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EM 2012

Das taktische Unglück des Joachim Löw

30.06.2012 | 15:32 Uhr
Das taktische Unglück des Joachim Löw
Wenn die Taktik nicht aufgeht: Bundestrainer Joachim Löw während der Partie gegen Italien.Foto: imago

Essen.  Im Halbfinale der EM hat sich Bundestrainer Joachim Löw bei der 1:2-Niederlage gegen Angstgegner Italien verkalkuliert. Mit der Hereinnahme von Toni Kroos hat er sich genau so wenig einen Gefallen getan wie mit der von Lukas Podolski. Eine taktische Analyse.

Deutschland ist nach der 1:2-Niederlage gegen Italien aus der Europameisterschaft ausgeschieden. Das große Ziel, der Titel, bleibt wieder einmal unerreicht. Nach dem dritten Platz beim „Sommermärchen“ 2006, dem Vizetitel 2008 und einem weiteren dritten Platz bei der WM 2010 in Südafrika stolperte die Nationalelf nun erneut auf der Zielgeraden.

Wenig Chancen, keine Durchschlagskraft und etliche Bälle ins Nichts: Nicht wenige fragten sich nach Donnerstagabend: Was war los mit der deutschen Nationalmannschaft? Ganz einfach. Sie war taktisch suboptimal eingestellt. Und diesen Schuh muss sich nun mal der Bundestrainer anziehen. Nach drei überraschenden Umstellungen gegen Griechenland (Marco Reus spielte für Thomas Müller, Andre Schürrle für Lukas Podolski und Miroslav Klose für Mario Gomez), die deutlich Wirkung gezeigt hatten, verfiel Löw gegen Italien wieder in alte Muster, schlimmer noch, er passte sich dem Gegner an: Gomez spielte für Klose, Podolski für Schürrle. Die dritte und letzte Änderung war allerdings die entscheidende: Löw verzichtete auf Reus sowie Müller und brachte Toni Kroos.

Vier Zentrale auf dem Platz

Mit Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil und eben Kroos standen nun also vier zentrale Akteure auf dem Platz. „Ich wollte die Zentrale mit Kroos stärken“, argumentierte Löw. Das Resultat sah anders aus: Jerome Boateng, seines Zeichens gelernter Innenverteidiger, war komplett auf sich allein gestellt. Die rechte Seite war offensiv praktisch tot und defensiv anfälliger denn je. Khediras Versuche, Boateng in der Vorwärtsbewegung zu unterstützen, verpufften. Auch wurde die Zentrale keineswegs gestärkt. Insgesamt spielten Kroos und vor allem Schweinsteiger viel zu verhalten, attackierten zu spät und wirkten offensiv oft ratlos. Özil fand keine Anspielstationen. Wie denn auch? Gegen Griechenland machte Özil sein bestes Turnier-Spiel. Dabei wurde er von den Außen Schürrle und Reus mustergültig unterstützt. Immer wieder taten die beiden mit ihrem unwiderstehlichen Antritt Lücken auf. Folglich hatte Özil mehr Platz, konnte den Pass in die Tiefe spielen oder selbst in die neu gewonnenen Räume vorstoßen.

Dieses Szenario konnte man im Italien-Spiel höchstens in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit auf der rechten Seite mit Marco Reus beobachten. Der Bald-Dortmunder wurde wie Klose in der 45. Minute für Podolski und Gomez eingewechselt. Doch mit der Hereinnahme von Reus wurde das Loch nicht gestopft, sondern lediglich vom rechten auf den linken Flügel verlagert. Denn nach wie vor standen vier zentrale Mittelfeldspieler auf dem Platz. Somit wurde jeweils eine Außenbahn fast über die gesamten 90 Minuten hinweg vernachlässigt.

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Kommentare
01.07.2012
15:43
Das taktische Unglück des Joachim Löw
von astor97 | #4

Gute Plätze sind heute nichts mehr wert.. man muss nicht immer der Beste sein... andere Länder können auch Fußball spielen... dank an die...
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1 Antwort
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von Dispositeur | #4-1

Natürlich kommt die nächste WM und die nächste EM, aber mal im ernst, gaubt hier
wirklich jemand an den Titel. Sie werden wieder mitspielen bis zum Viertel- oder sogar Halbfinale, aber das war es dann. Spanien oder Brasilien im eigenen Land werden nicht zu besiegen sein. Laßt uns aufhören von Titeln zu träumen. Wir haben doch so auch immer unseren Spaß gehabt. Man muß nicht immer erster sein.

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Das taktische Unglück des Joachim Löw
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2012-06-30 15:32
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