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Löw verspricht den Azzuri einen großen Kampf

28.06.2012 | 07:11 Uhr

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft will ihre schwarze Serie gegen Italien beenden und damit die vorletzte Hürde auf dem Weg zum erhofften Titelgewinn bei der EURO 2012 nehmen.

Danzig/Warschau (SID) - Als Philipp Lahm und Co. am Mittwochmittag in ihrem Warschauer Hotel Mercure Grand eincheckten, hatten sie keinen Blick für die wartenden Fans. Wortlos und mit Tunnelblick nahmen sie ihre Schlüsselkarten entgegen, dann verschwanden sie auf ihren Zimmern. Zu groß war die Anspannung vor dem EM-Halbfinale am heutigen Donnerstag gegen Angstgegner Italien (20.45 Uhr/ARD), obwohl Bundestrainer Joachim Löw und Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger kurz vor dem Abschlusstraining Gelassenheit zur Schau stellten.

"Ich habe diese Spiele wahnsinnig gerne, es sind K.o.-Spiele, bei denen man alles in die Waagschale werfen muss. Wir haben eine sehr starke Mannschaft und sind in der Lage, Italien zu bezwingen und ins Finale einzuziehen", sagte Löw, der in seinem sechsten Jahr als Chefcoach der DFB-Auswahl ebenso nach dem Titel lechzt wie sein Team.

Angstgegner Italien soll deshalb am Donnerstag sein blaues Wunder erleben, wie auch Schweinsteiger mit entschlossenem Gesichtsausdruck verdeutlichte: "Wir haben noch nie gewonnen gegen die Italiener in einem Turnier, deswegen ist es Zeit", sagte der Münchner, der trotz seiner leichten Sprungsgelenksprobleme gegen die Squadra Azzurra auflaufen wird.

Bereits vor dem emotionalen Abschied aus dem EM-Quartier Danzig nach 23 Tagen hatten DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Teammanager Oliver Bierhoff für den Klassiker gegen Italien dieselbe Parole ausgegeben. "Die Zeit ist jetzt reif, vielleicht sogar überreif", sagte Niersbach - denn die DFB-Auswahl hat in bislang sieben Turnierspielen gegen Italien noch nie gewonnen. Zuletzt wurde eine DFB-Auswahl 2006 im Halbfinale der Heim-WM in Dortmund von den Azzurri ausgeschaltet (0:2 n.V.).

"Das ist Schnee von gestern und interessiert nicht mehr", betonte aber Bierhoff, der versicherte, dass die Mannschaft solche Statistiken kalt lässt: "Wir haben uns seitdem weiterentwickelt und blicken nur nach vorne." Das unterstrich auch der Bundestrainer, der erklärte, seine Mannschaft wolle den Italienern "unseren Rhythmus aufzwingen, die Initiative ergreifen". Diesmal werde es anders sein, sagte Löw, der von Verbandseite keinen Druck erhält.

Niersbach machte einen Tag vor dem Match deutlich, dass der DFB schon mit dem bisherigen Auftreten seines Aushängeschildes in Polen und der Ukraine mehr als zufrieden sei. Deshalb sei alles andere Zugabe, wenngleich der Traum vom ersten Titelgewinn seit 1996 nach wie vor lebe. "Natürlich wünschen wir uns mal Platz eins, nachdem wir bei den letzten vier großen Turniern immer auf dem Podium standen", sagte Niersbach, betonte aber: "Das ist keine Forderung und kein Befehl."

Wie gehabt bleibt die Mannschaftsaufstellung noch ein Rätsel. "Ich mache meine Aufstellung nicht vom letzten Ergebnis abhängig. Was gleich bleiben muss, ist unsere Philosophie", sagte Löw und befeuerte damit wieder die Spekulationen. Diesmal soll die Aufstellung auch nicht schon Stunden vorher an die Öffentlichkeit gelangen: "Ich hoffe, der Maulwurf ist sich der Bedeutung des Spiels bewusst und bleibt diesmal unter der Erde", sagte Bierhoff zu diesem Thema.

Sicher scheint, dass Italien-Legionär Miroslav Klose wieder als einzige Spitze beginnen wird. "Ich bin überzeugt, dass wir es anders machen als im Halbfinale der WM 2006. Wir haben uns fußballerisch verändert, haben keinen Knacks. Nur das Jetzt zählt", sagte der 34-Jährige. Er hatte bereits im Viertelfinale den bis dahin überzeugenden dreifachen Torschützen Mario Gomez abgelöst.

Gomez hat aber noch ein Fünkchen Hoffnung, im Halbfinale wieder den Vorzug zu erhalten. "Die ersten drei Spiele habe ich gespielt und es gut gemacht - nun hat Miro gespielt und es gut gemacht. Wir werden sehen, wer im Halbfinale spielt", sagte der Münchner.

Das gilt auch für die Außenpositionen, wo aller Wahrscheinlichkeit nach der gebürtige Pole Lukas Podolski wieder für André Schürrle auf links zum Einsatz kommt und Marco Reus wohl erneut den Vorzug vor WM-Torschützenkönig Thomas Müller erhält. "Griechenland ist nicht unser Maßstab. Italien ist eine ganz andere Hausnummer", sagte Löw. Die Spekulationen um die Aufstellung fachte er damit erneut an. - Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

1 Neuer - 20 Boateng, 5 Hummels, 14 Badstuber, 16 Lahm - 7 Schweinsteiger, 6 Khedira - 21 Reus (13 Müller), 8 Özil, 10 Podolski - 11 Klose. - Trainer: Löw

sid

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