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Zurück zu Spaß und Leidenschaft

04.07.2012 | 17:23 Uhr
Zurück zu Spaß und Leidenschaft
Treffpunkt Markthalle Buer, Trainer Heiko Skiba im Gespräch: Der 39-Jährige trägt bei den Basketballern des FC Schalke 04 mindestens in den kommenden zwei Jahren die sportliche Verantwortung.

Buer.   Der FC Schalke 04 hat sieben neue Spieler verpflichtet, der bekannteste dieser jungen Akteure ist Milan Obradovic. „Unser Ziel ist nicht der erste oder zweite Platz“, sagt Kajo Goetza, der Chef der Schalker Korbjäger, vor der Saison 2012/13 in der 1. Regionalliga.

Es ist etwas mehr als zehn Monate her, da tönte es laut aus den Lautsprechern der Basketballer des FC Schalke 04. Von der Mission Aufstieg 2012 war die Rede. Die Ergebnisse waren eine sehr enttäuschende Saison in der 1. Regionalliga und der Anstoß zum Umdenken. „Unser Ziel ist nicht der erste oder zweite Platz“, sagt jetzt Kajo Goetza, der Chef der Schalker Korbjäger. „Wir wollen wieder Spaß am Basketball haben und hoffen, dass wieder Zuschauer kommen.“ Deshalb hat Trainer Heiko Skiba, der mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet worden ist, eine neue Mannschaft, die zunächst einmal vor allem wenige Lebensjahre hat. „Das sind alles motivierte, junge Spieler, die aus Gelsenkirchen oder dem Kreis Recklinghausen kommen“, sagt der 39-jährige Coach. „Die werden sich den Arsch aufreißen.“

Das bedeutet einen ganz klaren Klimawandel. Nur drei Akteure der vergangenen Saison werden auch 2012/13 dabei sein: Jan Letailleur, Kevin Lehmann und Johannes Hülsmann. Bekanntester der sieben Neulinge im Team ist Milan Obradovic, der zuletzt in Baden-Württemberg in der 1. Regionalliga Südost für die Panthers Schwenningen gespielt und bei den New Yorker Phantoms Braunschweig auch schon Bundesliga-Luft geschnuppert hat.

Rückkehrer ist Fabian Horstmann, der ebenso wie Stefan Höfer für den Oberligisten Citybasket Recklinghausen II aktiv war. In der ersten Mannschaft dort, die in die Pro-B-Liga aufgestiegen ist, war Christoph Schmüdderich. Fehlen noch drei: Peer Reckinger kommt aus der Reserve der ETB Wohnbau Baskets, die nach ihrem Aufstieg Schalker Liga-Konkurrentin sein wird, Steffen Piechotta von den Hertener Löwen II und der gerade mal 17-jährige Roland Leidag aus der Nachwuchs-Bundesliga von den Metropol Baskets Ruhr, der Spielgemeinschaft von Citybasket Recklinghausen, den Hertener Löwen und Schwarz-Weiß Essen.

Nichts mehr ist also vom Aufstiegsgetöse zu hören. Aber macht das denn Spaß? „Ja, sehr“, sagt Heiko Skiba, der seine Akteure während der Vorbereitung viermal wöchentlich zum Training bitten wird. Dass diese zehn Spieler nun alle auch eine sehr räumliche Nähe zu ihrem Klub haben, „macht viel Sinn, weil man verbundener ist“, sagt Heiko Skiba. „Da ist nicht jeder sofort nach dem Training weg, weil er noch eine Stunde fahren muss. Es bleibt auch noch Zeit, hinterher ein Bierchen zu trinken.“ Und Kajo Goetza geht es auch darum, den einen oder anderen Basketballer langfristig an das Schalke-Trikot zu binden. „Ob da dann ein gestandener Zweitliga-Spieler rauskommt, um die Pro B anzugreifen“, sagt der 57-Jährige, „kann man im Moment nicht sagen.“

Unterstützung des Hauptvereins

Die Schalker Basketball-Verantwortlichen können im Moment auch noch nicht genau sagen, wie sie die Positionen elf und zwölf im Kader, also die beiden Ausländer-Posten besetzen werden. „Das wird aber sehr zeitnah geschehen“, sagt Manager Boris Liebing. Der 34-Jährige schließt allerdings aus, dass es wie in der vergangenen Saison der Spanier Marc Sola López und der Amerikaner Brett McKnight sein werden. „Wir werden die beiden Ausländer genauso aussuchen wie die anderen zehn Spieler“, erklärt Trainer Heiko Skiba. „Vom Alter her, vom Charakter her.“ Geplant ist, dass das neue Ausländer-Duo Anfang August zur Schalker Mannschaft stoßen wird.

Klar: Dabei spielt auch das Geld eine nicht unwesentliche Rolle. Zumal nach der vergangenen Saison ein großer Sponsor abgesprungen ist. „Wir haben es aber auch immer geschafft, zu den strategisch ungünstigsten Zeitpunkten unsere Spiele zu verlieren“, blickt Boris Liebing zurück. Und ohne die Unterstützung des großen Hauptvereins gäbe es wahrscheinlich sogar Probleme. „Dann“, sagt Kajo Goetza, „wäre es sehr schwierig für uns, in der 1. Regionalliga klarzukommen.“ Allerdings führt der Name FC Schalke 04 auch dazu, dass „gerade europäische Spieler versuchen, alles rauszuschlagen“, sagt Manager Boris Liebing.

Und bei all den Planungen verbieten sich die Verantwortlichen auch längst keinen Blick mehr über den Zaun und machen kein Geheimnis daraus, dass etwa Citybasket Recklinghausen ein bisschen als Vorbild dient – und nicht unbedingt, weil die Nachbarstädter Meister in der 1. Regionalliga geworden sind. „Vom Spirit und vom Zusammenhalt der Recklinghäuser Mannschaft waren wir Lichtjahre entfernt“, sagt Boris Liebing. Was dann wohl bedeutet, dass das Schalker Team 2011/12 trotz seiner unbestrittenen Qualität überhaupt keine Mannschaft war.

Patenschaften für den Nachwuchs

Nicht zuletzt deshalb sollen die Spieler auch mehr in das Leben der Abteilung integriert werden; unter anderem werden sie Patenschaften für die Nachwuchs-Mannschaften übernehmen. Zu den weiteren Plänen gehört, bei den Heimspielen in der Sporthalle an der Mühlbachstraße auch wieder Cheerleader fest zu installieren. Kurzum: Das neue Schalker Basketball-Klima soll sich nicht nur im Aushängeschild, der ersten Mannschaft in der 1. Regionalliga, sondern in der gesamten Abteilung widerspiegeln.

Vereinbart hat Trainer Heiko Skiba bislang zwei Testspiele: Während die Schalker am 11. August (Samstag) ihren Ligarivalen VfL AstroStars Bochum empfangen, werden sie zwei Wochen später beim neuen Pro-B-Ligisten Citybasket Recklinghausen antreten.

Andree Hagel



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