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Profi-Basketball in Düsseldorf ist vorerst Geschichte

06.06.2012 | 20:57 Uhr
Profi-Basketball in Düsseldorf ist vorerst Geschichte
Murat Didin

Düsseldorf  Die Giants Düsseldorf erhalten keine Wildcard für einen Startplatz in der Basketball-Bundesliga. Geschäftsführer Murat Didin ist optimistisch, die Mannschaft vor dem Schiedsgericht zumindest noch in die zweite Bundesliga einzuklagen.

Der Düsseldorfer Profi-Basketball ist vorerst Geschichte. Wie zu erwarten, verloren die Giants um Geschäftsführer Murat Didin gestern das Rennen um die Wildcard für einen Startplatz ohne sportliche Qualifikation in der Bundesliga. Mit sehr großer Mehrheit, offenbar sogar einstimmig, entschieden sich die Vereine aus dem Oberhaus bei ihrem Votum für den einzigen Mitbewerber Giessen 46ers. Entscheidender: Zum selben Ergebnis kamen BBL-Präsident Dr. Thomas Braumann und ein Vertreter des Deutschen Basketball Bundes auf ihrer Sitzung in Frankfurt.

45-jährige Tradition

Da die Giganten aus zweierlei Gründen (die NRZ berichtete ) auch zum Zwangsabsteiger aus der Pro A in die viertklassige Regionalliga ernannt wurden und einem Widerspruch vor dem Schiedsgericht nur geringe Chancen zugerechnet werden, scheint aus dem vermuteten Aus nun traurige Gewissheit zu werden. Die „Riesen“ vom Rhein können sich nun nur noch in die zweite Liga einklagen – sonst haben sie keine Startberechtigung in einer der deutschen Profi-Ligen. „Wir haben alle Fragen beantwortet, unsere Saison sowie unseren Etat erklärt. Es war uns wichtig, unsere Stabilität zu zeigen. Am Ende unterlag unser vierjähriger Verein einer Tradition von 45 Spielzeiten in der Bundesliga. Aber wir wünschen Gießen viel Erfolg“, so Didin, der Marketingchef Cem Karasu und Düsseldorfs Sportausschuss-Vorsitzende Monika Lehmhaus als politische Fürsprecherin mit nach Frankfurt genommen hatte.

Den Kopf in den Sand steckt der 57-jährige Türke trotz aller Widrigkeiten nicht. Allen Gerüchten zum Trotz, zu denen der Geschäftsführer keinen Kommentar abgeben will, blickt Didin positiv in die Zukunft: „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Lizenz noch erhalten. Wir glauben, dass wir unseren Verpflichtungen nachgekommen sind. Wir haben mehr Probleme als gedacht, aber wir werden sie lösen. Mehr dazu zu sagen, ist nicht korrekt. Und hätten wir nicht unsere Hausaufgaben gemacht, hätte uns die BBL gar nicht zur Wildcard zugelassen.“

Warum die 2. Liga seinem Verein dann die Lizenz aberkannt hat? „Wir können nicht für die Liga sprechen. Aber wir schlafen nicht auf unseren Problemen. Wir werden erstmals in der Giants-Geschichte zum Abschluss der Spielzeit Ende Juni eine positive Bilanz vorweisen und haben niemanden betrogen“, betont Didin weiter. Was nach den Enthüllungen der vergangenen Tage für Fragezeichen sorgt. Zumal sich immer mehr Geschädigte zu Wort melden, die auf offene Forderungen pochen. Einige von ihnen sollen bereits einen Vollstreckungsbescheid erwirkt haben. „Wir glauben, dass wir alles richtig gemacht haben. Daher gibt es auch keinen Plan B. Und keinen Grund, pessimistisch zu sein“, zog Didin gestern Abend dennoch ein positives Fazit.

So sieht der Türke auch gute Chancen im Rechtsstreit mit der zweiten Liga vor dem Schiedsgericht. Allerdings haben die Giganten in erster Instanz bereits juristisch das Nachsehen gehabt. Den Reisholzern wurde die Lizenz für die kommende Saison in der zweitklassigen Pro A verweigert, da eine Auflage nicht fristgerecht zum 14. Mai erfüllt worden sein soll.

Der nachträgliche Lizenzentzug für die abgeschlossene Spielzeit resultiert wohl aufgrund nicht gezahlter Gehälter. Trotz mehrfacher Nachfrage weigerten sich die Giants im gestern Abend anberaumten Pressegespräch, sich zu den Lizenzentzügen wie auch zu den wohl noch ausstehenden Forderungen zahlreicher Gläubiger zu äußern.

Zweifelhafte Transparenz

„Die Giants sind einer der transparentesten Klubs der Stadt“, betonte Didin stattdessen. Vergaß dabei neben den Gläubigern auch die zahlreichen – durch den Verein gelöschten – Kommentare verunsicherter Fans im Internet. Wie auch die Tatsache, dass man versuchte, die juristische Niederlage gegen den Lizenzentzug in erster Instanz vollends unter den medialen Tisch zu kehren. Angesichts einer derartigen „Transparenz“ erscheint die Niederlage im Wildcard-Verfahren nur als logische Konsequenz.

Mareike Scheer



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