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Leichtathletik-DM

Ariane Friedrich kämpft bei DM mit den Tränen

16.06.2012 | 20:10 Uhr
Ariane Friedrich kämpft bei DM mit den Tränen
Bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Wattenscheid reichte es für Ariane Friedrich nur für 1,86 m.Foto: AP

Wattenscheid.  Hochsprung-Ass Ariane Friedrich hat auch bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften die Olympia-Norm verpasst. Unter Tränen haderte sie mit ihrer enttäuschenden Leistung, die ihr dennoch den DM-Titel einbrachte. Für Furore sorgte Hürdenläuferin Nytra.

Höhenflüge, Tiefschläge - und die Fortsetzung des Dramas um die Olympianorm bei Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo und Hochsprung-Spezialistin Ariane Friedrich: Der Auftakt der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid wurde am Samstag zum Wechselbad der Gefühle.

Unter Tränen gestand  Ariane Friedrich, bisher mit 1,92 m an der Norm für London gescheitert und nun als Meisterin mit indiskutablen 1,86 m: "Beim Einspringen kam ich noch locker über 1,90 m, das war ein sehr gutes Zeichen. Ich war fest davon überzeugt, heute die Norm zu springen . Um so mehr bin ich jetzt frustriert über den Regen und den böigen Wind, der den Wettkampf kaputt machte."

Die letzte Chance auf die Norm bietet sich der 28-Jährigen bei der EM in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli), falls Manager Günter Eisinger nicht doch noch vorher einen Wettkampf für die Polizeikomissarin findet.

Diskuswerferin Nadine Müller siegte im hochkarätigen Finale

Ganz ähnlich sieht es bei Matthias de Zordo aus: "Jetzt werfe ich die zweimal knapp verfehlte Norm von 82 Metern halt in Helsinki. Die Form ist da, ich muss es nur umsetzten", meinte der 24 Jahre alte Speerwerfer, der nach zwei Versuchen beim Einwerfen auf den Wettkampf verzichtete. "Ich habe mir vor einer Woche eine Ellbogenreizung geholt, als ich in St. Wendel im fünften Durchgang ausrutschte. Ich hoffe, das Problem ist in Kürze erledigt", meinte der Weltmeister von Daegu 2011.

Für den großen Auftakt hatte die WM-Zweite Nadine Müller (Halle/Saale) mit 66,47 m in einem hochkarätigen Diskus-Finale gesorgt. "Ich bin sehr zufrieden. Aber in London werden sich sechs Frauen um die Medaillen streiten, das wird eng", meinte die 26-Jährige und lobte die Konkurrenz: "Die Mädels waren stark. Selbst die Vierte hat noch die Olympianorm geschafft." Doch die 62,92 m werden der früheren Junioren-Weltmeisterin Shanice Craft kaum noch den Weg nach London ebnen.

Hürden-Läuferin Carolin Nytra weckt Hoffnungen für die bevorstehende EM

Die 73,65 m beim achten Titel in Serie von Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler und die 19,18 m von Kugelstoßerin Nadine Kleinert (Magdeburg) konnten mit Müllers Weite nicht konkurrieren. Wohl aber die 12,74 Sekunden, mit denen Carolin Nytra (Mannheim) eine Woche nach ihrem starken Comeback ihre deutsche Saisonbestzeit über 100 m Hürden egalisierte. "Diese Zeit unter deutlich schlechteren Bedingungnen zu bestätigen, das lässt mich auf die EM hoffen", meinte die Hallen-Europameisterin, hinter der auch Cindy Roleder (Leipzig) in 12,91 endlich die Olympianorm abhakte.

Fast hätte es noch einen deutschen Rekord gegeben, doch Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) scheiterte am Ende an 4,81 m. Zuvor hatte sie alle Mühe gehabt, um mit 4,70 m den sechsten Titel zu sichern, denn Lisa Ryzih (Ludwigshafen) hatte sich auf 4,65 m gesteigert.

Dramatischer Sturz kostet Hürden-Läufer Georg Traber den Sieg

Die Freude über das Sprinterhoch wurde gedämpft durch zu starken Rückenwind in den 100-m-Finals. Seinen ersten Titel gewann der Berliner Lucas Jakubczyk, der im Vorlauf in 10,20 deutsche Jahresbestzeit gelaufen war, in 10,16 vor dem zeitgleichen Aleixo-Platini Menga (Leverkusen). Bei den Frauen hielt Europameisterin Verena Sailer (Mannheim) die zuvor auf 11,19 verbesserte Tatjana Pinto (Münster) bei ebenfalls zu starkem Schub in 10,22 gegenüber 10,26 Sekunden in Schach.

Ein Drama gab es über 110 m Hürden: Mit dem Sieg vor Augen stürzte Georg Traber (Tübingen) nach der letzten Hürde und musste den Sieg dem Leipziger Alexander John (13,52) überlassen.

Langstrecken-Spezialistin Sabrina Mockenhaupt feiert 34. deutsche Meisterschaft

Seltenheitswert hat auch die Leistung von Sabrina Mockenhaupt , die über 5000 m in 12:47,01 Minuten den 12. Titel gewann und auf allen Distanzen insgesamt bereits die 34. deutsche Meisterschaft. (sid)

sid



Kommentare
17.06.2012
13:12
Ariane Friedrich kämpft bei DM mit den Tränen
von Funakoshi | #2

Das mit dem "Auge zudrücken" dürfte beim DLV doch wohl nichts bringen. Vielleicht erinnern sich noch welche an Claudia Gerhardt aus Gladbeck. Deutsche Meisterin im Weitsprung (Heike Drechsler verletzt), einmal vor dem Schlusstermin die Olympianorm übersprungen, aber es musste ja unbedingt noch eine zweite - offizielle - Bestätigung geben! Soweit zu diesem Thema. Einfach nur schäbig vom DLV, zumal sie damals sogar Medaillienchancen hatte!!!

17.06.2012
11:33
Ariane Friedrich kämpft bei DM mit den Tränen
von trickflyer | #1

na da sollte man vielleicht mal nen auge zudrücken.es sei denn,sie springt der welt meilenweit hinterher.allerdings......war der deutschmann bzw. frau gerade im springen immer für nen riesensatz gut.und...london ist ja fast zu fuss zu erreichen,sodass das argument,der kosten nicht wirklich zieht.aber ich ja auch nicht der entscheidungsBEAMTE.

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