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Nach dem Abstieg: Trainerfrage ist in Riemke noch nicht entschieden

24.05.2012 | 15:40 Uhr
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Nach dem Abstieg: Trainerfrage ist in Riemke noch nicht entschieden

Trainer Dieter Lenz selbst kann nicht sagen, ob er weiter das Zepter schwingen wird. „Ich warte noch auf ein Gespräch mit dem Vorstand. Die sind noch nicht an mich heran getreten.“ Klaus-Georg Rump, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, betont, dass der Ausgang der Gespräche mit Lenz völlig offen ist.

Es war ein glanzloser Abschied des Vorletzten aus der vierthöchsten deutschen Spielklasse: Die Oberliga-Handballer des SV Teutonia Riemke konnten in der abgelaufenen Spielzeit nur sechs Siege sammeln - und haben den Abstieg deshalb auf dem Papier verdient. Nur: Geht man die Rückschau detaillierter an, wird deutlich: Der Sturz in die Verbandsliga wäre allemal zu verhindern gewesen.

Sicher: Der Spielplan hatte es nicht gut gemeint mit den Grün-Weißen. Erst ging es gegen die sieben Top-Teams der Liga, dann gegen sieben direkte Konkurrenten. „Wenn du zu Beginn direkt Prügel bekommst, kommt dein Selbstvertrauen unter die Räder. Ich habe immer gesagt, dass das gefährlich ist, wir deshalb auch gegen die Spitzenteams Punkte holen müssen. Die Mannschaft hat mir gesagt: In der zweiten Phase holen wir die nötigen Zähler“, so Trainer Dieter Lenz.

Die Mannschaft konnte ihr Versprechen nicht halten.

Denn sie ist nicht fit genug in die Meisterschaft gegangen. „Natürlich trifft mich da eine Teilschuld“, sagt Lenz, der aber auch kritisiert, dass „einige Spieler sich selbst gesteuert haben“, (zu) oft im Training fehlten: „Vielleicht hätte ich da mehr Druck aufbauen müssen.“ Auch das Verletzungspech hat eine Rolle gespielt. Mit Alexander Wild (Kreuzbandriss), Dennis Aufermann (Schulter), Steffen Lüning (Hüfte), Jonathan Geukes (Strecksehnenabriss) und Marijo Samija waren gleich fünf potenzielle Leistungs- und Entscheidungsträger verletzt zu Beginn des neuen Jahres. Das dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, warum man nach einer letztlich zufriedenstellenden Hinrunde mit elf Punkten in der Rückserie nur noch zwei Zähler geholt hat.

Besonders bitter: Die Ausgangslage im Abstiegskampf hatte sich in der Saison-Endphase wochenlang nicht geändert, nach nur einem Sieg hätten Riemke Tür und Tor offen gestanden - doch es hat nicht sollen sein mit einem Erfolg zum richtigen Zeitpunkt. „Da fehlten oftmals taktische Disziplin und Cleverness. Wenn man so verkrampft spielt, wie wir es getan haben, kann man sich nicht entwickeln. In jeder Hinsicht“, spielt Lenz auf stolze vier Niederlagen mit nur einem Tor Differenz an. Drei davon gab’s gegen Top-Teams, als man gut mithielt: „Es wäre nicht so schwer gewesen, die Klasse zu halten. Leider muss man das so sagen. In den ersten beiden Jahren war es in jedem Fall schwerer.“

Wie geht es nun weiter in Riemke? Dieter Lenz kann auf fünf zweifellos erfolgreiche Jahre zurückblicken. Nach dem Abstieg in die Verbandsliga realisierte er mit der Teutonia erst den Klassenerhalt, stieg im Folgejahr mit riesigem Vorsprung auf und hielt sein Team anschließend drei Jahre lang in der Oberliga. Lenz selbst kann nicht sagen, ob er weiter das Zepter schwingen wird. „Ich warte noch auf ein Gespräch mit dem Vorstand. Die sind noch nicht an mich heran getreten.“

Das wird aber in der kommenden Woche passieren. Erst wolle man das große eigene Jugendturnier, den „Ruhr-Cup“, an diesem Wochenende über die Bühne bringen. Das teilte Klaus-Georg Rump, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, auf WAZ-Anfrage mit: „Wir haben keine Ahnung, in welche Richtung die Gespräche mit Dieter Lenz gehen. Das ist völlig ergebnisoffen.“

Warum aber hat man sich nicht schon früher zusammengesetzt? Immerhin steht der Abstieg seit dem 5. Mai fest. Wären beide Seiten an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert, hätten die Gespräche sicher nicht allzu viel Zeit eingenommen. „Vor dem Ruhr-Cup hatten wir ja auch im Damenbereich etwas zu tun“, hält Rump dagegen und spielt auf die Trainersuche im Damenbereich an.

Man ist sicher kein Fantast, wenn man davon ausgeht, dass auch im Herrenbereich bald ein neuer Trainer gesucht wird.

In Steffen Lüning (VfL Gladbeck), Kai Bekston (HSG Menden-Lendringsen), Jerome Barth (Westfalia Herne), Janis Braun (SV Westerholt) und David Delgado (HSC Eintracht Recklinghausen) stehen schon fünf Abgänge fest. In puncto Spielersuche allerdings hat man nicht erst den Ruhr-Cup abgewartet. Vorsitzender Alfred Schiske sei „da im Thema“, teilte sein Stellvertreter Rump mit - und man hätte auch schon einige Spieler an der Angel. Unterschrieben sei aber noch nichts. Sein erstes Saisonspiel tragen die Riemker am 8. September daheim gegen den TuS Ferndorf II aus.

Felix Groß

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