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Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war

01.06.2012 | 19:23 Uhr
Oliver Bierhoff, Philipp Lahm und Miroslav Klose besuchten mit der DFB-Delegation das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.Foto: dapd/DFB (Markus Gillar)

Essen.  Kurz vor der Fußball-EM in Polen und der Ukraine hat eine Delegation des DFB am Freitag das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz besucht. Joachim Löw und die drei Spieler, die ihn begleiteten, haben mit dieser Geste ein wichtiges Zeichen gesetzt. Ein Kommentar.

Man muss nicht immer das Richtige sagen, es reicht, das Angemessene zu tun. Der Besuch der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war nicht nur würdevoll, er war auch vorbildlich.

Souverän haben der Nationaltrainer, die Spieler und Manager die Illusion erledigt, Fußball sei nur ein Spiel. Das ist verdienstvoll, weil die internationalen Fußball-Verbände noch am Bild vom Fußball als politikfreie Zone festhalten. Deren Verbot an die Spieler, sich politisch zu äußern, gehört auf den Müll!

Eine geschichts- und verantwortungsbewusste Geste

Wahrscheinlich haben Lahm, Podolski und Klose als Idole für junge Menschen mit ihrer geschichts- und verantwortungsbewussten Geste mehr erreicht als tausend Geschichtsstunden dies vermocht hätten. Die DFB-Delegation war elegant gewählt: Löw quasi als Deutschlands Botschafter, Lahm für die gesamte Elf. Und dann Podolski und Klose, beide in Polen geboren, als Zeichen dafür, dass, wer als geborener Ausländer Deutscher wird, auch in die Verantwortung geht für den dunklen Teil der deutschen Geschichte.

Das erinnert daran, dass die heutige Elf, anders als die biodeutschen Helden von Bern 1954, nicht nur ein Bundes-, sondern auch ein buntes Team ist. Die Fußballer haben, wie schon die Unterhaltungskünstlerin Anke Engelke in Baku, Ehre eingelegt für unser Land.

DFB-Delegation in Auschwitz

 

Ulrich Reitz



Kommentare
05.06.2012
13:48
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von totoco | #29

Fordert Herr Graumann die Konzentrationslagerbesuchspflicht für Promis? Noch gibt es sie nicht. Aber vielleicht möchte der Zentralrat das gerne ändern. Dabei ist ein freiwilliger Besuch in Auschwitz m.E. mehr wert als zehn Pflichtbesuche.

04.06.2012
22:30
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von shanachie | #28

Der Zentralrat wird immer unglaubwürdiger und lächerlicher. Man sollte
ihn einfach ignorieren. Seit Ignatz Bubitz haben sie nichts vernünftiges
mehr gesagt oder hervorgebracht. Und ich glaube auch genau das ist das
Problem des Zentralrat, nur noch blasse Vertreter, die auf jeden Zug aufspringen
müssen um in die Presse zu kommen und nur darauf sind sie geil.

04.06.2012
11:54
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von Pit01 | #27

Der Kommentar von U.Retz ist völlig ok. Auch Bierhoffs Kommentar im TV war untadelig.

04.06.2012
10:57
Chance verpasst! Aber gründlich!
von fatih | #26

Seit Jahren bezieht der deutsche Fußball auch Stellung zu gesellschaftlichen Vorgängen. Warum ist er ausgerechnet für den Holocaust blind? Ja, es stimmt, das Quartier des DFB ist 600 Kiliometer von Auschwitz entfernt. Ein großer Trainingsausfall. Aber jeder fünfte deutsche Jugendliche weiß nicht, was Ausschitz überhaupt ist. Der DFB hätte hier für mehr Senisbiltiät sorgen können. Warum hat der DFB nicht eine Ehrung für den jüdische Nationalspieler Julius Hirsch in Auschwitz gemacht, der dort umgebracht wurde. Es gibt sogar einen DFB-Preis der nach Julius Hirsch benannt ist:Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit!

"Wer als geborener Ausländer Deutscher wird" ist nicht in Verantwortung. Welcher geschichtlichen Verantwortung sollten eigentlich Spieler wie Dennis Aogo, Jerome Boateng, Sami Khedira, Mesut Özil, Cacau, Mario Gomez und Miroslav Klose auf ihre Schultern nehmen?

1 Antwort
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von assindia1964 | #26-1

Man muß klar zwischen Schuld und Verantwortung trennen. Daher würde ich die genannten Spieler nicht aus der Verantwortung nehmen. Deutscher sein zu wollen heisst für mich nicht, nur die angenehmen Dinge haben zu wollen.
Gomez hat im übrigen eine deutsche Mutter und Klose einen deutschstämmigne Vater.

04.06.2012
09:21
Das Problem
von 2drift | #25

ist für mich relativ simpel benannt :

Es wird nie zu einer Augenhöhe zwischen Israel und Deutschland kommen. Das ist seitens der Israelis nicht gewollt, sonst müsste man den Trumpf der geschändeten Nation abgeben und sich im neuzeitlichen Dialog mit Deutschland über die eigenen Verfehlungen hinsichtlich Siedlungspolitik und Ideologie auseinandersetzen.
Für das, was im WII angerichtet wurde, gibt es keine Entschuldigung... auch nicht 200 Jahre später. Was es schon jetzt kaum mehr gibt, sind Verantwortliche ! Und das, lieber Herr Graumann, führt zur Lächerlichkeit dessen, was Sie im Namen des israelischen Volkes meinen, anprangern zu müssen.

1 Antwort
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von assindia1964 | #25-1

Trotzdem vergessen sie dass simpelste, nämlich dass Bierhoffs Wortwahl daneben war!

04.06.2012
02:09
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von Skogskatt | #24

Danke ,est reicht
Ich hasse Nazis und das was unserer Vorväter uns vorgelogen haben.
Aber irgendwann muss auch mal schluss sein
Zu dem Thema:Deshalb bin ich ausgewandert
Viele Grüsse aus dem hohen Norden

3 Antworten
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von assindia1964 | #24-1

Irgendwann ist vielleicht mal Schluß, aber jetzt noch nicht.
Es gibt noch Überlebende und sehr viele Menschen, die große Teile ihrer Familie durch diese von deutschen angerichtete Katastrophe verloren haben.

das mit der deutschen Schuld wird immer schwieriger
von meigustu | #24-2

durchzuhalten, wenn immer mehr Deutsche Vorfahren haben, die sonst wo auf der Welt wohnten als ein paar Schlächter in Mitteleuropa ihren Wahn auslebten. Deren Vorfahren haben teilweise selbst unter den Nazis gelitten, so wie auch eine Reihe von heute hier lebenden Menschen Verwandte hatten, die unter den Nazis starben und litten. Die alle sollen auf ewig den Schuldhampelmann machen damit einige israelische Bonzen ein Propagandainstrument in der Hand haben in dessen Schatten sie sich schamlos bereichern können ?

Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von assindia1964 | #24-3

Es geht nicht um Schuld, die Schuldfrage ist zudem doch völlig klar.
Es geht um Verantwortung. Und die verschwindet nicht, nur weil es Migration gibt.

04.06.2012
01:45
Anti Deutschland...
von Mopsi06 | #23

irgendwann darf man auch mal darüber nachdenken, dass unter -verbotenem- Rassismus auch die Deutschen leiden....
Sch...Deutscher, o.ä., darf offenbar jeder ungestraft sagen....alles ist mit der Historie entschuldigt und wir haben demütig die Klappe zu halten.
Na danke. Irgendwann ist auch mal gut....bei allen gebotenem Respekt........sollte dieser aber auch mal auf Gegenseitigkeit für die jetzigen Generationen gelten.
Und macht nicht auch der mächtige Zentralrat nicht auch menschliche Fehler:
Sprich Kokain?
Und darf trotzdem noch "Talk-Shows" leiten und damit zu versuchen, die Gesellschaft zu manipulieren?
Absolut ohne jegliche rechtliche Gesinnung habe ich generell die Nase voll, mich als in Deutschland geborenes Individuum von irgendwelchen Möchtegern-Besser-Menschen als Rassist beleidigen zu lassen, wenn ich mich gegen beleidigende Anti-Deutsch-Parolen wehre! Und das ist selbstverständlich global gemeint, und nicht aus dem hier gegebenem Anlass speziell auf die Juden bezogen!

2 Antworten
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von assindia1964 | #23-1

Graumann hat Bierhoff "Gefühllosigkeit und Geschmacklosigkeit" unterstellt. Ist das schon Rassismus? Ich glaube, dieser Begriff ist hier völlig deplaziert.
Unsere Generation hat keine Schuld, steht trotzdem in der Verantwortung. Das ist so, auch wenn das manchen nicht gefallen mag.

Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von Burkinho09 | #23-2

Wer nie näher was mit Juden zu tun hatte, kann natürlich auch nicht wissen, wie viele von ihnen gerade uns „junge“ Deutsche für ihre Toleranz und den offenen Umgang mit unserer Geschichte fast schon, und oftmals sogar tatsächlich, bewundern!!!

03.06.2012
23:34
Warum der DFB-Besuch in Auschwitz vorbildlich war
von Funakoshi | #22

Man sollte die derzeitige Situation wirklich einfach mit Würde respektieren. Knappe 50 Jahre nach dem größten Verbrechen der Nazis an der Menscheit versucht man selbstverständlich noch alles, um kein Vergessen aufkommen zu lassen. Schließlich gibt es zzt. noch viele Menschen, die selbst noch unmittelbar betroffen gewesen sind und auch deren, sowie all der Opfer gilt es heutzutage zu gedenken. Trotzdem sollte es jedoch klar sein, dass es vielleicht nur noch 3 - 4 weiterer Generationen bedarf, bis Niemand mehr davon etwas wissen möchte oder interessiert es etwa heutzutage noch irgendwen, was die Conquistadores in Mittel- und Südamerika angerichtet hatten? Zeit fließt beständig und ist dem Wandel unterworfen.

03.06.2012
22:32
Krititk vom Graumann
von cafeschulte | #21

Kenne den Graumann nicht näher, aber scheint irgendwie auch ein Luntenleger zu sein...
Scharfe Kritik wofür-wird man nicht soooo wichtig genommen , wie der Zentralrat es möchte. Grundsätzlich ist ein Besuch durch eine Delegation der Funktionäre und einer Spielerauswahl ok.
Wahrscheinlich waren alle anderen Spieler schon mit der Schulklasse dort- man kann auch übertreiben mit der Ausübung seiner Rolle.

03.06.2012
21:47
Zur Kritik von Herrn Graumann
von assindia1964 | #20

Die Wortwahl von Herrn Bierhoff war allerdings etwas unsensibel. In seinem Engagement für die Kernenergie wirkte er engagierter.
Und wenn es die Engländer mit der ganzen Mannschaft hinbekommen, ist das Argument mit den zu sensiblen Spielern in der Tat etwas schwach. Das reisen täglich Schulklassen hin.

Aber grundsätzlich ist die Aktion für mich völlig in Ordnung.

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