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Immer wieder Halim und Zwahr

04.06.2012 | 19:08 Uhr
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Immer wieder Halim und Zwahr
Die neue Nummer eins: Hallen-Stadtmeister Westfalia Wickede ließ die lokale Konkurrenz auch auf dem Feld hinter sich.

Die aus Dortmunder Sicht bislang mit Abstand spannendste Westfalenliga-Saison ist beendet. Die Enttäuschungen überwogen eindeutig, denn während Westfalia Wickede mit dem siebten Tabellenplatz alle Erwartungen übertroffen hat, blieb die lokale Konkurrenz komplett und zum Teil sogar überdeutlich hinter den eigenen hohen Ansprüchen zurück. Dass selbst der FC Brünninghausen mit einem blauen Auge davongekommen und vom drohenden Abstieg verschont geblieben ist, konnte eine verkorkste Spielzeit nicht wirklich retten. Am heutigen Dienstag wollen sich die Verantwortlichen zur knallharten Analyse zusammensetzen und versuchen, die richtigen Lehren zu ziehen. Auch wir blicken an dieser Stelle zurück, durchleuchten die Saison in all ihren Facetten.

Die Top-Mannschaft

Keine Frage: dieser Titel geht an Westfalia Wickede. Nicht allein allerdings wegen der unerwartet guten Platzierung und des Gewinns der Hallen-Stadtmeisterschaft, sondern vor allem, weil sich die Jungs von Marko Schott viel besser geschlagen haben als es die Experten vermutet hatten, als Kollektiv überzeugten und mit echtem Teamgeist nach Rückschlägen immer wieder schnell zurückgekommen sind. Vom Potenzial hätten auch die anderen drei zuvor höher eingeschätzten Teams die lokale Spitzenposition erklimmen können. Doch Aplerbeck bekam zu spät die Kurve, Eving baute in der Rückrunde deutlich ab und Brünninghausen verlor nach internen Turbulenzen schon früh den Anschluss nach oben.

Die Top-Spieler

Auch in einer eher durchwachsenen Saison bewegten sich einige Akteure weit über dem Schnitt. Dazu zählt zweifelsohne Aplerbecks Rafik Halim. „Er hatte in der entscheidenden Phase einen enormen Anteil daran, dass wir da unten rausgekommen sind“, lobt Trainer Jörg Silberbach seinen Defensivmann, der in einer für ihn überragenden Frühjahrsrunde noch mehr Verantwortung übernahm, die anderen mitriss und letztlich sogar Torinstinkt entwickelte. Eine exzellente Saison spielte auch Wickedes Benedict Zwahr. „Ein Junge, der in unserem Offensivspiel immer wieder Akzente gesetzt und das hohe Niveau über die gesamte Saison gehalten hat“, sagt Schott über seinen Offensivspieler. Mit Daniel Limberg kommt ein weiterer Top-Mann aus Wickede. „Bis zu seiner Verletzung war er für mich zusammen mit Wannes Tobias Ritz der beste Torhüter der Liga“, so Schott. Brünninghausens Frank Eigenwillig sah in Christoph Parossa ebenfalls seinen Spitzenspieler im Tor. Ein Titel geht auch nach Eving: hier spielte mit Anil und Emre Konya Dortmunds bestes Brüderpaar der Liga. Daniel Rios gab beiden eine Bestnote.

Die Aufsteiger

Auch hier führt kein Weg an Benedict Zwahr vorbei. Vom BSV Schüren aus der Bezirksliga gekommen, wurde er zwei Spielklassen höher gleich zum Leistungsträger. Beim ASC 09 schafften zwei ganz junge Burschen den Sprung: Patrick Dedner kam aus der eigenen Jugend, ließ sich auch von gesundheitlichen Rückschlägen nicht entmutigen und eroberte sich zur Frühjahrsrunde einen Stammplatz. Noch früher fasste Simon Rudnik Fuß: er hatte zuvor in Wattenscheid kaum gespielt, ist nun aber seit Monaten aufgrund seiner enormen Konstanz als Sechser eine feste Größe. In Brünninghausen schafften es ebenfalls junge Burschen, die in der Westfalenliga Neuland betraten: Benjamin Bielmeier gehört dazu, aber auch Christian Wazian, der sogar noch in der Jugend spielen könnte, und Raimund Büth. Ein weiterer Aufsteiger ist Robin Tech: der aus der Eintracht-Jugend gekommene Manndecker wurde in der Innenverteidigung des TuS Eving zu einer Bank.

Die Aussteiger

Dominik Behrend und Sebastian Stein mussten nach den internen Turbulenzen noch in der Hinrunde den FC Brünninghausen verlassen. „Sie haben uns sportlich mehr wehgetan, als wir damals vermutet hatten“, gesteht Frank Eigenwillig. In Kirchhörde fanden beide mittlerweile wieder ihr Glück. Beim ASC zog Miguel Moreira die Konsequenzen aus seinem Dasein als Ergänzungsspieler, ging im Winter nach Wickede, erhielt dort deutlich mehr Spielanteile und zahlte das mit viel Engagement zurück. „Er arbeitet daran, seine alte Qualität wiederzuerlangen“, sagt Schott. Drei weitere Spieler verließen Aplerbeck während der Saison: Torhüter Jan Broda zog sich während der Hinrunde aus privaten Gründen zurück, Raphael Lorenz ging im Winter zum VfK Weddinghofen und Giovanni Schiattarella nahm sich mit Beginn der Frühjahrsrunde eine Auszeit, die bis zum Saisonende andauerte.

Die Torjäger

Gleichauf belegen Brünninghausens Paul Polok und Wickedes Benedict Zwahr mit jeweils 14 Treffern Platz eins. Aplerbecks Tim Schwarz (13) verpasste vor allem aufgrund mehrerer Verletzungspausen eine höhere Quote. Evings Florian Gondrum dokumentierte mit neun Toren eine für ihn gute Saison. Dahinter schon Aplerbecks Rafik Halim, der treffsicherste Defensivmann (7).

Die Dauerbrenner

Brünninghausens Benjamin Bielmeier stand in allen 32 Punktspielen in der Startelf. Ebenfalls immer dabei war sein Teamkollege Andreas Berning. Auch der künftige Brünninghausener Florian Gondrum bestritt für Eving alle Partien, Robin Tech fehlte aufgrund einer Roten Karte nur zweimal und spielte ansonsten immer von Beginn an. Benedict Zwahr bestritt alle 32 Spiele für Wickede, wo Marcel Städter nur einmal verletzt aussetzen musste. Nr. 1 beim ASC auch hier Rafik Halim (30 Einsätze).

Die Pechvögel

Eine ganze Reihe von Spielern traf es ganz schlimm: die Evinger Karim Bouzerda und Karim Bouasker erlitten bereits im fünften Saisonspiel einen Kreuzbandriss, mit der gleichen Verletzung erwischte es beim ASC 09 David Steindor (bereits zum zweiten Mal) und Marcel Großkreutz ebenfalls schon in der Hinrunde. Wickedes Torhüter Daniel Limberg riss sich in der Zwischenrunde der Hallen-Stadtmeisterschaft die Achillessehne. Praktisch ohne Einsatz in der Frühjahrsserie blieben auch Evings Philipp Kasperidus (Kniescheibenbruch) und Brünninghausens Marcel Greig (Schambeinentzündung).

Durch leichtere bzw. mittelschwere Blessuren fielen die Evinger Sascha Rammel und Francis Bugri, die Brünninghausener Denis Boutagrat und Pascal Langer und ASC-Torjäger Tim Schwarz immer wieder aus. Schließlich quälte sich Wickedes Roman Schymanietz aufgrund diverser Verletzungen durch die komplette Spielzeit. Allesamt Leute, die bei entsprechender Fitness zu den herausragenden Akteuren dieser Saison hätten zählen können.

Udo Stark

Kommentare
04.06.2012
21:25
Die Dominanz des BVB im Dortmunder Fussball
von DEWFan | #1

ist noch größer geworden. Nie war die Chance auf den Oberligaaufstieg größer als in diesem Jahr, dank der Regionalligareform. Das war wirklich kollektives Versagen der Stadtrivalen. Wickede lasse ich mal außen vor, die hatten die Quali zur Oberliga gar nicht eingeplant, und nun sind sie Dortmunds Nr. 2.

Na ja, Mengede sei dank, wird die Verbandsliga so langsam zur Dortmunder Stadtliga.

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