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Etuf-Damen übertreffen eigene Erwartungen

10.07.2012 | 16:30 Uhr
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Etuf-Damen übertreffen eigene Erwartungen
Imke Küsgen (ETUF) Michael Gohl / WAZ FotoPool

Vor gut fünf Jahren startete der Etuf in der 1. Verbandsliga einen Neuanfang. Damen-Tennis hat am Baldeneysee schließlich eine lange und erfolgreiche Tradition, an die man anknüpfen wollte. Der Aufstieg in die Eliteliga glückte im Vorjahr – früher als erwartet. Und dort fühlt sich der Etuf offenbar wohl: Hinter dem Spitzenduo Bocholt und Ratingen brachten es die Essenerinnen überraschend auf Platz drei. Sportwartin Sabine Schmitz hatte „nur“ den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben. „Unser Debüt ist voll geglückt“, ist sie zufrieden.

Dabei war die Saison aufregender als es die Tabelle letztlich wiedergibt. Vor allem auch für Schmitz, deren Gefühlszustände nicht nur einmal zwischen Zuversicht, Enttäuschung und Freude schwankten. Letztere überwiegt am Ende. Doch der Saisonauftakt verlief noch holprig. „Wir hatten Karlsruhe als schwächstes Team eingestuft und gedacht, wir gewinnen dort“, erinnert sich die Sportwartin. Doch der Etuf legte mit einer 3:6-Niederlage einen Fehlstart hin. Aber damit kannten sich die Essenerinnen nach der Vorsaison bestens aus.

Auch diesmal gab es die prompte Antwort: Gegen Stuttgart siegte der Etuf mit gleichem Ergebnis. Von Schmitz Schultern fiel eine große Last ab. „Ich hatte große Bedenken. Unsere Top-Spielerinnen waren zwar eingeplant, aber man weiß ja nie, ob es auch dabei bleibt.“ Ein Sieg mehr auf der WTA-Tour und Ksenia Pervak und Nuria Llagostera-Vives hätten abgesagt. So ist das Geschäft. Aber beide kamen - und überzeugten.

Und doch wuchs vor dem letzten Spieltag noch einmal der Druck. Der Klassenerhalt war noch in Gefahr. Dabei hatte der Etuf gegen Meister Bocholt (4:5) und Vize-Meister Ratingen (3:6) zweimal stark aufgespielt. Allzu zuversichtlich machte sich der Klub dennoch nicht auf den Weg nach Moers. Pervak und Gojnea hatten abgesagt, Llagostera-Vives mit dem Einzug ins Doppel-Halbfinale bei den French Open einen Karrierehöhepunkt gefeiert. Schmitz gratulierte mit etwas Magenschmerzen, denn für das Saisonfinale fiel die Spanierin somit aus.

Aber der Etuf konnte sich auf seine bewährten Kräfte verlassen. Allen voran Imke Küsgen, die nicht nur in Moers groß aufspielte. Nur einmal in der gesamten Spielzeit musste sie ihrer Gegnerin gratulieren. Doch diese Niederlage schmerzte besonders, entschied gegen die Top-100-Spielerin Yakimova (Bocholt) doch eine vermeintliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters das Match. „Vor Imkes Gesamtleistung kann man nur den Hut ziehen“, findet Schmitz. Die Entdeckung der Saison ist aber Katharina Lehnert. „Sie war für Nummer sechs vorgesehen. Und ich habe da bei ihr schon viel Ehrfurcht gespürt.“ Und doch war die 17-Jährige auch höheren Aufgaben gewachsen.

Entscheidend war für Schmitz aber auch die Verpflichtung von Ute Strakerjahn als Teamchefin. „Sie hat mit ihren Einschätzungen immer die richtige Aufstellung gefunden“, lobt Schmitz. Die formschwache Angelique van der Meet dürfte nicht immer begeistert gewesen sein. Misstöne gab es aber nicht, wie Schmitz versichert. Selbst das Finanzergebnis ist positiv: Am Ende steht eine schwarze Null. Klar, dass sie weitermachen möchte. „Ich komme aus der eigenen Jugend, habe selbst 1. Damen gespielt. Da ist man automatisch mit viel Herzblut dabei.“ Ohne die Rückendeckung der Mitgesellschafter der Vermarktungsgesellschaft Norbert Pabst, Günter Voekel und Wolf-Dieter Jahn würde das aber nicht ausreichen.

Die Planungen für die neue Saison hat Schmitz bereits aufgenommen. Viel möchte sie aber gar nicht verändern. „Ich wüsste nicht, von welcher Spielerin wir uns trennen sollen.“ Stattdessen soll der Kader um die eine oder andere Top-Spielerin erweitert werden. Denn am Ende steht bei Schmitz die Erkenntnis: „Um erfolgreich zu sein, muss man die richtigen Spielerinnen zum richtigen Zeitpunkt an den Start bringen.“ Wie man das nicht macht, hat Ratingen gezeigt, das Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Julia Goerges nicht einmal aufbieten konnte.

Einsetzte Etuf-Spielerinnen:

Ksenia Pervak: 1 Einsatz/1:0-Einzel/1:0-Doppel.

Nuria Llagostera-Vives: 1 Einsatz/ 1:0/ 1:0.
Madalina Gojnea: 2/1:1/1:1.

Cristina Mitu: 4/0:4/0:4.
Anne Schäfer: 5/2:3/3:2.
Angelique v.d. Meet: 4/0:2/2:2.
Victoriya Tomova: 2/1:1/0:1.
Katharina Lehnert: 4/3:1/1:2.
Imke Küsgen: 5/4:1/2:2.
Darija Jurak: 4/2:1/3:1.
Alexandra Stückradt: 1/0:1/0:1.

Kommentare
11.07.2012
16:24
Circus ohne Wert
von karlleokraus | #1

Was haben die für ETUF spielenden Damen mit dem ETUF gemein?
Diese Frage kann man allerdings auch erweitern auf die anderen Teams, die in dieser sog. "Eliteliga" antreten.
Die Aussage: "Um erfolgreich zu sein, muss man die richtigen Spielerinnen zur richtigen Zeit an den Start bringen", beschreibt einfach die komplette Hohlheit dieser Veranstaltung.
Der ETUF sollte schleunigst seine miserabele Jugendarbeit, bevorzugt in den Abteilungen Tennis und Hockey verbessern, und dann versuchen mit aus dem eigenen Nachwuchs kommenden Spielerinnen und Spielern möglichst hochklassig präsent zu sein.
Aber: Stattdessen setzt man fast ausschließlich auf Fremdpersonal, spielt einige Jahre hochklassig um dann wieder in einem Loch zu verschwinden und auf den nächsten Sponsor/Geldgeber zu warten.

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