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Federico ist wieder ein „wichtiger Spieler“ für den VfL Bochum

Federico ist wieder ein „wichtiger Spieler“ für den VfL

Er bekommt die Anerkennung von Sportvorstand und Trainer, aber wenn er auch in der kommenden Saison beim VfL Bochum spielen will, muss Giovanni Federico finanziell kräftig „abspecken“.

Belek. 

Flavio, sein ältester Sohn, hat offenbar gut aufgepasst. Der Siebenjährige hütet nun für die Minikicker der TSG Herdecke den Kasten: „Als Torwart“, sagt Papa Giovanni Federico schmunzelnd, „wird man eben nie ausgewechselt“.

Der 31-jährige offensive Mittelfeldmann, der so oft ein- und ausgewechselt wurde beim VfL, hat wieder „richtig Spaß am Fußball“, das merkt man dem Vater von Flavio, Giulio (3) und Valerio (2) nicht nur beim Plaudern nach dem Mittagessen im Trainingslager in Belek an. Alle „Höhen und Tiefen“ hat der einst als Riesentalent gefeierte „Giova“ schon erlebt – auch in seinen nur anderthalb Jahren beim VfL Bochum. Nach einer „schlechten Hinrunde“ in der Vorsaison lief es bis zur Relegation gegen Gladbach besser, für ihn, für den VfL – es folgte der erneute Absturz. Unter Trainer Friedhelm Funkel war er „keine Option“ mehr für die Startelf in den ersten sieben Saisonspielen. Andreas Bergmann baute ihn wieder auf. Redete ihn stark („Der Trainer schenkt allen viel Vertrauen, spricht viel mit jedem Spieler“) – und setzte auf ihn. Beim 5:3-Sieg in Ingolstadt, dem dritten Spiel unter Bergmann, kehrte Federico ins Team zurück, momentan ist er „gesetzt“, sagt Bergmann: bisher im rechten Mittelfeld der Raute, in Testspielen zuletzt auch als Zehner hinter der hängenden Spitze Takashi Inui und Mirkan Aydin oder Chong Tese.

„Wir spielen jetzt statt mit drei mit fünf, sechs Offensiven“, erklärt Federico seine Leistungssteigerung unter dem neuen Trainer: „Jeder hat, trotz klarer Grundordnung, mehr Freiheiten. Das neue System ist gut für mich und die Mannschaft.“ Denn eine Offensive, wie sie der VfL aufbieten kann, „gibt es in der 2. Liga ganz, ganz selten.“

Das klingt optimistisch bei Platz neun, aber die Entwicklung stimmt, meint Federico. Gegen Düsseldorf oder Bayern habe man das gesehen, selbstkritisch räumt er „Konzentrationsmängel“ bei Einbrüchen wie in Braunschweig ein. Daran müsse das Team, müsse er arbeiten: an Konstanz über 90 Minuten. Federico hat zuletzt oft eine Halbzeit glänzend agiert, baute aber nach der Pause meist ab. Konditionsprobleme? „Ich habe fast ein Jahr kaum über 90 Minuten gespielt, ich arbeite jetzt weiter hart daran, dass ich über die volle Distanz meine Leistung zeigen kann.“

VfL-Sportvorstand Todt nimmt Federico in Schutz

Bei vielen Fans hat der Techniker vor allem deshalb keinen leichten Stand, seine Art des Spiels kommt nicht rüber wie ein bedingungsloser Fight. Ein „Sprinter“ aber, nimmt ihn Sportvorstand Jens Todt in Schutz, „war er noch nie“. Und Bergmann lobt seine Fortschritte auch im Defensiv-Verhalten.

Federico muss sich weiter empfehlen in den nächsten Wochen, auch für einen neuen Vertrag, sein Kontrakt läuft im Sommer aus. Er ist einer der teuersten Profis im Kader, er weiß, dass er finanziell abspecken müsste, noch sei „alles offen“. Aber Federico macht auch kein Geheimnis daraus, dass er als Familienvater in Herdecke, am Ende seiner wechselhaften Karriere, nicht unbedingt noch einmal die Koffer packen will. „Ich muss meine Leistung bringen, der Rest wird sich dann regeln.“

Vieles deutet auf eine Vertragsverlängerung hin, auch Bergmann und Todt lassen das durchklingen. Seine Cleverness, so Todt, seine Abgezocktheit, sein Auge und seine Gabe, den überraschenden Pass zu spielen, sprechen für den eher leise auftretenden Routinier, dessen Wort im verjüngten Team wieder an Gewicht gewonnen hat, der seine „Fähigkeiten“, so Bergmann, seine Erfahrung aber „noch mehr einbringen muss“. Denn, sagt Todt: „Er ist wieder ein wichtiger Spieler geworden.“