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Glänzen statt nachzukarten

10.02.2012 | 17:27 Uhr
Glänzen statt nachzukarten

Dorsten. „Wir haben eigentlich keine Chance - aber genau die wollen wir nutzen!“ Aus den Worten von Hendrik Höfken, Trainer der Lateinformation des TTH Dorsten, klingt vor dem Bundesliga-Heimturnier in der Petrinum-Sporthalle (Samstag, 18 Uhr) eine gehörige Portion Sarkasmus. Denn bei den bisherigen zwei Turnieren der Eliteklasse landete der Aufsteiger nach Ansicht der erfahrenen Trainers zu Unrecht auf dem achten und letzten Platz.

Es war wohl der Makel des Schlusslichts bei der Deutschen Meisterschaft 2011 in Bremen, der den Dorstenern das Leben bzw. das Überleben in der ersten Liga so schwer machte. „Damals war die Enttäuschung bei uns schon riesengroß. Die Mannschaft hatte bei der DM einfach einen miserablen Tag erwischt - da war schlichtweg der Wurm drin, und das schon von der Stellprobe an“, erinnert sich Hendrik Höfken. Und im Formations-Tanzsport ist es dann nun mal schwer, wenn man sich gleich beim ersten, so richtungsweisenden Wettbewerb derart fehlerhaft präsentiert. „Das ist dann diese ganz eigene Psychologie unseres Sports - auch wenn du nachher deutlich besser tanzt, die Wahrnehmung des ersten Auftritts bleibt immer irgendwie haften. Dabei kann unsere Mannschaft wesentlich besser tanzen“, betont der TTH-Coach.

Er geht sogar so weit, sich vor dem Turnier in der ausverkaufen Petrinumhalle (gut 1000 Zuschauer werden dort am Samstag für Stimmung sorgen) weit aus dem Fenster zu lehnen: „Tänzerisch sind wir besser als unsere Konkurrenten aus Brühl und Bremerhaven. Und unser Ziel für das Turnier am Samstag ist es, dem Publikum genau das auch zu zeigen.“

Die acht Paare des Tanz-Turnierclubs Harmonie jedenfalls brennen darauf, sich mit ihrer Choreographie „Body-Language“ vor heimischem Publikum zu präsentieren - und vielleicht die allerletzte rechnerische Chance, noch von diesem achten Platz wegzukommen, auch zu nutzen.

Beim Premierenturnier in Bremen gab’s vor vier Wochen für eine „konstante, ordentliche Leistung“ (O-Ton Hendrik Höfken) dennoch sechs „Achter“-Wertungen - beim zweiten Wettbewerb in Bremerhaven dann nur noch deren fünf. „Da war die Vorrunde eher wacklig, das Finale aber mega-stark“, erinnert sich der Trainer, der gemeinsam mit Maik Michel und Jeannette Seydich das TTH-Ensemble eingestimmt hat auf dieses „Heimspiel“ in der Lippestadt. „Bislang haben wir in eigener Halle immer stark getanzt“, erinnert sich Höfken an so manche eindrucksvolle Vorstellung. Im Vorjahr etwa siegten die Dorstener gleich zum Zweitliga-Start mit allen Einsern vor dem späteren Meister TSC Brühl, mit dem man sich nun auf den hintersten Plätzen der Bundesliga wiederfindet. Doch noch sind Brühl (7.) und Ex-Weltmeister TSG Bremerhaven (6.) nicht zu weit entfernt - ein sechster Platz am Samstag würde den Hoffnungen des TTH zumindest wieder ein kleines Fünkchen Leben einhauchen.

„Das ganze Nachkarten und Was-wäre-wenn bringt jetzt nichts mehr - wir müssen versuchen, am Samstag deutlich besser zu sein als Brühl und Bremerhaven“, betont Hendrik Höfken, der auch beim letzten Erstliga-Heimturnier des TTH am 31. Januar 2004 als Trainer fungierte. Damals gab’s drei „Sechser“ in der Wertung - wenngleich es am Ende mit der Choreographie zum Thema „Der Pate“ letztlich „nur“ Platz sieben wurde.

Oliver Schinkewitz



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