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Kommentar: Machtspiel ohne Gewinner

07.02.2010 | 20:01 Uhr
Kommentar: Machtspiel ohne Gewinner

Essen. Ende Januar ist Joachim Löw mit dem Zukunftspreis der „Initiative Forum Zukunft“ ausgezeichnet worden. Seine Zukunft beim DFB schien da noch unumstritten.

Der Öffentlichkeit waren vom Verband wie vom Bundestrainer ausschließlich Signale gesendet worden, die in eine Richtung zielten: vorzeitige Vertragsverlängerung vor der WM in Südafrika. Umso lauter jetzt der durch die gescheiterten Verhandlungen ausgelöste Knall.

Wie immer, wenn es um Macht- und Ränkespiele geht, ist es schwer, das Geflecht unterschiedlicher Interessen zu durchschauen. Im aktuellen Fall aber glauben die meisten Beobachter, den „bösen Buben“ in Oliver Bierhoff identifiziert zu haben. Am weitesten geht Günter Netzer, der dem Nationalmannschafts-Manager eine „grandiose Fehleinschätzung seiner Person“ vorwirft.

Spätestens seit der WM 2006 wird die Rolle des gebürtigen Esseners zunehmend kritisch gesehen, unter den Bundesliga-Machern zog er sich mit oberlehrerhaft wirkenden Ratschlägen an die Klubs vor allem den Zorn von Rudi Völler und Uli Hoeneß zu. Wer Bierhoff vor allem als Selbstdarsteller wahrnimmt, neigt zur Version, hier habe sich einer verzockt. Nach dem Motto: So kurz vor einer WM werde sich der DFB eine öffentliche Zerreißprobe nicht leisten können. In diesem Falle wäre auch Löw der Dumme, weil er Bierhoff die Verhandlungsführung übertrug. Und dabei offenbar übersah, dass der Manager durch das geforderte Veto-Recht bei der Bestellung des Bundestrainers massive Eigeninteressen wahrnahm.

Auf der anderen Seite gibt auch der DFB eine schlechte Figur ab. Weil durch Indiskretionen Vertragsdetails öffentlich wurden und ein 48-Stunden-Ultimatum für Löw inakzeptabel war. „Es bringt jetzt nichts mehr zu reden“, hat Löw den Stand der Dinge auf den Punkt gebracht. Anders ausgedrückt: In diesem schmutzigen Machtspiel kann es keinen Gewinner mehr geben. Im schlimmsten Fall wird die deutsche Nationalmannschaft als Verlierer dastehen. Schon bei einem verpatzten Test gegen Argentinien am 3. März in München könnte dem Verband die ganze Angelegenheit um die Ohren fliegen.

Reinhard Schüssler

Kommentare
09.02.2010
12:45
Kommentar: Machtspiel ohne Gewinner
von Franz Heckenbauer | #8

Tauschen wir die gesamte Schwaben-Fraktion gegen ein Team aus, das auch Spieler aus dem Rest der Republik berücksichtigt!

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2010-02-07 20:01
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