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Bautistas Sieg mit Schmerzen

01.07.2012 | 22:00 Uhr
Bautistas Sieg mit Schmerzen

Düsseldorf. Die Neusser Jahnstraße war für den Rochusclub in den vergangenen Bundesliga-Jahren kein gutes Tennis-Pflaster. Gestern allerdings, zum Start der Saison 2012, bewies Teamchef Detlev Irmler eine glückliche Hand. Beide Neuzugänge fuhren die Einzelpunkte ein. Dazu stachen vor knapp 1000 Zuschauern die Doppel. Folge: ein sehr erfreulicher 4:2 (2:2)-Erfolg im ersten Duell im vermutlichen Abstiegskampf für die Grafenberger.

Der 24-jährige Iberer Roberto Bautista-Agut biss sich gegen den Argentinier Federico Delbonis durch. Brauchte aber im ersten Satz eine Fülle an Chancen, um mit der ersten erfolgreichen Netzattacke nach zuvor leicht vergebenen „Hundertprozentern“ den Tiebreak knapp nach Hause zu bringen. Danach war der Nerv bei Gaucho Delbonis, dessen gute Vorhand von einer fehlerhaften Rückhand relativiert wurde, offenbar gezogen.

„Ich habe einige Punkte leicht verschenkt, war aber im Spiel von der Grundlinie aus recht gut“, befand Bautista. Später blickte der Racketschwinger aus Castellon bei Madrid nicht mehr so fröhlich drein: Sein Start beim heutigen Challenger-Turnier in Braunschweig ist wegen einer Bauchmuskelzerrung gefährdet.

Glücklos wirkte gestern Mischa Zverev auf der Asche. Gegen einen ohne große Fehler spielenden Blau-Weiß-Publikumsliebling Jesse Huta Galung hieß es 3:6, 3:6. Da nützte es wenig, dass der Papa auf der Bank als Coach fungierte.

Andujars Fingerverletzung

Und auch Spitzenspieler Pablo Andujar dürfte Teamchef Detlev Irmler an alte (Leistungs-)Probleme erinnert haben. „Bei uns spielt er irgendwie immer schlecht“, hatte Irmler über seinen Top-Crack, immerhin Nummer 36 der ATP-Weltrangliste, im Vorfeld geunkt. Was den Teamchef nicht davon abhielt, Andujar nach seinem Doppel-Aus auf Wimbledons Rasen am Samstagnachmittag noch anreisen zu lassen.

Andujar verkaufte sich gegen den exzellent aufspielenden Italiener Flavio Cippola im Spitzeneinzel lange gut. Ein wegen eines Hautrisses verpflasterter Daumen an der Schlaghand nach dem gewonnen Tiebreak und nachlassende Kondition ließen den Iberer einbrechen.

„Trotzdem hat sich seine Aufstellung gelohnt, weil wir auf den Positionen zwei bis vier günstigere Paarungen erwirkt haben“, befand Teamchef Irmler. Der war auch voll des Lobes für seinen zweiten Neuling neben dem Spanier Bautista. Der Niederländer Igor Sijsling gewann auf dem windigen Platz fünf das Benelux-Duell mit dem Belgier Maxime Authom im Matchtiebreak.

„Im ersten Satz hat fast alles geklappt. Danach ist Maxime stärker geworden, hat nicht mehr so viele Fehler gemacht. Im Entscheidungsmatch habe ich alle Konzentration mobilisieren müssen“, fasste der 24-jährige Amsterdamer zusammen.

Mit dem Georgier Teymuraz Gabashvili lieferte Sijsling anschließend noch ein exzellentes Doppel gegen die Neusser Spitzenkombination Cipolla/Delbonis ab. Und auch das deutsche Vorjahresgespann mit André Begemann und Martin Emmrich präsentierte sich nach einem langen Tag auf den Punkt konzentriert. Das Duo holte das zweite Doppel nach Tiebreak-Rückstand noch aus dem Feuer.

Das Spiel in der Statistik:

Einzel: Flavio Cippola/Italien (ATP 89) – Pablo Andujar/Spanien (ATP 36) 6:7 (5:7), 6:0, 10:5; Federico Delbonis/Argentinien (115) – Roberto Bautista-Agut/Spanien (125) 6:7 (5:7), 2:6; Maxime Authom/Belgien (188) – Igor Sijsling/Niederlande (107) 2:6, 6:3, 6:10; Jesse Huta Galung/Niederlande (227) – Mischa Zverev (180) 6:3, 6:3.

Doppel: Cipolla/Delbonis – Sijsling/Teymuraz Gabashvili, Georgien 4:6, 1:6; Authom/Huta Galung – An­dré Begemann/Martin Emmrich 7:6 (8:6), 4:6, 5:10.

Zuschauer: 1000.

Michael Ryberg


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