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Schweinegrippe

Resistenzen und Nebenwirkungen bei Tamiflu "stinknormal"

04.08.2009 | 18:47 Uhr

In den USA sind erste resistente Schweinegrippe-Viren (H1N1) aufgetaucht. Im Grenzgebiet zwischen Amerika und Mexiko gab es Schweinegrippefälle, bei denen das Präparat Tamiflu nicht mehr gewirkt hat. Das erklärte die Panamerikansiche Gesundheitsorganisation (Paho) jetzt.

„Es gibt momentan vier unterschiedliche Viren-Stämme, unter anderem in Dänemark und den USA, die gegen Tamiflu resistent sind”, erklärt Professor Georg Peters, Direktor am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Münster. „Diese Resistenz ist vergleichbar mit den multi-resistenten Krankenhauserregern”, ergänzt Dr. Markus Eickmann, Leiter des Hochsicherheitslabores am Institut für Virologie an der Universität Marburg. Wenn man das Medikament nicht nach Vorgabe einnehme, werde der Erreger widerstandsfähig und die Viren können mit Tamiflu nicht mehr gehemmt werden.

„Die Erkrankung ist eigentlich der beste Schutz gegen eine Neuinfektion, aber trägt natürlich ein höheres Risiko als eine Impfung”, so Eickmann. An sich sei eine Resistenz allerdings nichts Ungewöhnliches. Wenn allerdings Personen aus der Risiko-Gruppe, also Schwangere, chronisch Kranke, Immungeschwächte oder Kleinkinder, diesen resistenten Erreger bekommen, helfe Tamiflu nicht mehr. „Dann muss auf das Medikament Relenza ausgewichen werden”, sagt er.

„Deshalb sollte man Resistenzen ernst nehmen”, so Peters. Aber derzeit gebe es noch keine Anzeichen dafür, dass sie sich verbreiten. Um die Resistenzen einzudämmen, gebe es nur eine Möglichkeit, „die Vergabe von Tamiflu einschränken”, fordert Markus Eickmann. Denn Tamiflu wirke nur für den Zeitraum der Einnahme. „Das Medikament prophylaktisch zu verwenden, bringt also nichts.” Trotz der Resistenz werde aber der bereits entwickelte Impfstoff wirken, glaubt Eickmann.

Nicht nur die Widerstandsfähigkeit ist ein Problem, inzwischen wurden auch Nebenwirkungen bei Tamiflu entdeckt. Doch die seien, so Georg Peters, „stinknormal”, wie bei jedem anderen Medikament auch.

Von Kerstin Wegener

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