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Deutsche Eishockey-Liga

Hart, aber herzlich in die zwölfte gemeinsame Spielzeit

04.07.2012 | 22:00 Uhr
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Hart, aber herzlich in die zwölfte gemeinsame Spielzeit

Düsseldorf. Es ist selten, dass Teamkollegen die Farben der Unterhosen untereinander kennen. Doch beim neuen Lausbuben-Duo der DEG ist dies Normalität. Michael Catenacci und Marc Zanetti würden wahrscheinlich alles teilen – bis auf die Freundin. Nicht ohne Grund. Die beiden neuen rot-gelben Eishockeycracks sind bereits seit dem vierten Lebensjahr befreundet. Am Rhein bestreiten die Cracks ihre zwölfte gemeinsame Spielzeit. Nur ihre vierjährige Periode in der kanadischen Juniorenliga OHL verbrachten die 21-jährigen Nachwuchscracks jüngst nach elf gemeinsamen Jahren bei ihrem Heimatverein Markham Waxers in unterschiedlichen Klubs. Catenacci bei den Kitchener Rangers, Zanetti bei den Ottawa 67’s.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Die Neu-Düsseldorfer sind Italo-Kanadier. Catenaccis Eltern wurden im „Stiefel-Land“ geboren, bei Verteidiger Zanetti ist es die Mutter.

Zusammen wollen die „jungen Wilden“ nun die DEL aufmischen. Der frühe Trainingsstart am vergangenen Montag hat die Nachwuchs­cracks dabei nicht gestört. „Wir sind bereit, hart zu arbeiten, um als Team möglichst erfolgreich zu sein“, betont Catenacci, der zusammen mit seinem besten Freund eine Männer-WG nahe des Eisstadions an der Brehmstraße aufgemacht hat. Diese wird allerdings ab und zu bei Besuchen von Alexandra, der Freundin von Catenacci, aufgemischt.

Zunächst lebt sich das Duo jedoch in vertrauter Zweisamkeit ein. Es gilt, eine neue Stadt mit einer anderen Kultur als jene der kanadischen Heimat zu erkunden. Über Düsseldorf hat sich zumindest die Mutter von Marc Zanetti bereits via Internet informiert. Und die Kufenflitzer selbst zeigen sich nach den ersten Tagen sehr beeindruckt vom neuen Arbeitsplatz. Besonders von den Fans, standen diese doch gleich zahlreich parat, als die Neuzugänge am Samstag am Lohausener Flughafen landeten. „Das war einfach unglaublich! Morgens um sechs Uhr waren mehr als fünfzig Fans gekommen!“ betont das Duo unisono.

Diesem ist jedoch auch bewusst, dass das erste Profijahr kein Zuckerschlecken wird. „Wir spielen jetzt gegen Männer und nicht mehr gegen Jugendliche. Es wird sicher etwas dauern, sich daran zu gewöhnen“, so der nur 1,70 Meter große Mittelstürmer Catenacci. Der wollte bei einer versagten Karriere als Eishockespieler Polizist werden, da er sich schon immer für Gerechtigkeit interessierte. Catenacci könnte also der neue Ordnungshüter im Team werden. Der Puck-Sport stand jedoch schon immer an erster Stelle. Und so betont der Center selbstbewusst: „Ich bin zwar klein, aber sehr schnell. Mein Ziel ist es, mir einen Stammplatz in den ersten beiden Angriffsreihen zu sichern.“

Bei seinem Teamkollegen Zanetti liegen die Stärken hingegen in der Physis. Apropos, da war doch was: Das 96-Kilogramm-Kraftpaket wurde in den jüngsten Play offs der Ontario Hockey League gleich zweimal von der Liga suspendiert. Zunächst im Viertelfinale nach einem handfesten Zwischenfall beim Warmlaufen gegen die Belleville Bulls: Fünf Spiele Zwangspause! „In dieser Situation war es so, dass mich ein Spieler beim Aufwärmen gekreuzt hat. Das mag ich überhaupt nicht. Das habe ich ihm dann auch gezeigt“, so Zanetti.

Zuletzt machte der Verteidiger mit übertriebener Härte im Halbfinale gegen die Niagara Ice Dogs auf sich aufmerksam, als Zanetti dem am Boden liegenden deutschen Nachwuchsnationalspieler Tom Kühnhackl mit dem Schlittschuh gegen den Kopf getreten hatte. Ein Ausschluss bis zum Saisonende ließ nicht lange auf sich warten. „Das war dumm. Ich bereue es zutiefst und bin froh, dass ihm nichts passiert ist. Ich habe mich entschuldigt und werde daraus lernen.“

Sonst bekommt der Defender wahrscheinlich auch die „rote Karte“ von „Polizist“ Catenacci gezeigt. Auf eine harte Spielweise dürfen sich die Fans aber dennoch freuen. „Manchmal bin ich ein bisschen verrückt. Und wenn nötig, werde ich ganz sicher die Teamkollegen verteidigen“, verspricht der Abwehrrecke.

Besonders Bobby Goepfert dürfte sich daher über die Verpflichtung des 21-Jährigen freuen. Wurde der Torsteher im Vorjahr doch das eine oder andere Mal zum Ziel der gegnerischen Angreifer.

Übrigens: Wie die NRZ bereist am Dienstag berichtet hatte, wechselt Eishockeycrack Calle Ridderwall aus der AHL von den Providence Bruins an den Rhein und besetzt bei der DEG die vorletzte Ausländerlizenz für die DEL-Saison 2012/13. Die Rot-Gelben bestätigten den Kontrakt gestern offiziell und erwarten den Außenstürmer am 15. Juli an der Brehmstraße. Der 24-jährige schwedische Angreifer erhält einen Einjahresvertrag und ist der Neffe von Rolf Ridderwall, Gold-Torsteher der „Tre Konor“ bei der WM 1991 im finnischen Turku.

Jetzt sucht die DEG zur Komplettierung ihres Kaders nur noch einen Verteidiger – der in Rainer Köttstorfer von den Hamburg Freezers, wie ebenfalls bereits berichtet, schon gefunden sein soll.

Von Mareike Scheer

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