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Düsseldorf erlebte 2012 Fortuna-Hype und viele Baustellen

30.12.2012 | 20:00 Uhr
Düsseldorf erlebte 2012 Fortuna-Hype und viele Baustellen
Am Aufstiegsabend brach plötzlich in der Arena das Chaos aus. Auch Verteidiger Juanan wirkte da hilflos.Foto: Kai Kitschenberg/WAZFotoPool

Düsseldorf.  Der sportliche Erfolg der Fortuna hat Düsseldorf im Jahr 2012 viel Aufmerksamkeit beschert. Doch daneben gibt es viele Beispiele, die zeigen, wie schwer es Vereine im Schatten des Fußballs haben: Die DEG oder die HSG Düsseldorf müssen auch im neuen Jahr um ihre Zukunft bangen.

Düsseldorfs 2012 war ein Fortuna-Jahr. Das ist zweifelsfrei, weil Flingerns erfolgreiche Profifußballer die Sportstadt, pardon, Fortuna-Stadt in den Medien weltweit beworben haben. Die Betonung liegt auf global. Der chaotische Aufstiegsabend gegen die Berliner Herthaner hatte mehr TV-Zuschauer durch Live-Bilder auf allen fünf Kontinenten als der spätere „Wetten, dass . . .?“-Auftritt.

28,8 Millionen Euro Umsatz aus der Zweitliga-Saison 2011/12 beweisen, welch finanzielle Lücke zur Nummer Zwei klafft, den DEG-Eishockey-Profis. Die müssen aktuell mit nur noch fünf Millionen Euro auskommen. Der (Geld-)Segen für Fortuna ist auch ein Fluch für die Nicht-Fußballprofis der Sportstadt, die ihr Etikett zu verlieren droht.

Der Riese ist wachgeküsst

Bitte nicht missinterpretieren: Der sportliche Erfolg, den Trainer Norbert Meier, Sportvorstand Wolf Werner und Co. erzielt haben, hat die erwartete Kettenreaktion ausgelöst. Über üppige Fernsehgelder, Sponsoren- und Zuschauerinteresse in nicht gekannter Dimension. „Fortuna“, hatte Fußball- und Medienexperte Günter Netzer beim Einstieg seiner Infront-Agentur im Juli 2009 an der Arena betont, „ist ein schlafender Riese.“ In den Oberliga- und Regionalliga-Magerjahren von Stadt und Ex-OB Erwin am Leben erhalten, wurde der Riese 2012 endgültig wachgeküsst.

Auf Eishockey könnte man die Netzer’sche Behauptung auch münzen. Der weiße Ritter muss allerdings vorbeireiten, sonst ist erstklassiger Pucksport ab Mitte März in der Stadt Geschichte. Bravourös hatte sich die DEG nach dem Metro-Ausstieg in die neue Saison gerettet. Das Vorhaben, mit einem jungen, vorwiegend deutschen Team zu begeistern, ist sportlich vorerst gescheitert.

Handballer taumeln Viertklassigkeit entgegen

Auch an anderen Stellen brennt’s. Selbst im Tischtennis, wo Rekordmeister Borussia mit Lokomotive Timo Boll das bundesdeutsche Epizentrum bildet. Hernes Hals-über-Kopf-Ausstieg zeigt, dass selbst die aktuell nur noch neun Teams umfassende Bundesliga fragil scheint.

Das gilt für Handball schon lange. Nach vielen Bundesliga-Jahren taumelt man unter dem ART-Dach nun in die Viertklassigkeit. Die Zweitliga-Basketballer sind aktuell ohne sichtbare Sponsoren und mit selten mehr als 600 Zuschauern ein Soloprodukt von Enthusiast Murat Didin. Es steht zu vermuten, dass der wohlhabende Türke Etatteile aus eigener Tasche bezahlt.

Kein Weltklasse-Tennis mehr im Rochusclub

Weltklasse-Tennis im Rochusclub hat sich notgedrungen vom WM-Etikett getrennt. Ob ein „normales“ ATP-Turnier in Grafenberg finanziell funktioniert? Multimillionär und Lizenzinhaber Ion Tiriac wird via Rainer Schüttler ein waches Auge darauf haben.

DEG und Co. muss man für 2013 kräftiger die Daumen drücken als der Fortuna. Obwohl: Traut jemand, trotz neun Punkten Rückstand, den Hoffenheimern über den Weg? Fortuna kriegt einen Zusatzdaumen. Versprochen!

Michael Ryberg


Kommentare
31.12.2012
14:02
Düsseldorf erlebte 2012 Fortuna-Hype und viele Baustellen
von DerMerkerNRW | #2

Was für ein Fortuna-Hype? Sich den Aufstieg nach der desolaten Relegation beim DFL erkauft und jetzt die grosse Schn.uze haben! Gottseidank wird es nur ein kurzes Gastspiel!

2 Antworten
Düsseldorf erlebte 2012 Fortuna-Hype und viele Baustellen
von Sepelinho | #2-1

Du bist Komiker,oder? Leider hast Du dich in der Rubrik deines Kommentars geirrt! Hier geht es um das Thema Sport und nicht um Humor. Weiterhin viel Spass beim üben, dann kommst Du vielleicht auch mal ins Fernsehen. 95 Ole

Düsseldorf erlebte 2012 Fortuna-Hype und viele Baustellen
von exilfortune | #2-2

Desolate Relegation??? Den Aufstieg bei der DFL erkauft???? Du hast wohl nicht alle Tassen im Schrank!!!!!
Sonder deinen unqualifizierten Müll auf dem VFL-Portal ab.............
Es wird sich zeigen, ob es nur ein "kurzes Gastspiel" wird!!!!!!!!!

31.12.2012
07:26
Sportstadt fragil: Fortuna-Hype und viele Baustellen
von hubert.braun | #1

Nicht ganz klar, welche Botschaft der nicht genannte Kommentator da rüber bringen will. Schließlich sind es im Deutschen Bundesligafußball immer noch überwiegend die Vereine, die wirtschaften müssen, in einem Umfeld das von Geld und sportlichem Erfolg bestimmt wird. Anders als die DEL, dieses US-Kunstgebilde, in dem es allein um Geld geht.

Betrachtet man die Lage genauer, hat sich die Fortuna zu einem Musterclub entwickelt. Ist durch ein tiefes Tal gegangen um als solide haushaltender Verein wieder auf die Spur zu kommen. Schade dass also im Kommentar nicht erwähnt wurde dass sie aus den Einnahmen zuerst mal Schulden und Steuern gezahlt hat, und sich darum in Liga 1 mit einem sehr bescheidenen Etat zu begnügen.

Nimmt man dieses Beispiel und schaut sich an was bei der DEG passiert, scheint es fast so als ob man da dem Beispiel des nun wieder großen Düsseldorfer "Bruders" folgen möchte. Mit Vernunft und dem Willen es auch eigener Kraft zu schaffen.

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