eher exotischen, wenngleich in Deutschland erfolgreichen Sport. Die Herren-Weltmeisterschaft in Wuppertal bedeutete die Initialzündung. Cronenberg und Herringen waren ihre nationalen Erstliga-Stationen. Aber schon als 16-Jährige machte Wichardt einen Abstecher nach Spanien, dem 2009 ein längerer Wechsel in den Süden Europas folgte. Für Bigues i Riells bei Barcelona spielte sie zwei Serien in der spanischen Topliga und belegte mit ihrem Team im 16er Feld zweimal den siebten Platz. „Man konnte schon davon leben“, unterstreicht Wichardt die Professionalität des Rollhockeys auf der iberischen Halbinsel.

Und wie kam es zu den Kontakten nach Iserlohn? Auf einem Turnier in Paris hatte man sich kennengelernt. Und weil sich Wichardt weiter entwickeln wollte, trainierte die in Dortmund wohnende Studentin dann bei den ERGI-Herren mit. Für sie war das nicht ungewohnt, hatte sie doch auch schon in gemischten Teams gespielt. Vereinschef Ralf Henke sprach sie schließlich an, ob Interesse am Aufbau einer Iserlohner Frauen-Mannschaft bestehe. Und dann ging es sehr fix. Im Sommer 2011 wurde das Team ins Leben gerufen und entwickelte sich mit Wichardt als Spielertrainerin zum Shootingstar der Szene. Das war auch das Ziel der 27-Jährigen, als sie in die Waldstadt wechselte. „Frauen-Rollhockey war für Iserlohn Neuland. Aber beim Aufbau einer neuen Mannschaft hatte ich schon gewisse Ansprüche“, erläutert die Baureferendarin bei der Bezirksregierung in Münster ihre Motivation. „Wir waren uns zunächst natürlich im Ungewissen, wo wir stehen.“ Aber schon nach einem halben Jahr trug diese Aufbauarbeit Früchte. „Dann hat es gepasst“, so die Offensivkraft, die nach ihrem Examen gerne als Stadtplanerin arbeiten möchte. „Die Rahmenbedingungen passen“, lobt die zweimal pro Woche trainierende Wuppertalerin das Umfeld in der Waldstadt. Und mit dieser Ausstattung sollen sich die ERGI-Frauen dauerhaft in der nationalen Spitze festsetzen. „Deutsche Titel sind weiterhin das Ziel“, zeigt sich die Cronenbergerin ehrgeizig, plant aber schon den nächsten Schritt in der neuen Serie: „Wir wollen international weiter kommen.“ Zuvor aber drückt sie am Wochenende wieder den ERGI-Männern die Daumen, die in Cronenberg versuchen, es den Iserlohnerinnen nachzumachen: Gewinn des Doubles!

Von Michael Topp

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