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Eine Reifeprüfung für die ETB Baskets

16.02.2012 | 20:27 Uhr
Eine Reifeprüfung für die ETB Baskets
2. Bundesliga Pro A, ETB Wohnbau Baskets - USC Heidelberg 81:76 Joseph James Henley (l. ETB) in der Abwehr gegen Charles Burgess (USC). Michael Gohl / WAZ FotoPool

Leitershofen war der Tiefpunkt. Es war bis dahin eine Saison, wie sie das Essener Basketball-Publikum seit Jahren der Pro A-Zugehörigkeit gewohnt war. Der ETB spielte gut, spielte mit – und verlor. Fünf Spiele und nur ein Sieg. Enttäuschend für ein Team, das mit dem Stichwort „Playoffs“ seine Träume ausformuliert hatte. Für einen Trainer, der seinem Team zwar für genau solche Aussagen auf die Finger klopfte, aber selbst – mit einer eingespielten Mannschaft – „den nächsten Schritt“ eingefordert hatte.

Der sollte zwar nicht zwangsläufig auf Platz acht führen (sondern „nur“ schnellstmöglich raus aus dem Kellermief der vergangenen Spielzeiten), doch was sich da im Spätherbst auf den Parketts der Liga abspielte, ließ kaum mehr als den Schluss zu, dass es für die Essener auch in dieser Saison nur um den Klassenerhalt würde gehen können. Es folgte Spiel sechs, eine Niederlage mit zwei Punkten gegen Top-Favorit Mitteldeutscher BC. Alles wie immer also – der Favorit wackelt, die Wohnbau Baskets bringen ihn aber nicht zu Fall.

Tiefpunkt und Wende

Dann aber der Auftritt in Leitershofen. 77:79 beim Tabellenletzten. Der Tiefpunkt eben. „Das wussten wir sofort, nachdem die Uhr runter gelaufen war“, blickt ETB-Trainer Igor Krizanovic zurück. Denn irgendwie war die Situation auch eine andere – weil die Erwartungen vor der Saison andere gewesen waren. „Erwartungshaltungen sind immer eine sehr subjektive Sache“, findet der Kroate. „Aber ja: Wir hatten zum ersten Mal die Situation, einen Gegner schlagen zu müssen. Es war nicht nur eine Niederlage mehr auf dem Konto. Wir waren der Favorit und wir sind dem nicht gerecht geworden.“

Seit dem hat sich viel getan. Kevin Wysocki wurde verpflichtet, es folgten drei Siege in Serie. Aber wieder Nackenschläge vor Weihnachten mit nur zwei Siegen aus fünf Spielen. Auch im neuen Jahr setzte es in zwei von den ersten drei Partien Hiebe. Krizanovic verbindet diese Phase auch mit dem Ausfall von Shooting Guard Marco Buljevic – eine Säule der Mannschaft war Anfang Dezember eingeknickt und auch im neuen Jahr noch nicht wieder dabei. Dann seine Rückkehr und die Verpflichtungen von Diego Kapelan und Sascha Kesselring – und ein Sieg gegen Heidelberg und der Coup beim Spitzenreiter MBC.

Am Rande
Karnevals-Rabatt

Die ETB Wohnbau Baskets feiern am Samstag Karneval am Hallo. Wer sich mehr als nur eine rote Pappnase aufsetzt, der bezahlt zum Bundesliga-Spiel gegen Leitershofen für ein Ticket nur einen Euro. Für die kleinen Fans wird es ein Kinderschminken geben.

War es nun ein nerviges Auf und Ab? Oder waren es doch starke acht Siege in den 13 Spielen nach Leitershofen? „Was man bei einem Tiefpunkt ja nie sofort sagen kann ist, ob es auch der Wendepunkt ist. Heute können wir Gott sei Dank sagen, dass es ein Wendepunkt war“, stellt Igor Krizanovic erst einmal fest.

Aber wie stabil ist der ETB tatsächlich? „Das könnte man im Moment jeden Trainer der Liga fragen“, kontert der Coach. Die Konkurrenz sei so ausgeglichen. „Fakt ist: Wir waren noch nie so tief besetzt . Und auch wenn wir mit dieser Mannschaft keinen Gegner dominieren können, so haben wir mit dieser Mannschaft gegen jeden Gegner auf alle Fälle eine Siegchance.“

Nun heißt der Gegner wieder Leitershofen, am Samstag am Hallo (19.30 Uhr). Wieder kommt das Schlusslicht. Wieder ist der ETB in der Bringschuld, wieder klarer Favorit. Gerade auch mit dem Rückenwind aus dem Spiel beim MBC. Die Frage der Stabilität wird auch beantwortet. Eine Reifeprüfung.

Achim Faust



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