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Interview mit Welpers Ex-Trainer Peter Kursinski

„Das war ein Eigentor“

07.06.2010 | 16:11 Uhr
„Das war ein Eigentor“

Wie geht es weiter mit der SG Welper? Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga ist der Verein auf einem vorläufigen Tiefpunkt angekommen. Dabei stand Welper vor einem Jahr noch an der Schwelle zur Landesliga. Mit Ex-Trainer Peter Kursinski sprach Sportredakteur Heiner Wilms.

Vor einem Jahr war in Welper fast alles noch gut. Was ist passiert?

Vor einem Jahr war auch nicht alles gut. Da hat die gute sportliche Situation darüber hinweggetäuscht, dass im Verein die Strukturen nicht stimmen. Dass es langfristig bergab gehen würde, war mir klar. Doch dass es so schnell gehen würde, hätte ich dann doch nicht gedacht – obwohl ich in Welper als gnadenloser Pessimist gelte.

Aber warum ist die Mannschaft denn nun abgestiegen?

Vor der Saison haben fünf wichtige Spieler den Verein verlassen. Zwar waren nur Yavuz Derin und Selcuk Aydin absolute Stammspieler, doch auch Markus Blättler, Arton Mustafaj und Remzi Aydin waren wichtige Spieler, die letztlich nicht ersetzt werden konnten.

Aber hätte es nicht dennoch zum Klassenerhalt reichen müssen?

Dass es so schlimm kommen würde, habe ich nicht gedacht. Aber wenn man aus den letzten drei Heimspielen gegen Schwerte, Geisecke und den TuS Hattingen von neun möglichen Punkten nur zwei holt, dann reicht das halt nicht. Wahrscheinlich hat auch die Mannschaft lange Zeit nicht gedacht , dass es schiefgehen könnte. Und die zahlreichen Niederlagen haben natürlich verunsichert. So etwas kannte die Mannschaft ja nicht.

Lag’s an den Trainern?

Es auf die Trainer zu schieben, wäre zu einfach. Aber Egbert Bursian hat aus 16 Spielen nur 16 Punkte geholt und Andy Steinmann aus 14 Partien 15 Zähler. Das ist natürlich zu wenig. Egbert Bursian ist auf jeden Fall ein absolut qualifizierter Mann, der auch ein gutes Training macht. Aber er hat wohl keinen richtigen Draht zur Mannschaft bekommen. In der Winterpause haben wir dann die Reißleine gezogen. Wir haben auch mit vier erfahrenen Trainern gesprochen, doch letztlich sind wir aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zusammengekommen. Und natürlich war es ein Risiko, mit Andy Steinmann einen ganz jungen Mann zu holen.

War es rückblickend ein Fehler?

Andy sollte den Klassenerhalt sichern. Nichts anderes. Das hat er nicht geschafft. Wenn man es so sieht, dann war seine Verpflichtung ein Fehler. Ich hoffe nur, dass er jetzt als Trainer nicht schon verbrannt ist und wieder eine Chance bekommt. Denn er ist ein guter Typ und immer noch ein hervorragender Fußballer, der allerdings auch lange verletzt war.

Welpers Präsident, Wolfgang Streckert, hat davon gesprochen, die Fußball-Abteilung bis 2014 aufzulösen. Was sagen Sie dazu?

Dazu fällt mir nicht viel ein. Das war ein absolutes Eigentor. Denn die Situation ist auch so schon absolut schwierig. Durch diese Äußerung wird sie noch schwieriger. Und die Probleme ausschließlich darauf zurückzuführen, dass es wohl keinen Kunstrasen geben wird, ist zu einfach.

Vielleicht wollte Wolfgang Streckert auch nur ein Zeichen setzen?

Ja, vielleicht. Er ist genauso frustriert wie ich, dass sich im Verein und speziell in der Fußball-Abteilung so wenig Menschen engagieren. Wahrscheinlich wollte er wachrütteln. Doch das war der falsche Weg. Das wird auch die Jugendabteilung zu spüren bekommen, der es ja ohnehin nicht so gut geht. Wenn jetzt eine Mutter ihr Kind bei den Mini-Kickern anmelden will, dann geht sie vielleicht zum TuS Blankenstein und nicht mehr zur SG Welper.

Wie sieht denn Ihre persönliche Zukunft bei der SG Welper aus. Wird es wieder einen Trainer Peter Kursinski geben?

Einen Trainer Peter Kursinski wird es wahrscheinlich wieder geben. Aber nicht bei der SG Welper. Ich habe mich zu lange fast allein um zu viele Dinge kümmern müssen. Es ist nie gelungen, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Das meine ich ja mit den fehlenden Strukturen.

Käme für Sie denn eine andere Aufgabe in Frage?

Das weiß ich jetzt noch nicht.

Aber noch einmal zur Aussage von Wolfgang Streckert. Wo sehen denn Sie Welpers Fußballer im Jahr 2014?

Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Da ist noch zu viel unklar. Darüber müssten wir uns Ende Juli noch einmal unterhalten.

Heiner Wilms

Kommentare
09.06.2010
01:39
„Das war ein Eigentor“
von Hier geboren | #5

#3 u. 4 Klar habt ihr recht! Trifft alles zu für die Zeit heute. Als alter Sack und Tus´ler kenne ich aber auch noch Zeiten als 8,9-jähriger Drops,...
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http://www.derwesten.de/wp/sport/lokalsport/hattingen-sprockhoevel/das-war-ein-eigentor-id3551488.html
2010-06-07 16:11
Hattingen Sprockhövel